Interview

Handel in Augsburg: Harter Lockdown wäre „Katastrophe“

In Sachsen werden ab Montag Schulen, Kindergärten und der Einzelhandel mit Ausnahme der lebensnotwendigen Versorgung geschlossen. Droht ein harter Lockdown auch in Bayern? Für den bayerisch-schwäbischen Handel wäre das eine Katastrophe, sagt Andreas Gärtner, Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern Bezirk Schwaben, im Interview.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wie läuft das Weihnachtsgeschäft derzeit?

Andreas Gärtner: Zwischen Hoffen und Bangen, wobei das Bangen überwiegt. Das ist wahrscheinlich die treffendste Beschreibung. Einige zufriedenstellende Tage wechseln sich mit längeren Durststrecken ab. Von einem richtigen Weihnachtsgeschäft kann in vielen Betrieben nicht die Rede sein. Nach wie vor liegen die Umsätze in den meisten innerstädtischen Branchen um bis zu 30 Prozent hinter dem Vorjahr zurück. Aber wir hoffen noch, es sind ja noch ein paar Tage und die Lieferfähigkeit des Onlinehandels nimmt von Tag zu Tag ab.

Wie ist die Stimmung bei den Händlern?

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Die Stimmung im Handel ist geprägt von Verunsicherung und Existenzangst. Das Hauptproblem vieler Unternehmen ist die fehlende Perspektive und Planungssicherheit. Niemand kann aktuell auch nur annähernd sagen, wie lange die Einschränkungen notwendig sind und vor allem, wie stark sich das Verbraucherverhalten durch die Corona-Krise verändern wird. Ständig neue Maßnahmen und vor allem ständige Androhungen von Verschärfungen der Regeln tragen zur massiven Verunsicherung von Kunden und Händlern bei.   

Was halten Sie von den aktuellen Corona-Regeln für den Handel?

Wir tragen jede vernünftige Maßnahme zum Schutz der Gesundheit unserer Kunden und Mitarbeiter zu 100 Prozent mit. Einschränkungen sollten jedoch klar und verlässlich sein und nicht am Tag des Erlasses vom Erlassenden bereits wieder als zu gering kommuniziert werden. So entsteht für viele Kunden ständig der falsche Eindruck „ Einkaufen ist gefährlich“.   

Sachsen geht ab Montag in den harten Lockdown. Was bedeutet das für den bayerisch-schwäbischen Handel, wenn Bayern nachzieht?

Wenn es bei uns so kommt wie in Sachsen, dann wäre es eine Katastrophe. Vor Weihnachten macht der Handel rund 25 bis 30 Prozent des Jahresumsatzes. Vor allem für Spielwarenhändler wäre der harte Lockdown der Todesstoß. Ohne Entschädigung wird die Hälfte der Läden dann nicht überleben. 

Die Nationalakademie Leopoldina plädiert für einen harten Lockdown nach dem 24. Dezember. Was  würde das für den Handel bedeuten?

Ein wirklicher, kurzer, harter Lockdown zu Beginn der zweiten Pandemiewelle mit entsprechenden Ausgleichsleistungen wäre sicherlich auch für viele Händler nachvollziehbar gewesen. Ein Lockdown zwischen den Jahren, bis 10. Januar oder länger, wäre für den Handel absolut fatal. Die Zeit zwischen den Tagen zählt branchenübergreifend zu den wichtigsten Umsatztagen im Jahr. Ein Szenario: Der Handel ist dicht aber – wie aktuell möglich –  kann ich ohne Einschränkung in Nicht-Risikogebiete wie Kuba fliegen. Das ist nicht vermittelbar. In jedem Fall gilt aber: Wenn es zu einer Schließung des Handels kommt, muss fair entschädigt werden.  

Was wünschen Sie sich von der Politik für 2021? 

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Der Handel war und ist während der Krise ein absolut zuverlässiger Partner, der sich an die Regeln hält und unter teils schwierigsten Bedingungen die Versorgung der Bevölkerung sicherstellt. Wir wünschen uns für 2021 eine klare, verlässliche und für alle nachvollziehbare Politik, die eine Branche, die stark zur Ruhe und zur Akzeptanz der Regelungen beigetragen hat, auch nach dem hoffentlich schnellen Abklingen der gesundheitlichen Krise nicht im „Regen“ stehen lässt. Der Erhalt unserer „Lieblingsläden“ und der „Lebens- und Aufenthaltsqualität“ unserer Städte sollte im Fokus stehen. Handel steht für Heimat. Das sollte die Politik beherzigen.

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Sachsen geht ab Montag in den harten Lockdown. Was bedeutet das für den bayerisch-schwäbischen Handel, wenn Bayern nachzieht?

Wenn es bei uns so kommt wie in Sachsen, dann wäre es eine Katastrophe. Vor Weihnachten macht der Handel rund 25 bis 30 Prozent des Jahresumsatzes. Vor allem für Spielwarenhändler wäre der harte Lockdown der Todesstoß. Ohne Entschädigung wird die Hälfte der Läden dann nicht überleben. 

Die Nationalakademie Leopoldina plädiert für einen harten Lockdown nach dem 24. Dezember. Was  würde das für den Handel bedeuten?

Ein wirklicher, kurzer, harter Lockdown zu Beginn der zweiten Pandemiewelle mit entsprechenden Ausgleichsleistungen wäre sicherlich auch für viele Händler nachvollziehbar gewesen. Ein Lockdown zwischen den Jahren, bis 10. Januar oder länger, wäre für den Handel absolut fatal. Die Zeit zwischen den Tagen zählt branchenübergreifend zu den wichtigsten Umsatztagen im Jahr. Ein Szenario: Der Handel ist dicht aber – wie aktuell möglich –  kann ich ohne Einschränkung in Nicht-Risikogebiete wie Kuba fliegen. Das ist nicht vermittelbar. In jedem Fall gilt aber: Wenn es zu einer Schließung des Handels kommt, muss fair entschädigt werden.  

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Der Handel war und ist während der Krise ein absolut zuverlässiger Partner, der sich an die Regeln hält und unter teils schwierigsten Bedingungen die Versorgung der Bevölkerung sicherstellt. Wir wünschen uns für 2021 eine klare, verlässliche und für alle nachvollziehbare Politik, die eine Branche, die stark zur Ruhe und zur Akzeptanz der Regelungen beigetragen hat, auch nach dem hoffentlich schnellen Abklingen der gesundheitlichen Krise nicht im „Regen“ stehen lässt. Der Erhalt unserer „Lieblingsläden“ und der „Lebens- und Aufenthaltsqualität“ unserer Städte sollte im Fokus stehen. Handel steht für Heimat. Das sollte die Politik beherzigen.

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