
Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.
Für den Augsburger Standort des französischen Autozulieferers Forvia gibt es eine Lösung: Das Rüstungsunternehmen General Dynamics European Land Systems (GDELS) mit Hauptsitz in Spanien übernimmt den Standort. In den kommenden neun Monaten sollen die Mitarbeitenden auf die Anforderungen der Rüstungsindustrie vorbereitet werden. In dem Werk in Augsburg findet dann künftig eine rein militärische Produktion statt. Allerdings müssen die Behörden die Übernahme noch genehmigen.
Nachdem im Dezember bekannt geworden war, dass Forvia am Standort Augsburg Stellen abbaut, war zuletzt unklar, ob der Standort überhaupt weiter bestehen kann. Der im Dezember angekündigte Abbau von 116 von 500 Stellen wird laut IG Metall fortgesetzt.
Der Standort soll mit einem Großteil der Belegschaft weitergeführt werden. Der Rüstungskonzern GDELS hat auf Anfrage mitgeteilt, dass allen Mitarbeitenden angeboten wird, entweder zu GDELS zu wechseln oder anderweitig in der Forvia-Gruppe übernommen zu werden. Laut Forvia werden rund 300 der Beschäftigten an GDELS übertragen. Die IG Metall zeigt sich erleichtert über den Verkauf des Forvia-Standorts. „Das ist ein riesen Befreiungsschlag für den Standort Augsburg“, teilte die Gewerkschaft auf Anfrage mit.
Jean-Pierre Schmitt, Senior Vice President Europe Division, Forvia Clean Mobility, bezeichnet die Vereinbarung zwischen den Unternehmen als nachhaltige Perspektive für den Standort Augsburg. „Sie sichert die bestehenden Arbeitsplätze und eröffnet zugleich die Möglichkeit, den Standort schrittweise für zukünftige Aktivitäten im Verteidigungsbereich weiterzuentwickeln.“
GDELS will den Standort in Augsburg zu seinem größten Fahrzeugwerk in Deutschland und zum Kompetenzzentrum für das leichte taktische Fahrzeug „Eagle“ der Bundeswehr ausbauen. Das militärische Fahrzeug ist für Einsätze auf der Straße und im Gelände geeignet.
GDELS will die Kompetenzen des Standorts Augsburg in Fahrzeugtechnologie und Schweißtechnik nutzen. Dazu zählen auch die Entwicklung und Fertigung anspruchsvoller und spezialisierter Kleinserien. Der Standort in Augsburg war bei Forvia Teil der Sparte Clean Mobility und hat Abgasanlagen für Pkw und Nutzfahrzeuge hergestellt.
Der Standort Augsburg hat für GDELS nach eigenen Angaben eine strategisch günstige Lage: Die Nähe zu den ebenfalls neuen Standorten in Immenstaad am Bodensee und in Oberpfaffenhofen. Das neue Werk in Immenstaad soll Ende 2026 fertig sein.
Auch die Infrastrukturanbindung, das vorhandene Branchen-Cluster in der Region und die Unterstützung von Kommunal- und Landespolitik haben laut GDELS für die Übernahme des Standorts Augsburg gesprochen. Laut Guiseppe Chillari, Vice President bei GDELS ist das Werk in Augsburg „ein weiterer Schritt in der Hinwendung zu unserem deutschen Kunden“. Zudem sei die Übernahme eine Verpflichtung zu nachhaltigem Wachstum gegenüber den Mitarbeitenden, der Stadt und Bayern.
Dass sich Forvia von seinem Standort Augsburg trennt, ist nach eigenen Angaben Teil der Strategie, sich an die veränderten Marktbedingungen anzupassen. Im Rahmen des im Dezember angekündigten Stellenabbaus hatte Forvia erklärt, dass der Wandel der Automobilindustrie und das Verbrenner-Aus der EU dem Unternehmen zu schaffen mache. Das Verbrenner-Aus ab 2035 zwinge „die gesamte Branche dazu, ihre Strukturen und Kosten grundlegend neu auszurichten“.
Zudem führte Forvia an, dass in Europa seit 2019 immer weniger Fahrzeuge produziert werden. Von 21 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2019 sei die Zahl auf weniger als 16 Millionen im Jahr 2024 gesunken.