Kundgebung

Gersthofer Backbetriebe: So geht es für die Mitarbeiter weiter

Am Freitag haben die Gersthofer Backbetriebe ihren Betrieb eingestellt. Die Gewerkschaft rechnen noch im Dezember mit der Entlassung der über 400 Mitarbeiter. Bei einer Kundgebung am Montag forderte sie den Eigentümer auf, Verantwortung zu übernehmen.

Seit Freitag sind die Öfen bei den Gersthofer Backbetrieben aus. Grund hierfür sei laut Unternehmen der Hauptkunde Aldi. Dieser ist nun endgültig abgesprungen.

„Letzte Hoffnungen haben sich zerschlagen“

„Es hat sich bereits seit längerem abgezeichnet, aber jetzt haben sich auch die letzten Hoffnungen zerschlagen. Der Hauptabnehmer für unsere Produkte, der in der Vergangenheit für mehr als 50 Prozent des Umsatzes stand, hat die Zusammenarbeit beendet. Damit ist die Betriebsstillegung unausweichlich geworden“, teilten Geschäftsführung und Insolvenzverwalter bei einer Betriebsversammlung am Freitag in Gersthofen mit. 

Gewerkschaft macht Serafin verantwortlich

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Erst Ende 2014 übernahm die Serafin Unternehmensgruppe den Betrieb zusammen mit den Lechbäck-Verkaufsfilialen. Serafin steht in der Tradition von 150 Jahren Firmengeschichte der Augsburger Unternehmerfamilie Haindl. „Serafin hat versprochen, die Belegschaft beizubehalten und den Betrieb fortzuführen. Heute, nach nur vier Jahren, wird der Betrieb geschlossen“, äußert sich Tim Lubecki von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) auf der Kundgebung am Montagvormittag. Über 100 Mitarbeiter nahmen daran teil. Manche sind seit Jahrzenten dort tätig und wissen nun nicht, wie es weitergeht.

Kundgebung bei den Gersthofer Backbetrieben

Mitarbeiter müssen nun Arbeitslosengeld beantragen

Seit Freitag die rund 400 Mitarbeiter plus die 80 der Lechbäck-Filialen mit sofortiger Wirkung freigestellt. Laut Unternehmen ist das die Folge davon, dass Mitte November der Insolvenzgeldzeitraum ausgelaufen ist. Den Arbeitnehmern bleibt nun die Möglichkeit, Leistungen von der Agentur für Arbeit zu beantragen. Das sind nur etwa 60 Prozent des monatlichen Arbeitsengelts.

„Das ist nur eine Notlösung. Die Frage ist, welchen Beitrag Serafin dazu schießt. Das ist aber noch unklar“, so Lubecki. Ausgenommen davon ist ein kleines Team von etwa 30 Personen. Diese werden noch für die Abwicklung der Gesellschaft im Zuge des Insolvenzverfahrens benötigt.

Sozialplan-Verhandlungen starten Montagabend

Am Montagabend um 16.30 Uhr ist die erste Sozialplan-Verhandlung zwischen Gewerkschaft und der Unternehmensleitung. Dann wird das weitere Vorgehen besprochen. „Wir fordern die Serafin auf, die in der Tradition der Familie Haindl steht, besinnt euch auf eure soziale Verantwortung. Gebt den Kollegen zumindestens die Sicherheit, dass ihr Geld in die Hand nehmt, damit diese noch eine Abfindung  und die nächsten Monate auch ordentlich Geld auf dem Konto haben. “, fordert Lubecki.

Unternehmenskrise war nicht mehr abzuwenden

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

„Wir bedauern diese Entwicklung sehr. Die Insolvenz ist jedoch nicht die Ursache, sondern nur die Wirkung der bereits seit längerem andauernden Unternehmenskrise“, erklärte Insolvenzverwalter Dr. Max Liebig. Der Markt für Backwaren in Deutschland befindet sich derzeit in einem rasanten Umbruch. Frische, hochwertige Backwaren, wie sie die Gersthofer Backbetriebe herstellten, werden im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) immer weniger nachgefragt.

Trend geht zu Aufback-Stationen

Der Trend bei den Großkunden und Handelsketten, insbesondere im Discount, dem Hauptabsatzkanal für die Gersthofer Backbetriebe, geht zu kostengünstigeren Aufback-Stationen. Dadurch verlieren regionale Großbäckereien zum einen an Umsatz, sie werden auf der anderen Seite aber durch zunehmende Regulierung und steigende Kosten für Rohstoffe, Löhne und Mieten immer stärker belastet.

Sanierung ist gescheitert

Dies führte auch bei den Gersthofer Backbetrieben ab 2017 zu Verlusten, die sich 2018 noch ausweiteten. Das Unternehmen hatte erst zum 1. Dezember die Eröffnung des Regelinsolvenzverfahrens beantragt, nachdem aufgrund rückläufiger Kundenaufträge eine Sanierung in Eigenverwaltung gescheitert war. Das zuständige Amtsgericht München bestellte daraufhin Dr. Max Liebig von der bundesweit renommierten Kanzlei JAFFÉ Rechtsanwälte Insolvenzverwalter zum Insolvenzverwalter.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
Kundgebung

Gersthofer Backbetriebe: So geht es für die Mitarbeiter weiter

Am Freitag haben die Gersthofer Backbetriebe ihren Betrieb eingestellt. Die Gewerkschaft rechnen noch im Dezember mit der Entlassung der über 400 Mitarbeiter. Bei einer Kundgebung am Montag forderte sie den Eigentümer auf, Verantwortung zu übernehmen.

