Krise

Geburtshilfe: Wertachkliniken kämpfen für mehr Geld

Die Wertachklinik Schwabmünchen. Foto: Karl Rosengart
Die Geburtshilfe steckt in der Krise, auch in der Region. In Schwabmünchen und Aichach haben die Stationen bereits geschlossen. Nun soll eine neue Vereinbarung Abhilfe schaffen.

Die Geburtshilfe steckt vielerorts in der Krise. In der Region mussten bereits die Geburtsstation in Schwabmünchen, sowie in Aichach, abgemeldet werden. Aber auch die Belegärzte haben Probleme. Seit einigen Jahren steigen die Beiträge für deren Haftpflichtversicherung überproportional an. Und die Verträge für bereits praktizierende Ärzte werden kontinuierlich an dieses Niveau angepasst. Damit wird die Arbeit für viele Ärzte unrentabel.

Auch in Friedberg gab es Probleme

In Friedberg gab es deshalb bereits Gerüchte, dass dort die Geburtsstation ebenfalls schließen müsse, weil es nicht mehr genug Belegärzte gebe. Um dieser Entwicklung zuvor zu kommen, bemüht sich der Verwaltungsrat der Wertachkliniken schon seit längerer Zeit um eine Möglichkeit, die Ärzte bei der Haftpfichtversicherung zu unterstützen. Zuletzt stellten der Verwaltungsratsvorsitzende Karl-Heinz Wagner und die Bürgermeister der Trägerstädte, Bernd Müller, Bobingen, und Lorenz Müller, Schwabmünchen, eine detaillierte Anfrage an das bayerische Justizministerium.

So sieht die neue Regelung aus

Von dort kam letzte Woche die Antwort, der Bundesminister für Gesundheit habe erklärt, dass es nicht ausgeschlossen sei, dass Krankenhäuser die Haftpflichtversicherungsprämien von Belegärzten ganz oder teilweise bezahlen dürfen, wenn diese im Einzelfall dazu führen würde, dass die Tätigkeit unwirtschaftlich wäre. „Der Verwaltungsrat der Wertachkliniken freut sich, dass seine Bemühungen um Rechtssicherheit erfolgreich waren. Wir haben auch schon einen entsprechenden Vertragsentwurf in Auftrag gegeben, um die Belegärzte entsprechend abzusichern“, erklärt Karl-Heinz Wagner, Vorsitzender des Verwaltungsrats.

Nun haben die Wertachkliniken die Nachricht erhalten, dass der GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung sich darauf geeinigt, dass die Krankenkassen sich stärker an den Versicherungskosten beteiligen. Für jede Geburt würden künftig 97,30 Euro mehr bezahlt.

Das sagen die Wertachkliniken dazu

„Wir begrüßen die Erhöhung der Gebührenordnung. Das ist ein guter Schritt in die richtige Richtung,“ sagt Martin Gösele, Vorstand der Wertachklinken. „Diese Entscheidung unterstützt uns dabei, auf der Grundlage der von den Wertachkliniken angestrebten und erreichten Rechtssicherheit die Belegärzte an den Wertachkliniken finanziell so abzusichern, dass wir die Geburtshilfe in Bobingen erhalten und eine gute Grundlage für die Wiederinbetriebnahme der Geburtshilfe in Schwabmünchen schaffen können.“

Probleme sind damit nicht gelöst

Der Haken an der Erhöhung der geburtshilflichen Gebührenverordnung ist, dass der Betrag nicht reicht, um die zusätzlichen Kosten für die Haftpflichtversicherung zu decken. Darüber hinaus ist die Haftpflichtversicherung eine Fixprämie, während die Honorare pro Geburt erhöht wurden. Damit werden die Belegärzte kleinerer Krankenhäuser schlechter gestellt, denn für eine 24 Stunden-Versorgung sind in der Regel drei Gynäkologen erforderlich, egal, wie viele Kinder tatsächlich geboren werden.

In der Vergangenheit kamen in den Wertachkliniken im Jahr rund 700 bis 800 Kinder auf die Welt. Jeder Belegarzt führte also im Schnitt 133 Geburten pro Jahr durch, die er nun mit jeweils 214 Euro honoriert bekommen wird. Das ergibt rund 28.500 Euro pro Jahr und deckt nicht einmal annähernd die Versicherungsprämie.

Dass die Krankenhäuser nun, zumindest nach Auskunft des bayerischen Staatsministeriums für Justiz, im Einzelfall die Versicherungsprämie straffrei mittragen dürfen, verbessert die Situation der Belegärzte. Das ist aber für kleinere, regionale Krankenhäuser wie die Wertachklinken äußerst kostenintensiv.

Landkreis Augsburg unterstützt die Kliniken 

Aber Landrat Sailer steht zu seinem Wort: „Die Wertachkliniken sind ein wichtiger regionaler Versorger südlich von Augsburg und der Landkreis unterstützt den Erhalt der Geburtshilfestationen.“ Der Verwaltungsrat der Wertachklinken hat einstimmig beschlossen die Belegärzte zu unterstützen, damit sich die Chancen für eine Wiederinbetriebnahme der Geburtshilfe in Schwabmünchen erhöhen und die Geburtshilfe in Bobingen weiterhin aufrechterhalten werden kann.

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Probleme sind damit nicht gelöst

Der Haken an der Erhöhung der geburtshilflichen Gebührenverordnung ist, dass der Betrag nicht reicht, um die zusätzlichen Kosten für die Haftpflichtversicherung zu decken. Darüber hinaus ist die Haftpflichtversicherung eine Fixprämie, während die Honorare pro Geburt erhöht wurden. Damit werden die Belegärzte kleinerer Krankenhäuser schlechter gestellt, denn für eine 24 Stunden-Versorgung sind in der Regel drei Gynäkologen erforderlich, egal, wie viele Kinder tatsächlich geboren werden.

In der Vergangenheit kamen in den Wertachkliniken im Jahr rund 700 bis 800 Kinder auf die Welt. Jeder Belegarzt führte also im Schnitt 133 Geburten pro Jahr durch, die er nun mit jeweils 214 Euro honoriert bekommen wird. Das ergibt rund 28.500 Euro pro Jahr und deckt nicht einmal annähernd die Versicherungsprämie.

Dass die Krankenhäuser nun, zumindest nach Auskunft des bayerischen Staatsministeriums für Justiz, im Einzelfall die Versicherungsprämie straffrei mittragen dürfen, verbessert die Situation der Belegärzte. Das ist aber für kleinere, regionale Krankenhäuser wie die Wertachklinken äußerst kostenintensiv.

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