IHK Schwaben-Umfrage

Italienische Haushaltsdebatte beunruhigt schwäbische Betriebe

Die IHK Schwaben in Augsburg. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Die Debatte um die Haushaltspläne der italienischen Regierung sorgt bei einem Teil der dort aktiven schwäbischen Unternehmen für Beunruhigung. Das zeigt eine aktuelle Befragung der Industrie- und Handelskammer Schwaben mit Sitz in Augsburg.

Die rund 700 schwäbischen Unternehmen mit aktiven Geschäftsbeziehungen mit Italien äußerten, dass mit rund 15 Prozent rund jedes siebte Unternehmen noch für 2018 negative Auswirkungen durch die politische Verschärfung der Haushaltskrise befürchtet. Das zählen beispielsweise ein Absatzrückgang oder auch Preissteigerungen beim Einkauf.

Unsicherheit unter den Unternehmern

Ein gleich großer Anteil geht von einer mittelfristig sinkenden Entwicklung des eigenen Italien-Geschäftes aus. Dass sich mittelfristig nichts ändert, glauben 26 Prozent, elf Prozent gehen gar von einer mittelfristig positiven Entwicklung aus. Der größte Teil der Unternehmen bleibt aber trotz des Schlagabtausches zwischen Italien und der EU-Kommission gelassen. Rund 65 Prozent sehen keine unmittelbare Auswirkung auf ihr Italien-Geschäft.

„Bedauernswerte Abkehr Italiens“

„Der Optimismus unserer Mitgliedsunternehmen ist ein Zeichen dafür, dass aktuell die italienische Industrie und die hier aktiven Unternehmen sich robust den strukturellen Herausforderungen des Landes stellen. Das Wachstum ist vor allem über internationale Märkte getrieben. Die Qualifizierung von Fachkräften ist dabei die Grundlage für diesen positiven Trend“, so Jörg Buck, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Auslandshandelskammer (AHK) Italien.

„Die Haushaltspläne der italienischen Regierung signalisieren eine bedauernswerte Abkehr Italiens vom vereinbarten Stabilitäts- und Reformkurs“, betont Jana Lovell, Leiterin des IHK-Geschäftsfelds International. Die EU-Kommission fordere zu Recht Nachbesserungen, betont Lovell. „Denn die Eurozone kann nur funktionieren, wenn sich all ihre Mitglieder an die vereinbarten Regeln halten.“

„Eine gute Beziehung zu Italien ist wichtig“

Die RAABE GmbH in Ziemetshausen macht rund 60 Prozent des Umsatzes mit italienischen Unternehmen. Geschäftsführer Umberto Guadatiello berichtet über die Bedeutung des italienischen Marktes: „Unsere italienischen Kunden bedienen Maschinenbauunternehmen im deutschen Markt. Meine Erfahrung ist, dass deutsche Firmen gerne in Italien Maschinenteile und deren Bearbeitung einkaufen. Alle deutschen Automobilhersteller beziehen einen großen Teil der Zukaufteile aus dem italienischen Markt. Deshalb ist eine gute Beziehung zu Italien wichtig.“

Exportzahlen deutlich gestiegen

Die Bedeutung Italiens für die bayerische Wirtschaft ist in 2017 deutlich gestiegen. So stiegen die Exportzahlen 2017 um 7,1 Prozent auf  12,5 Milliarden Euro. Auch die Einfuhren aus Italien stiegen um 5,7 Prozent auf 11,7 Milliarden Euro. Dieser Aufwärtstrend setzt sich 2018 fort. Aktuell ist Italien der fünftwichtigste Absatzmarkt für Produkte „Made in Bavaria“. Damit erholt sich die italienische Wirtschaft zwar von den Auswirkungen der Eurokrise, ist aber noch weit entfernt, wieder auf den Status vor der Krise zu kommen. So seien laut Umfrage die derzeit größten Geschäftshemmnisse für schwäbische Unternehmen in Italien die geringe Zahlungsmoral und Kaufkraft italienischer Kunden.

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Die IHK Schwaben in Augsburg. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
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Die rund 700 schwäbischen Unternehmen mit aktiven Geschäftsbeziehungen mit Italien äußerten, dass mit rund 15 Prozent rund jedes siebte Unternehmen noch für 2018 negative Auswirkungen durch die politische Verschärfung der Haushaltskrise befürchtet. Das zählen beispielsweise ein Absatzrückgang oder auch Preissteigerungen beim Einkauf.

Unsicherheit unter den Unternehmern

Ein gleich großer Anteil geht von einer mittelfristig sinkenden Entwicklung des eigenen Italien-Geschäftes aus. Dass sich mittelfristig nichts ändert, glauben 26 Prozent, elf Prozent gehen gar von einer mittelfristig positiven Entwicklung aus. Der größte Teil der Unternehmen bleibt aber trotz des Schlagabtausches zwischen Italien und der EU-Kommission gelassen. Rund 65 Prozent sehen keine unmittelbare Auswirkung auf ihr Italien-Geschäft.

„Bedauernswerte Abkehr Italiens“

„Der Optimismus unserer Mitgliedsunternehmen ist ein Zeichen dafür, dass aktuell die italienische Industrie und die hier aktiven Unternehmen sich robust den strukturellen Herausforderungen des Landes stellen. Das Wachstum ist vor allem über internationale Märkte getrieben. Die Qualifizierung von Fachkräften ist dabei die Grundlage für diesen positiven Trend“, so Jörg Buck, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Auslandshandelskammer (AHK) Italien.

„Die Haushaltspläne der italienischen Regierung signalisieren eine bedauernswerte Abkehr Italiens vom vereinbarten Stabilitäts- und Reformkurs“, betont Jana Lovell, Leiterin des IHK-Geschäftsfelds International. Die EU-Kommission fordere zu Recht Nachbesserungen, betont Lovell. „Denn die Eurozone kann nur funktionieren, wenn sich all ihre Mitglieder an die vereinbarten Regeln halten.“

„Eine gute Beziehung zu Italien ist wichtig“

Die RAABE GmbH in Ziemetshausen macht rund 60 Prozent des Umsatzes mit italienischen Unternehmen. Geschäftsführer Umberto Guadatiello berichtet über die Bedeutung des italienischen Marktes: „Unsere italienischen Kunden bedienen Maschinenbauunternehmen im deutschen Markt. Meine Erfahrung ist, dass deutsche Firmen gerne in Italien Maschinenteile und deren Bearbeitung einkaufen. Alle deutschen Automobilhersteller beziehen einen großen Teil der Zukaufteile aus dem italienischen Markt. Deshalb ist eine gute Beziehung zu Italien wichtig.“

Exportzahlen deutlich gestiegen

Die Bedeutung Italiens für die bayerische Wirtschaft ist in 2017 deutlich gestiegen. So stiegen die Exportzahlen 2017 um 7,1 Prozent auf  12,5 Milliarden Euro. Auch die Einfuhren aus Italien stiegen um 5,7 Prozent auf 11,7 Milliarden Euro. Dieser Aufwärtstrend setzt sich 2018 fort. Aktuell ist Italien der fünftwichtigste Absatzmarkt für Produkte „Made in Bavaria“. Damit erholt sich die italienische Wirtschaft zwar von den Auswirkungen der Eurokrise, ist aber noch weit entfernt, wieder auf den Status vor der Krise zu kommen. So seien laut Umfrage die derzeit größten Geschäftshemmnisse für schwäbische Unternehmen in Italien die geringe Zahlungsmoral und Kaufkraft italienischer Kunden.

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