Special Teil 1

Hannover Messe 2018: Know-how aus Schwaben erobert den Norden

Blick auf Halle 9 der Hannover Messe. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Hannover trägt Blazer und Jackett in diesen Tagen. Zumindest die Besucher der Stadt, oder besser gesagt der Messe. Eine Woche lang strömen über 200.000 (Fach-)Besucher dort hin. Know-how aus Bayerisch-Schwaben gibt es ebenfalls zu finden.

Fast so abwechslungsreich wie die Themen der Hannover Messe ist das Wetter an diesem Tag. Es windet, die Sonne scheint, Regen prasselt auf die gewölbten Dächer. Lange Schlangen an den Eingängen durch Taschen- und Kofferkontrollen, dann durch ein Drehkreuz aufs Gelände. Halle 13 ist die erste, in die Eingang West führt. An der Garderobe geht es geordnet zu. Nur ein geschäftiges Murmeln in der Luft.

18 Hallen voll Know-how

Kurz nach neun am Morgen, die Gänge zwischen den Ständen füllen sich rasch. Teils zielstrebig, teils neugierig machen sich die Besucher auf den Weg. Fünf Fachbereiche verteilt auf 18 Hallen gibt es zu bestaunen. Rund 5.000 Aussteller zählt die Hannover Messe 2018. Gut 20 davon stammen aus unserer Region. Den wohl größten bayerisch-schwäbischen Stand hat KUKA.

Bayerisch-Schwaben auf der Hannover Messe 2018

Politik zu Gast bei KUKA

CEO Till Reuter war am Mittwoch persönlich vor Ort, führte eine Gruppe Bundestagsabgeordneter zu den Exponaten. Mikro für ihn, Headsets für die Gäste. Anders würden sie den Chef des weltweit erfolgreichen Automationsspezialisten nicht verstehen. Es ist zu laut und zu voll in Halle 17. Mit Hansjörg Durz war auch ein Vertreter des Augsburger Lands unter den Abgeordneten am Stand. Wie seine Kollegen folgte er Reuters Ausführungen zu den Ausstellungsstücken.

MdB Hansjörg Durz bei KUKA auf der Hannover Messe 2018. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN MdB Hansjörg Durz bei KUKA auf der Hannover Messe 2018. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Die Stimmung ist gut. Hinter Glas findet sich eine lange Reihe an orangen Robotern, die ihr Können demonstrieren. Neugierige Besucher aus aller Welt wiederstehen dem Drang, ihre Nasen an die Scheiben zu drücken. Etwas weiter hinten schenkt ein Roboter Bier aus, ein anderer formt rosafarbene Eiskugeln. Letzterer ist Projekt eines der Finalisten-Teams für den KUKA Innovation Award. „Er bewegt sich immer anders, darum ist es für uns spannend ihn zu beobachten. Es ist immer eine kleine Überraschung“, wird den Standbesuchern erklärt, während eine Mitarbeiterin das Eis im Becher verteilt. Das Team – bestehend aus Mitarbeitern von Draper, dem MIT und dem Agile Robotics Lab in Harvard – wollen beweisen, dass Roboter sich auch in einer unstrukturierten Umgebung zurechtfinden.

Video "KUKA Roboter serviert Eiscreme"

Das Projekt eines der Finalisten-Teams für den KUKA Innovation Award: ein Roboter serviert Eis auf der Hannover Messe.

Video: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Für den Sieg reichte es allerdings nicht. Die Krone wurde am Donnerstagmorgen an das Team CoAware verliehen. Experten vom Instituto Italiano di Tecnologia gewannen mit einem Projekt, das Menschen bei industriellen Prozessen ergonomisch unterstützt und durch Arbeitsaufgaben lotst. Der Roboter überwacht Dynamik und Körperhaltung des Menschen in Echtzeit und passt sich an.

Die Hannover Messe 2018

Besuchermagnet Fujitsu

Messe ist hart, darin sind sich alle Aussteller einig. Viele sind seit dem Wochenende in der Stadt, andere bleiben noch bis zum Schluss. Michael Erhard, Pressesprecher von Fujitsu, war fünf Tage da. Der Ansturm auf den Stand sei bisher enorm gewesen, verrät er. Social Media sei aus demselben Grund „fast explodiert“: Gleich zwei Beiträge über das Unternehmen liefen Anfang der Woche im ARD. Zu sehen war Fujitsu im Bericht über die Hannover Messe am Montag, der Standort Augsburg sogar als Beitrag in den Tagesthemen am Tag darauf. Im Fokus: Mensch-Roboter-Kollaboration. 

