Valentinsempfang in Augsburg

Handelsverband Bayern: „Letztlich wurden wir zum Klau-Paradies“

André Köhn, Wolfgang Puff und Bernd Brenner. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Beim alljährlichen Valentinsempfang des Handelsverband Bayern (HVB) sprach Bezirksvorsitzender Bernd Brenner einige kritische Themen an. Gerade in einem Punkt fühle sich der Handel von der Politik allein gelassen.

Der Handel in Schwaben wächst. Ein Plus von drei Prozent wurde 2018 verzeichnet. 9,6 Milliarden Euro gingen über schwäbische Ladentheken, berichtet Bernd Brenner stolz. 980 Millionen wurden im Bezirk online umgesetzt. Wie sich der Handel in Zukunft entwickelt, dass wollte Bernd Brenner am 14. Februar dennoch nicht prognostizieren. Es verändere sich vieles zu schnell dafür. Viel lieber spreche er über die Herausforderungen, denen sich der Handel gegenüber sieht – abseits von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz.

Bürokratieabbau: „Es dürfte schon ein bisschen mehr sein“

Ein Dorn im Auge sei ihm und den Verbandsmitgliedern nach wie vor das Thema Bürokratie. 2006 wurde von der Regierung versprochen, hier abzubauen. Doch „wir kommen nur schleppend voran“, erklärte er. Zwar stünde das Wort „Bürokratieabbau“ mehrfach auf der aktuellen Agenda und für jede neue Regel müsse eine alte gestrichen werden, dennoch: „Es dürfte schon ein bisschen mehr sein.“ Gerade durch die DSGVO, die Datenschutz Grundverordnung. Da sei „das Kind mit dem Bade ausgeschüttet“ worden. Er stehe freilich für einen rechtstreuen Wettbewerb, die damit verbundenen Abmahnungs-Wellen und neu einzuholenden Einverständnis-Erklärungen belasten den Handel jedoch sehr.

Der Valentinsempfang des Handelsverband Bayern 2019

Kritisch blicke Bernd Brenner an diesem Abend auch auf das neue Verpackungsmaterial-Gesetzt. Der Gesetzestext umfasst 28 Seiten. Nach diesem sind alle Händler für die Rücknahme aller Verpackungen zuständig, müssen sich in einem Verpackungsregister eintragen lassen. „Ich denke, es wäre auch leichter gegangen“, so Brenner. Er wies weiter darauf hin, dass bereits viele Händler auf Plastiktüten verzichten und von selbst abgeschafft hätten.

„Deutschland ist bei Diebesbanden ein attraktiver Markt“

„Von der Politik alteingesessenen fühlen wir uns beim Thema Ladendiebstahl“, berichtete der HVB Bezirksvorsitzende weiter. Waren im Wert von rund 3,5 Milliarden Euro seien letztes Jahr in Deutschland unbezahlt aus den Läden entwendet worden. „Es geht nicht um Gelegenheits-Diebstähle durch Teenager oder Kleptomanen“, so Brenner. Oftmals würden organisierte Banden dahinter stecken. „Deutschland ist bei Diebesbanden ein attraktiver Markt.“ Der Grund sei einfach: Geringe bis keine Strafen, gerade für Ersttäter. „Letztlich wurden wir zum Klau-Paradies“, betonte Brenner und forderte: „Ladendiebstahl darf nicht bagatellisiert werden.“

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