Unternehmerabend

Gewerbestandort Neusäß erhofft sich Großes von der Uniklinik

Richard Greiner, Bürgermeister der Stadt Neusäß, auf dem Unternehmerabend. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Rund 400 Millionen Euro Wertschöpfung spült die Uniklinik künftig jährlich in die Region. Davon will auch Neusäß etwas abhaben. Der Vorteil: die Stadt sitzt geographisch in vorderster Reihe.

Zum 1. Januar ging die Trägerschaft des Klinikums Augsburg in Staatshand über. Die Umwandlung zur Uniklinik ist jedoch keine reine formale Angelegenheit. Die ganze Region ist betroffen. Die Nachbarstadt Neusäß will sich dies zu nutzen machen. „Mit der räumlichen Nähe zur Uniklinik sehen wir durchaus Chancen für einen positiven Schub“, erklärte Bürgermeister Richard Greiner auf dem Unternehmerabend der Stadt Anfang der Woche.

Neusäß wird sich verändern müssen

Alle zwei Jahre treffen sich die Unternehmer aus Neusäß zum Austausch. 2017 standen Fachkräfte ganz oben auf der Tagesordnung. Dieses Jahr beschäftigte die Gewerbetreibenden vor allem die Uniklinik. Unternehmen aus allen Branchen und Gewerbegebieten waren zu diesem Anlass in die Stadthalle gekommen. Die Uniklinik kann Neusäß beleben – doch was heißt das für die ansässigen Betriebe?

„Die Herausforderung der Stadt Neusäß ist die Transformationsphase“, machte es Christian Hörmann, CIMA Beratung + Management GmbH, deutlich. „Das könnte bedeuten, dass sich die Quartiere langfristig wandeln“, erklärte auch Richard Greiner. Aktuell sei auf Luftaufnahmen zu sehen, dass Großteils einstöckige Hallen die Gewerbegebiete dominieren. „Es wäre durchaus denkbar, dass sich so eine Struktur – mittel oder langfristig – auch hin zu einer Mischkultur entwickelt.“ Aktuell zeichnet sich der Wirtschaftsstandort Neusäß durch viele kleinerer und mittlerer Betriebe aus den Bereichen Handel, Handwerk, produzierendes Gewerbe und Dienstleistungen aus. Der Bürgermeister hofft, den Standort für medizinaffine Unternehmen etablieren und festigen zu können.

Unternehmerabend der Stadt Neusäß 2019

„Die Voraussetzung dafür, in so eine Richtung denken zu können, haben wir in ganz konkreten Entwicklungsrichtlinien geschaffen“, so Greiner. Der Entwicklungsplan sieht auch Platz für Neusäßer Unternehmen vor, die sich vergrößern wollen. „Sehr gute Erfahrungen mit dieser Strategie haben wir hier schon in unserem neuen Gewerbegebiet Neusäß Nord gemacht.“ Dort haben sich Neusäßer Betriebe neu angesiedelt und können sich weiterentwickeln.

Hörmann: Es braucht Zeit

Gleichzeitig wird Platz für neue Unternehmen geschaffen, die sich die Nähe zur Uniklinik und dem Campus zu Nutze machen wollen. „Das sind große Chancen und gleichzeitig müssen wir klar sehen, dass das auch Zeit braucht, bis solche wissenschaftlichen Einrichtungen richtig los gehen und diese Wertschöpfungseffekte in der Region ankommen“, mahnte Christian Hörmann. Die Branche für den Standort zu gewinnen, lohnt also, denn: Die Deutsche Pharmaindustrie und die Medizintechnik gelten als krisenfeste Segmente mit stabiler Nachfrage. Großkonzerne werden zwar wohl kaum ihren Sitz verlegen. 71 Prozent der Pharmaindustrie und 94 Prozent der Medizintechnik Unternehmen haben aber weniger als 250 Beschäftigte. Kleine und Mittelständische Unternehmen sind damit eine reelle Chance für Neusäß.