Seit Freitag sind die Öfen bei den Gersthofer Backbetrieben aus. Grund hierfür sei laut Unternehmen der Hauptkunde Aldi. Dieser ist nun endgültig abgesprungen.

„Letzte Hoffnungen haben sich zerschlagen“

„Es hat sich bereits seit längerem abgezeichnet, aber jetzt haben sich auch die letzten Hoffnungen zerschlagen. Der Hauptabnehmer für unsere Produkte, der in der Vergangenheit für mehr als 50 Prozent des Umsatzes stand, hat die Zusammenarbeit beendet. Damit ist die Betriebsstillegung unausweichlich geworden“, teilten Geschäftsführung und Insolvenzverwalter bei einer Betriebsversammlung am Freitag in Gersthofen mit. 

Gewerkschaft macht Serafin verantwortlich

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Erst Ende 2014 übernahm die Serafin Unternehmensgruppe den Betrieb zusammen mit den Lechbäck-Verkaufsfilialen. Serafin steht in der Tradition von 150 Jahren Firmengeschichte der Augsburger Unternehmerfamilie Haindl. „Serafin hat versprochen, die Belegschaft beizubehalten und den Betrieb fortzuführen. Heute, nach nur vier Jahren, wird der Betrieb geschlossen“, äußert sich Tim Lubecki von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) auf der Kundgebung am Montagvormittag. Über 100 Mitarbeiter nahmen daran teil. Manche sind seit Jahrzenten dort tätig und wissen nun nicht, wie es weitergeht.

Kundgebung bei den Gersthofer Backbetrieben

Mitarbeiter müssen nun Arbeitslosengeld beantragen

Seit Freitag die rund 400 Mitarbeiter plus die 80 der Lechbäck-Filialen mit sofortiger Wirkung freigestellt. Laut Unternehmen ist das die Folge davon, dass Mitte November der Insolvenzgeldzeitraum ausgelaufen ist. Den Arbeitnehmern bleibt nun die Möglichkeit, Leistungen von der Agentur für Arbeit zu beantragen. Das sind nur etwa 60 Prozent des monatlichen Arbeitsengelts.

„Das ist nur eine Notlösung. Die Frage ist, welchen Beitrag Serafin dazu schießt. Das ist aber noch unklar“, so Lubecki. Ausgenommen davon ist ein kleines Team von etwa 30 Personen. Diese werden noch für die Abwicklung der Gesellschaft im Zuge des Insolvenzverfahrens benötigt.

Sozialplan-Verhandlungen starten Montagabend

Am Montagabend um 16.30 Uhr ist die erste Sozialplan-Verhandlung zwischen Gewerkschaft und der Unternehmensleitung. Dann wird das weitere Vorgehen besprochen. „Wir fordern die Serafin auf, die in der Tradition der Familie Haindl steht, besinnt euch auf eure soziale Verantwortung. Gebt den Kollegen zumindestens die Sicherheit, dass ihr Geld in die Hand nehmt, damit diese noch eine Abfindung  und die nächsten Monate auch ordentlich Geld auf dem Konto haben. “, fordert Lubecki.

Unternehmenskrise war nicht mehr abzuwenden

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

„Wir bedauern diese Entwicklung sehr. Die Insolvenz ist jedoch nicht die Ursache, sondern nur die Wirkung der bereits seit längerem andauernden Unternehmenskrise“, erklärte Insolvenzverwalter Dr. Max Liebig. Der Markt für Backwaren in Deutschland befindet sich derzeit in einem rasanten Umbruch. Frische, hochwertige Backwaren, wie sie die Gersthofer Backbetriebe herstellten, werden im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) immer weniger nachgefragt.

Trend geht zu Aufback-Stationen

Der Trend bei den Großkunden und Handelsketten, insbesondere im Discount, dem Hauptabsatzkanal für die Gersthofer Backbetriebe, geht zu kostengünstigeren Aufback-Stationen. Dadurch verlieren regionale Großbäckereien zum einen an Umsatz, sie werden auf der anderen Seite aber durch zunehmende Regulierung und steigende Kosten für Rohstoffe, Löhne und Mieten immer stärker belastet.

Sanierung ist gescheitert

Dies führte auch bei den Gersthofer Backbetrieben ab 2017 zu Verlusten, die sich 2018 noch ausweiteten. Das Unternehmen hatte erst zum 1. Dezember die Eröffnung des Regelinsolvenzverfahrens beantragt, nachdem aufgrund rückläufiger Kundenaufträge eine Sanierung in Eigenverwaltung gescheitert war. Das zuständige Amtsgericht München bestellte daraufhin Dr. Max Liebig von der bundesweit renommierten Kanzlei JAFFÉ Rechtsanwälte Insolvenzverwalter zum Insolvenzverwalter.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben