Stadt Augsburg

„Fahrradstadt 2020“: Augsburgs Bürger reden mit

Baureferent Gerd Merkle ist überzeugt: Augsburg hat das Zeug zur Fahrradstadt. Foto: B4B SCHWABEN

Augsburg soll fahrradfreundlicher werden: Am 4. Juli starten die Aktionswochen mit dem Ziel, die Ausburger noch stärker für das Radfahren zu begeistern. Passend dazu stellte Baureferent Gerd Merkle jetzt die Pläne der Stadt Augsburg vor. Denn die Fuggerstadt hat sich viel vorgenommen: Bis 2020 soll hier ein Viertel aller Fahrten mit dem Fahrrad bewältigt werden. Dabei setzt die Stadt Augsburg für das Gelingen des Projekts „Fahrradstadt 2020“ vor allem auf Kommunikation.

von Rebecca Weingarten, Online-Redaktion

Augsburg will fahrradfreundlicher zu werden: In der Zeit vom 4. bis 24. Juni 2015 finden dazu zahlreiche Aktionen in der Innenstadt statt. Augsburgs Baureferent Gerd Merkle informierte in diesem Rahmen auch über weitere Pläne des Projekts „Fahrradstadt 2020“. Das Konzept basiert auf vier Säulen: Infrastruktur, Service, Information und Kommunikation. Dabei liegt der Fokus vor allem auf dem letzen Punkt. „Unser Ziel ist es, den Respekt gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern zu stärken. Das gilt sowohl für Autofahrer als auch für Fußgänger und Radfahrer“, erklärte Merkle, „wir wollen dies nicht nur mithilfe von Gesetzen, der Polizei und dem Ordnungsamt tun. Die Aktionstage und Marketingmaßnahmen zielen darauf ab, das gegenseitige Verständnis füreinander zu wecken.“

Bis 2020 soll ein Viertel aller Fahrten mit dem Rad durchgeführt werden

Die Ziele sind hoch gesteckt, doch laut Merkle erreichbar: Bis 2020 sollen in Augsburg 25 Prozent aller erforderlichen Fahrten mit dem Fahrrad bewältigt werden. Dies entspricht einer Steigerung um 8 Prozent. Die anderen drei Viertel sollen zu gleichen Teilen zu Fuß, mit dem öffentlichen Personennahverkehr und dem Auto zurückgelegt werden. Die Stadt will so im alltäglichen städtischen Verkehr für ein Gleichgewicht sorgen.

Neue Fahrradstadtpläne jetzt kostenfrei erhältlich

Wilfried Matzke, Leiter des Geodatenamtes, präsentierte in diesem Zuge die in einer Neuauflage erschienenen Fahrradstadtpläne. Die Pläne für die Innenstadt sind kostenlos und werden künftig unter anderem in Bürgerinformationen und bei teilnehmenden Fahrradhändlern ausliegen. Außerdem gibt es die Fahrradstadtpläne in digitaler Form: Hier sind verschiedene Ansichtsweisen auswählbar. Gleichzeitig wird die komplette Radinfrastruktur – beispielsweise Fahrradhändler – aufgezeigt. Den digitalen Fahrradplan gibt es auch als App.

Neue Medienpräsenz der „Fahrradstadt 2020“ setzt auf Kommunikation

Auf der Internetseite von projekt augsburg city gibt es ab sofort zur Fahrradstadt auch ein eigenes Subportal. Ekkehard Schmölz, Leider des Medien- und Kommunikationsamts, stellte die neue Webpräsenz der Fahrradstatt vor: „ Wir verstehen Fahrradfahren als Teil der inhaltlichen Gesamtkommunikation der Stadt Augsburg.“ Auch die Augsburger Händler beteiligen sich mit Sonderaktionen an der Marketingkampagne. Dazu gehören auch die 500 Fahrradtaschen mit Überraschungen für die Teilnehmer. Die Taschen werden im Rahmen der Aktionstage vom 4. bis 24. Juli ausgeteilt.

Radwege werden stellenweise bis zu 3,5 Meter breit

Für die kommenden Jahre sind verschiedene Baumaßnahmen geplant, um Augsburg fahrradfreundlicher zu machen. Damit will die Stadt auch auf die veränderten Anforderungen eingehen. E-Bikes erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, gleichzeitig werden Fahrräder gerne als Transportmittel genutzt. „Fahrräder brauchen immer mehr Platz. Radfahrer sind mit Anhängern oder ihren Kindern unterwegs, transportieren Einkäufe. Auch zum Überholen reichen viele Radwege heute nicht aus“, erklärte Merkle. Deshalb will die Stadt Radwege ausbauen. Diese sollen künftig bis zu 3,5 Meter breit sein. „Dies ist selbstverständlich nicht überall möglich. In einer historisch gewachsenen Stadt wie Augsburg gibt es räumliche Rahmenbedingungen“, betonte Merkle. Außerdem plant die Stadt Augsburg die Errichtung einer Radstation im Fuggerstadtcenter. Hier sollen bald bis zu 400 Fahrräder untergestellt werden können.

Neue Radwege machen die Stadt sicherer

Zu den geplanten Baumaßnahmen gehört auch die Unterquerung der Luitpoldbrücke. Mit den Arbeiten hier wird 2015 begonnen, 2016 soll die Unterquerung fertiggestellt werden. Mit Kosten von rund 200.000 Euro wird die Maßnahme hier deutliche günstiger als ursprünglich geschätzt: Zunächst ging man davon aus, dass die Unterquerung circa 300.000 Euro kosten würde. Außerdem sollen an kritischen Stellen neue Radwege gebaut werden. Dazu gehört der Radweg entlang der Holzbachstraße. Hier geschehen immer wieder Unfälle, weil die Tankstellenausfahrt sich mit gegenläufigem Radverkehr überschneidet. Diese Problematik wurde von Bürgern an die Stadt Augsburg herangetragen. Mittlerweile sind Stadt und Freistaat dabei, geeignete Lösungen für die Situation zu suchen. Merkle betonte hier ausdrücklich, wie wichtig die Kommunikation und das Mitreden der Bürger für das Gelingen der Vision „Fahrradstadt 2020“ seien.

Aktionstage sollen Begeisterung fürs Radfahren stärken

Im Fokus des Pressegesprächs stand auch der Fahrrad-Erlebnistag zum Auftakt des Stadtradelns am Samstag, den 4. Juli, auf dem Rathausplatz. Thomas Hertha, Radverkehrsbeauftragter der Stadt Augsburg, erläuterte die bundesweite Aktion. Gemeinsam mit Thomas Hecht, Sprecher des Agenda-Forums Verkehr, ging Hertha insbesondere auf die geplanten Aktionen in Augsburg ein. Ziel der Aktionstage ist es, die Begeisterung der Augsburger für das Fahrradfahren zu stärken. Mit Musik, Shows, Wettbewerben sowie verschiedenen Parcours und Infoständen soll dies erreicht werden. Am kommenden Samstag werden zum Auftakt des Stadtradelns unter anderem Bürgermeisterin Eva Weber, Baureferent Gerd Merkle sowie Umweltreferent Rainer Erben vor Ort sein.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
Stadt Augsburg

„Fahrradstadt 2020“: Augsburgs Bürger reden mit

Baureferent Gerd Merkle ist überzeugt: Augsburg hat das Zeug zur Fahrradstadt. Foto: B4B SCHWABEN

Augsburg soll fahrradfreundlicher werden: Am 4. Juli starten die Aktionswochen mit dem Ziel, die Ausburger noch stärker für das Radfahren zu begeistern. Passend dazu stellte Baureferent Gerd Merkle jetzt die Pläne der Stadt Augsburg vor. Denn die Fuggerstadt hat sich viel vorgenommen: Bis 2020 soll hier ein Viertel aller Fahrten mit dem Fahrrad bewältigt werden. Dabei setzt die Stadt Augsburg für das Gelingen des Projekts „Fahrradstadt 2020“ vor allem auf Kommunikation.

von Rebecca Weingarten, Online-Redaktion

Augsburg will fahrradfreundlicher zu werden: In der Zeit vom 4. bis 24. Juni 2015 finden dazu zahlreiche Aktionen in der Innenstadt statt. Augsburgs Baureferent Gerd Merkle informierte in diesem Rahmen auch über weitere Pläne des Projekts „Fahrradstadt 2020“. Das Konzept basiert auf vier Säulen: Infrastruktur, Service, Information und Kommunikation. Dabei liegt der Fokus vor allem auf dem letzen Punkt. „Unser Ziel ist es, den Respekt gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern zu stärken. Das gilt sowohl für Autofahrer als auch für Fußgänger und Radfahrer“, erklärte Merkle, „wir wollen dies nicht nur mithilfe von Gesetzen, der Polizei und dem Ordnungsamt tun. Die Aktionstage und Marketingmaßnahmen zielen darauf ab, das gegenseitige Verständnis füreinander zu wecken.“