Lösung aus Augsburg

Ein Praxisbeispiel dafür findet sich in Europas einzigem PC-Werk – in Augsburg. Dort zählt seit Anfang des Jahres ein KUKA-Roboter zum Mitarbeiterstab. Er unterstützt seine Kollegen beim Bau von Mainboards. Um Roboter sicher in die Produktion einzubinden, präsentierte Fujitsu auf der Hannover Messe unter anderem eine kleine Schwarze Box. Diese sortiert Daten am Rande des Netzwerks aus und verschlüsselt sie sicher. So überfluten unnötige Daten nicht die zentralen IT-Systeme, gleichzeitig sind Informationen und Maschinen vor unberechtigten Zugriffen geschützt.

Michael Erhard mit dem Herzstück des Fujitsu Messestandes. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN Michael Erhard mit dem Herzstück des Fujitsu Messestandes. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Welche schwäbischen Firmen noch auf der Hannover Messe ausstellen und weitere Infos lesen Sie bald in Teil 2 und 3 unseres Specials.

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18 Hallen voll Know-how

Kurz nach neun am Morgen, die Gänge zwischen den Ständen füllen sich rasch. Teils zielstrebig, teils neugierig machen sich die Besucher auf den Weg. Fünf Fachbereiche verteilt auf 18 Hallen gibt es zu bestaunen. Rund 5.000 Aussteller zählt die Hannover Messe 2018. Gut 20 davon stammen aus unserer Region. Den wohl größten bayerisch-schwäbischen Stand hat KUKA.

Bayerisch-Schwaben auf der Hannover Messe 2018

Politik zu Gast bei KUKA

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MdB Hansjörg Durz bei KUKA auf der Hannover Messe 2018. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN MdB Hansjörg Durz bei KUKA auf der Hannover Messe 2018. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Die Stimmung ist gut. Hinter Glas findet sich eine lange Reihe an orangen Robotern, die ihr Können demonstrieren. Neugierige Besucher aus aller Welt wiederstehen dem Drang, ihre Nasen an die Scheiben zu drücken. Etwas weiter hinten schenkt ein Roboter Bier aus, ein anderer formt rosafarbene Eiskugeln. Letzterer ist Projekt eines der Finalisten-Teams für den KUKA Innovation Award. „Er bewegt sich immer anders, darum ist es für uns spannend ihn zu beobachten. Es ist immer eine kleine Überraschung“, wird den Standbesuchern erklärt, während eine Mitarbeiterin das Eis im Becher verteilt. Das Team – bestehend aus Mitarbeitern von Draper, dem MIT und dem Agile Robotics Lab in Harvard – wollen beweisen, dass Roboter sich auch in einer unstrukturierten Umgebung zurechtfinden.

Video "KUKA Roboter serviert Eiscreme"

Das Projekt eines der Finalisten-Teams für den KUKA Innovation Award: ein Roboter serviert Eis auf der Hannover Messe.

Video: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Für den Sieg reichte es allerdings nicht. Die Krone wurde am Donnerstagmorgen an das Team CoAware verliehen. Experten vom Instituto Italiano di Tecnologia gewannen mit einem Projekt, das Menschen bei industriellen Prozessen ergonomisch unterstützt und durch Arbeitsaufgaben lotst. Der Roboter überwacht Dynamik und Körperhaltung des Menschen in Echtzeit und passt sich an.

Die Hannover Messe 2018

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Messe ist hart, darin sind sich alle Aussteller einig. Viele sind seit dem Wochenende in der Stadt, andere bleiben noch bis zum Schluss. Michael Erhard, Pressesprecher von Fujitsu, war fünf Tage da. Der Ansturm auf den Stand sei bisher enorm gewesen, verrät er. Social Media sei aus demselben Grund „fast explodiert“: Gleich zwei Beiträge über das Unternehmen liefen Anfang der Woche im ARD. Zu sehen war Fujitsu im Bericht über die Hannover Messe am Montag, der Standort Augsburg sogar als Beitrag in den Tagesthemen am Tag darauf. Im Fokus: Mensch-Roboter-Kollaboration. 

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Ein Praxisbeispiel dafür findet sich in Europas einzigem PC-Werk – in Augsburg. Dort zählt seit Anfang des Jahres ein KUKA-Roboter zum Mitarbeiterstab. Er unterstützt seine Kollegen beim Bau von Mainboards. Um Roboter sicher in die Produktion einzubinden, präsentierte Fujitsu auf der Hannover Messe unter anderem eine kleine Schwarze Box. Diese sortiert Daten am Rande des Netzwerks aus und verschlüsselt sie sicher. So überfluten unnötige Daten nicht die zentralen IT-Systeme, gleichzeitig sind Informationen und Maschinen vor unberechtigten Zugriffen geschützt.

Michael Erhard mit dem Herzstück des Fujitsu Messestandes. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN Michael Erhard mit dem Herzstück des Fujitsu Messestandes. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

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