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von Sandra Hinzmann, Online-Redaktion
Die warmen Temperaturen locken zahlreiche Badegäste an Seen und in Schwimmbäder. Doch trotz der willkommenen Abkühlung müssen auch stets die Gefahren im Hinterkopf behalten werden. Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. warnt eindrücklich vor Badeunfällen und geben Tipps zum richtigen Verhalten im Notfall.
Männer oft fahrlässiger als Frauen
Im vergangenen Jahr ertranken mindestens 446 Menschen durch Badeunfälle. 2012 waren es noch 383 Unfallopfer. Dabei ist ein Großteil der Badeunfälle vermeidbar. „Mutproben wie Kopfsprünge in unbekannte Gewässer, zu viel Alkohol oder das Überschätzen der eigenen Kraft führen häufig zu lebensgefährlichen Situationen im Wasser“, weiß Philipp Zembsch, Erste-Hilfe-Ausbilder und Rettungsassistent bei den Johannitern in Augsburg. Vor allem Männer setzen sich diesen gefahren häufiger aus. Viermal mehr Männer als Frauen erleiden einen schweren Badeunfall. Auch Kleinkinder sind besonders gefährdet. Für sie kann sogar schon ein seichter Teich oder ein Planschbecken zum Risiko werden. Daher sollte immer eine Aufsicht bei den kleinen Kindern dabei sein und ein wachsames Auge haben.
Nicht unbedacht zu Hilfe eilen
Geraten Kinder oder auch Erwachsene im Wasser in Not, sollten Helfer zuerst den Rettungsdienst über die 112 alarmieren. „Retter bringen sich leicht selbst in Gefahr, wenn sie versuchen, Ertrinkende aus dem Wasser zu ziehen, sofern sie keine ausgebildeten Rettungsschwimmer sind“, warnt Philipp Zembsch. „Direkten Körperkontakt sollte nach Möglichkeit vermieden werden, denn ein Ertrinkender schlägt in seiner Angst oft wild um sich und kann den Retter unter Wasser ziehen. Besser sind schwimmenden Gegenstände wie ein Rettungsring, mit dem der Ertrinkenden an Land gezogen werden kann.“
Keine Angst vor Wiederbelebung
Wichtig ist vor allem eine schnelle erste Hilfe. Dazu ist die stabile Seitenlage – also ein überstreckter Kopf, ein geöffneter Mund und das Kinn auf dem Handrücken – notwendig. „Wenn der Gerettete nicht mehr atmet, muss umgehend mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden, bis der Rettungsdienst eintrifft.“ Retter sollten keine Angst vor der Wiederbelebung haben. „Dabei kann nichts falsch gemacht werden. Nichts zu tun, ist für den Patienten viel gefährlicher, denn Sauerstoffmangel versursacht irreparable Hirnschäden. Für die Herz-Lungen-Wiederbelebung gilt es, den Oberkörper des Betroffenen frei zu machen, beide Handballen übereinander in der Mitte des Brustkorbs anzusetzen und das Brustbein gut fünf Zentimeter tief Richtung Wirbelsäule zu drücken. Den Rhythmus der Druckmassage kann man sich passenderweise mit dem Lied „Staying Alive“ von den Bee Gees merken, also ein bis zwei Mal pro Sekunde drücken, 30 Mal, dann zwei Atemspenden, dann wieder 30 Druckmassagen, immer im Wechsel“, erläutert Zembsch.
Unterkühlung kann leicht verhindert werden
Hinzu zum Sauerstoffmangel kommt auch häufig die Gefahr der Unterkühlung. Gerettete sollten daher mit Handtüchern, Decken oder trockener Kleidung gewärmt werden. Perfekt geeignet ist eine Rettungsdecke aus dem Erste-Hilfe-Set im Auto. Die Johanniter empfehlen, alle zwei Jahre das Erste-Hilfe-Wissen aufzufrischen. Nähere Informationen zu Erste-Hilfe-Kursen und Lebensrettenden Sofortmaßnahmen erhalten Interessenten bei den Johannitern in Augsburg unter der Telefonnummer 0821/25924-11.