Commerzbank Augsburg

Generationen-Wechsel in Schwaben: Chance oder Risiko?

Frank Humbach und Christopher Veit. Foto: Isabell Walter/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Für rund 40 Prozent der bayerischen Mittelständler steht in den nächsten fünf Jahren ein Wechsel in der Führungsspitze an. Das birgt laut einer Studie der Commerzbank Augsburg große Chancen, doch auch Herausforderungen.

„Rund 40 Prozent der Unternehmen rechnen in den nächsten fünf Jahren mit Führungswechseln und Nachfolgen. Bei weiteren 29 Prozent ist der Wechsel bereits in den vergangenen fünf Jahren erfolgt. Das entspricht zusammen über zwei Drittel der bayerischen Mittelständler“, fasst Frank Humbach, Niederlassungsleiter der Commerzbank in Augsburg und verantwortlich für das Firmenkundengeschäft in Schwaben, Allgäu und Oberland, die Brisanz des Themas zusammen.

325 bayerische Führungskräfte befragt

Im Rahmen der Umfrage hat das Markforschungs-Institut Kantar TNS im Auftrag der Commerzbank über 2.000 mittelständische Unternehmer in ganz Deutschland, davon 325 Führungskräfte aus Bayern, befragt. Als eines der zentralen Ergebnisse hat sich die Hohe Aktualität des Themas Unternehmens-Nachfolge ergeben. „Für die bayerische Wirtschaft stellt das eine große Herausforderung dar, denn ein Führungswechsel ist nicht innerhalb eines Jahres umsetzbar. Wesentlich realistischer für einen erfolgreichen Wechsel sind etwa fünf Jahre“, so Humbach.

Der Generationen-Wechsel fordert nicht nur die Nachfolger

Als Beispiel für ein Unternehmen, das derzeit einen Führungswechsel durchläuft, hat Humbach Christopher Veit zur Präsentation der Studienergebnisse geladen. Veit ist in dritter Generation Geschäftsführer der Landsberger VEIT Group Intl. Seit 2015 bildet Christopher Veit gemeinsam mit seinem Vater Günter Veit die dortige Geschäftsführung. Herausforderungen birgt das jedoch nicht nur für den jungen Unternehmer. „Eine erfolgreiche Unternehmens-Nachfolge fordert auch die Bereitschaft und die Disziplin des Senior-Geschäftsführers, bestimmte Teilbereiche komplett an den Nachfolger abzugeben“, erklärt Christopher Veit.

Neue Konzepte und Technologien werden benötigt

Neben all den Herausforderungen bietet der Generationen-Wechsel für Unternehmen aber auch Chancen. Denn die bayerischen Unternehmer sehen sich immer mehr mit neuen Rahmenbedingungen konfrontiert. Für 51 Prozent der Befragten stellen insbesondere starke neue Wettbewerber und für 31 Prozent der Umbruch von Schlüssel-Technologien überdurchschnittlich häufig eine Herausforderung dar. „Was viele Unternehmer aber nicht sehen, ist die Notwendigkeit, neue Konzepte und Technologien zu entwickeln“, so Humbach. Rund 16 Prozent der Unternehmen im Freistaat kämpfen deshalb mit überalterten Produkten und Dienstleistungen, so die Ergebnisse der Befragung. Abhilfe können hier die jüngeren Führungskräfte schaffen, so Humbach.

Studie: Junge Unternehmer sind nicht immer innovativer als etablierte Manager

Laut Studie sehen Unternehmer den Modernisierungs-Bedarf oft vielmehr in besseren Miterbeiter-Qualifikationen, optimierten Produktions-Abläufen, intensiveren Marketing-Aktivitäten oder einer ausgebauten IT-Infrastruktur. „Es besteht jedoch die Notwendigkeit mehr zu tun. Gerade im Bereich neuer Produkte oder Technologien“, unterstreicht Veit die Problematik. Als besonders interessant beschreibt Humbach aber, dass junge Führungskräfte häufig eher in Startups innovative Ideen einbringen. In bereits langjährig etablierten Unternehmen seien es jedoch mehr die erfahrenen Manager, die für Produkt-Innovationen sorgen.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben