B4B SCHWABEN

GDL-Streik: Das sind die Alternativen für Augsburger Pendler

Augsburger Pendler können aufatmen: Vorerst kommen keine neuen Bahnstreiks auf sie zu. Foto: B4B SCHWABEN

Die Lokomotivführer, Lokrangierführer und Zugbegleiter der Deutschen Bahn (DB) befinden sich im Streik. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) forderte ihre Mitglieder erneut dazu auf, ihre Arbeit nieder zu legen: Für fünf beziehungsweise sechs Tage stehen Personen- und Güterverkehr still. Auch Augsburger Pendler müssen sich nun nach Alternativen umsehen.

von Iris Zeilnhofer, Online-Redaktion

Dass die Deutsche Bahn (DB) nicht immer pünktlich ist, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Doch die über die letzten Monate verteilten GDL-Streiks zerren zusätzlich an den Nerven der Bahnkunden. Reisende und Pendler stehen auch diese Woche wieder vor der Frage: Welche Alternativen gibt es zur Bahn? Denn ab Montag, den 4. Mai 2015 um 15 Uhr wird im DB-Güterverkehr und seit Dienstagmorgen um 2 Uhr im DB-Personenverkehr gestreikt. Lokomotivführer, Lokrangierführer und Zugbegleiter wurden von der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) zum Arbeitsstreik aufgerufen.

Verhandlungen zwischen GDL und DB verliefen ergebnislos

Nachdem das Spitzengespräch am 29. April 2015 erfolglos verlief, erhöht die GDL ihren Druck auf die DB. Mit einer erneuten Streikwelle setzt sie Güter- und Personenverkehr der Bahn außer Kraft. Bis Sonntag, den 10. Mai 2015, 9 Uhr sollen die Streiks andauern. Gefordert werden bessere Arbeitszeiten, mehr Geld und weniger Überstunden für das Zugpersonal. Die DB bietet daher vom 1. Juli 2015 an eine Entgelterhöhung um 3,2 Prozent und vom 1. Juli 2016 eine Steigerung um 1,5 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 1.000 Euro an. Kein akzeptables Angebot, wie die GDL findet.

GDL fürchtet Einflussverlust durch Tarifeinheitsgesetz

„Die DB hat tatsächlich das Ziel, diesen Tarifkonflikt noch so lange auf dem Rücken der Bahnkunden auszusitzen, damit sie in Zukunft mit ihrer Hausgewerkschaft EVG arbeitgeberfreundlichere und billigere Tarifverträge abschließen kann“, so GDL-Bundesvorsitzender Claus Weselsky. Die große Koalition plant, das Tarifeinheitsgesetz noch im Juli 2015 zu verabschieden. Dieses sieht vor, die Tariflandschaft zu vereinen und Arbeitsniederlegungen konkurrierender Gewerkschaften zu verhindern. Damit könnte die GDL gegenüber ihrer Konkurrenz-Gesellschaft, der EVG (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft), an Einfluss verlieren.

Pendler und Reisende auf Ersatz angewiesen

Dass die Streiks jedoch nicht nur das Zugpersonal betreffen, sondern auch Reisende, Berufspendler und Unternehmen, sorgt in der Öffentlichkeit für Unmut. In den bisherigen Arbeitskämpfen waren vor allem auch Pendler rund um Augsburg auf Ersatzverkehr und Alternativen angewiesen: Entweder auf den eigenen PKW, die Fernbusse – welche stark von den GDL-Streiks profitieren –, oder die Ersatzfahrzeuge der Deutschen Bahn. Denn Streiks sind kein Grund für ein Nichterscheinen am Arbeitsplatz. Stündlich verkehrt diese Woche vom Augsburger Hauptbahnhof aus der Regionalverkehr nach München. Auch die AVV unterstützt die Pendler: Die Online-Fahrplanauskunft des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbunds zeigt nur die Regionalzüge an, die während des Streiks tatsächlich fahren.

Auch Emilia Müller und Bertram Brossardt äußern sich kritisch

Bayerns Arbeitsministerin Emilia Müller äußerte sich kritisch zum Thema Streik: „Ein Arbeitskampf muss sich primär auf die strittigen Streikziele zwischen den Tarifparteien konzentrieren und darf nicht die Allgemeinheit in Mithaftung nehmen. Ein solches Schlichtungsverfahren steht auch im Einklang mit der vom Grundgesetz geschützten Koalitionsfreiheit. Denn Streiks bleiben als wirkungsvolles Druckmittel der Arbeitnehmer und ihrer Gewerkschaften weiterhin möglich, aber eben nur als ‚ultima ratio‘.“ Auch vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt kritisiert die aktuellen Geschehnisse rund um den Zugverkehr: „Ausufernde Streiks bei zentralen Verkehrsträgern haben bei Kunden und Investoren Zweifel an der Zuverlässigkeit der deutschen Infrastruktur aufkommen lassen. Das schadet unserem Wirtschaftsstandort massiv und muss aufhören. Jetzt müssen dringend Lösungen am Verhandlungstisch gefunden werden.“