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Richard Greiner, Bürgermeister der Stadt Neusäß, auf dem Unternehmerabend. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Rund 400 Millionen Euro Wertschöpfung spült die Uniklinik künftig jährlich in die Region. Davon will auch Neusäß etwas abhaben. Der Vorteil: die Stadt sitzt geographisch in vorderster Reihe.

Zum 1. Januar ging die Trägerschaft des Klinikums Augsburg in Staatshand über. Die Umwandlung zur Uniklinik ist jedoch keine reine formale Angelegenheit. Die ganze Region ist betroffen. Die Nachbarstadt Neusäß will sich dies zu nutzen machen. „Mit der räumlichen Nähe zur Uniklinik sehen wir durchaus Chancen für einen positiven Schub“, erklärte Bürgermeister Richard Greiner auf dem Unternehmerabend der Stadt Anfang der Woche.

Neusäß wird sich verändern müssen

Alle zwei Jahre treffen sich die Unternehmer aus Neusäß zum Austausch. 2017 standen Fachkräfte ganz oben auf der Tagesordnung. Dieses Jahr beschäftigte die Gewerbetreibenden vor allem die Uniklinik. Unternehmen aus allen Branchen und Gewerbegebieten waren zu diesem Anlass in die Stadthalle gekommen. Die Uniklinik kann Neusäß beleben – doch was heißt das für die ansässigen Betriebe?

„Die Herausforderung der Stadt Neusäß ist die Transformationsphase“, machte es Christian Hörmann, CIMA Beratung + Management GmbH, deutlich. „Das könnte bedeuten, dass sich die Quartiere langfristig wandeln“, erklärte auch Richard Greiner. Aktuell sei auf Luftaufnahmen zu sehen, dass Großteils einstöckige Hallen die Gewerbegebiete dominieren. „Es wäre durchaus denkbar, dass sich so eine Struktur – mittel oder langfristig – auch hin zu einer Mischkultur entwickelt.“ Aktuell zeichnet sich der Wirtschaftsstandort Neusäß durch viele kleinerer und mittlerer Betriebe aus den Bereichen Handel, Handwerk, produzierendes Gewerbe und Dienstleistungen aus. Der Bürgermeister hofft, den Standort für medizinaffine Unternehmen etablieren und festigen zu können.

Unternehmerabend der Stadt Neusäß 2019

„Die Voraussetzung dafür, in so eine Richtung denken zu können, haben wir in ganz konkreten Entwicklungsrichtlinien geschaffen“, so Greiner. Der Entwicklungsplan sieht auch Platz für Neusäßer Unternehmen vor, die sich vergrößern wollen. „Sehr gute Erfahrungen mit dieser Strategie haben wir hier schon in unserem neuen Gewerbegebiet Neusäß Nord gemacht.“ Dort haben sich Neusäßer Betriebe neu angesiedelt und können sich weiterentwickeln.

Hörmann: Es braucht Zeit

Gleichzeitig wird Platz für neue Unternehmen geschaffen, die sich die Nähe zur Uniklinik und dem Campus zu Nutze machen wollen. „Das sind große Chancen und gleichzeitig müssen wir klar sehen, dass das auch Zeit braucht, bis solche wissenschaftlichen Einrichtungen richtig los gehen und diese Wertschöpfungseffekte in der Region ankommen“, mahnte Christian Hörmann. Die Branche für den Standort zu gewinnen, lohnt also, denn: Die Deutsche Pharmaindustrie und die Medizintechnik gelten als krisenfeste Segmente mit stabiler Nachfrage. Großkonzerne werden zwar wohl kaum ihren Sitz verlegen. 71 Prozent der Pharmaindustrie und 94 Prozent der Medizintechnik Unternehmen haben aber weniger als 250 Beschäftigte. Kleine und Mittelständische Unternehmen sind damit eine reelle Chance für Neusäß.

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