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von Iris Zeilnhofer, Online-Redaktion

Dass die Deutsche Bahn (DB) nicht immer pünktlich ist, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Doch die über die letzten Monate verteilten GDL-Streiks zerren zusätzlich an den Nerven der Bahnkunden. Reisende und Pendler stehen auch diese Woche wieder vor der Frage: Welche Alternativen gibt es zur Bahn? Denn ab Montag, den 4. Mai 2015 um 15 Uhr wird im DB-Güterverkehr und seit Dienstagmorgen um 2 Uhr im DB-Personenverkehr gestreikt. Lokomotivführer, Lokrangierführer und Zugbegleiter wurden von der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) zum Arbeitsstreik aufgerufen.

Verhandlungen zwischen GDL und DB verliefen ergebnislos

Nachdem das Spitzengespräch am 29. April 2015 erfolglos verlief, erhöht die GDL ihren Druck auf die DB. Mit einer erneuten Streikwelle setzt sie Güter- und Personenverkehr der Bahn außer Kraft. Bis Sonntag, den 10. Mai 2015, 9 Uhr sollen die Streiks andauern. Gefordert werden bessere Arbeitszeiten, mehr Geld und weniger Überstunden für das Zugpersonal. Die DB bietet daher vom 1. Juli 2015 an eine Entgelterhöhung um 3,2 Prozent und vom 1. Juli 2016 eine Steigerung um 1,5 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 1.000 Euro an. Kein akzeptables Angebot, wie die GDL findet.

GDL fürchtet Einflussverlust durch Tarifeinheitsgesetz

„Die DB hat tatsächlich das Ziel, diesen Tarifkonflikt noch so lange auf dem Rücken der Bahnkunden auszusitzen, damit sie in Zukunft mit ihrer Hausgewerkschaft EVG arbeitgeberfreundlichere und billigere Tarifverträge abschließen kann“, so GDL-Bundesvorsitzender Claus Weselsky. Die große Koalition plant, das Tarifeinheitsgesetz noch im Juli 2015 zu verabschieden. Dieses sieht vor, die Tariflandschaft zu vereinen und Arbeitsniederlegungen konkurrierender Gewerkschaften zu verhindern. Damit könnte die GDL gegenüber ihrer Konkurrenz-Gesellschaft, der EVG (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft), an Einfluss verlieren.

Pendler und Reisende auf Ersatz angewiesen

Dass die Streiks jedoch nicht nur das Zugpersonal betreffen, sondern auch Reisende, Berufspendler und Unternehmen, sorgt in der Öffentlichkeit für Unmut. In den bisherigen Arbeitskämpfen waren vor allem auch Pendler rund um Augsburg auf Ersatzverkehr und Alternativen angewiesen: Entweder auf den eigenen PKW, die Fernbusse – welche stark von den GDL-Streiks profitieren –, oder die Ersatzfahrzeuge der Deutschen Bahn. Denn Streiks sind kein Grund für ein Nichterscheinen am Arbeitsplatz. Stündlich verkehrt diese Woche vom Augsburger Hauptbahnhof aus der Regionalverkehr nach München. Auch die AVV unterstützt die Pendler: Die Online-Fahrplanauskunft des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbunds zeigt nur die Regionalzüge an, die während des Streiks tatsächlich fahren.

Auch Emilia Müller und Bertram Brossardt äußern sich kritisch

Bayerns Arbeitsministerin Emilia Müller äußerte sich kritisch zum Thema Streik: „Ein Arbeitskampf muss sich primär auf die strittigen Streikziele zwischen den Tarifparteien konzentrieren und darf nicht die Allgemeinheit in Mithaftung nehmen. Ein solches Schlichtungsverfahren steht auch im Einklang mit der vom Grundgesetz geschützten Koalitionsfreiheit. Denn Streiks bleiben als wirkungsvolles Druckmittel der Arbeitnehmer und ihrer Gewerkschaften weiterhin möglich, aber eben nur als ‚ultima ratio‘.“ Auch vbw-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt kritisiert die aktuellen Geschehnisse rund um den Zugverkehr: „Ausufernde Streiks bei zentralen Verkehrsträgern haben bei Kunden und Investoren Zweifel an der Zuverlässigkeit der deutschen Infrastruktur aufkommen lassen. Das schadet unserem Wirtschaftsstandort massiv und muss aufhören. Jetzt müssen dringend Lösungen am Verhandlungstisch gefunden werden.“

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