Bis 2020 soll ein Viertel aller Fahrten mit dem Rad durchgeführt werden

Die Ziele sind hoch gesteckt, doch laut Merkle erreichbar: Bis 2020 sollen in Augsburg 25 Prozent aller erforderlichen Fahrten mit dem Fahrrad bewältigt werden. Dies entspricht einer Steigerung um 8 Prozent. Die anderen drei Viertel sollen zu gleichen Teilen zu Fuß, mit dem öffentlichen Personennahverkehr und dem Auto zurückgelegt werden. Die Stadt will so im alltäglichen städtischen Verkehr für ein Gleichgewicht sorgen.

Neue Fahrradstadtpläne jetzt kostenfrei erhältlich

Wilfried Matzke, Leiter des Geodatenamtes, präsentierte in diesem Zuge die in einer Neuauflage erschienenen Fahrradstadtpläne. Die Pläne für die Innenstadt sind kostenlos und werden künftig unter anderem in Bürgerinformationen und bei teilnehmenden Fahrradhändlern ausliegen. Außerdem gibt es die Fahrradstadtpläne in digitaler Form: Hier sind verschiedene Ansichtsweisen auswählbar. Gleichzeitig wird die komplette Radinfrastruktur – beispielsweise Fahrradhändler – aufgezeigt. Den digitalen Fahrradplan gibt es auch als App.

Neue Medienpräsenz der „Fahrradstadt 2020“ setzt auf Kommunikation

Auf der Internetseite von projekt augsburg city gibt es ab sofort zur Fahrradstadt auch ein eigenes Subportal. Ekkehard Schmölz, Leider des Medien- und Kommunikationsamts, stellte die neue Webpräsenz der Fahrradstatt vor: „ Wir verstehen Fahrradfahren als Teil der inhaltlichen Gesamtkommunikation der Stadt Augsburg.“ Auch die Augsburger Händler beteiligen sich mit Sonderaktionen an der Marketingkampagne. Dazu gehören auch die 500 Fahrradtaschen mit Überraschungen für die Teilnehmer. Die Taschen werden im Rahmen der Aktionstage vom 4. bis 24. Juli ausgeteilt.

Radwege werden stellenweise bis zu 3,5 Meter breit

Für die kommenden Jahre sind verschiedene Baumaßnahmen geplant, um Augsburg fahrradfreundlicher zu machen. Damit will die Stadt auch auf die veränderten Anforderungen eingehen. E-Bikes erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, gleichzeitig werden Fahrräder gerne als Transportmittel genutzt. „Fahrräder brauchen immer mehr Platz. Radfahrer sind mit Anhängern oder ihren Kindern unterwegs, transportieren Einkäufe. Auch zum Überholen reichen viele Radwege heute nicht aus“, erklärte Merkle. Deshalb will die Stadt Radwege ausbauen. Diese sollen künftig bis zu 3,5 Meter breit sein. „Dies ist selbstverständlich nicht überall möglich. In einer historisch gewachsenen Stadt wie Augsburg gibt es räumliche Rahmenbedingungen“, betonte Merkle. Außerdem plant die Stadt Augsburg die Errichtung einer Radstation im Fuggerstadtcenter. Hier sollen bald bis zu 400 Fahrräder untergestellt werden können.

Neue Radwege machen die Stadt sicherer

Zu den geplanten Baumaßnahmen gehört auch die Unterquerung der Luitpoldbrücke. Mit den Arbeiten hier wird 2015 begonnen, 2016 soll die Unterquerung fertiggestellt werden. Mit Kosten von rund 200.000 Euro wird die Maßnahme hier deutliche günstiger als ursprünglich geschätzt: Zunächst ging man davon aus, dass die Unterquerung circa 300.000 Euro kosten würde. Außerdem sollen an kritischen Stellen neue Radwege gebaut werden. Dazu gehört der Radweg entlang der Holzbachstraße. Hier geschehen immer wieder Unfälle, weil die Tankstellenausfahrt sich mit gegenläufigem Radverkehr überschneidet. Diese Problematik wurde von Bürgern an die Stadt Augsburg herangetragen. Mittlerweile sind Stadt und Freistaat dabei, geeignete Lösungen für die Situation zu suchen. Merkle betonte hier ausdrücklich, wie wichtig die Kommunikation und das Mitreden der Bürger für das Gelingen der Vision „Fahrradstadt 2020“ seien.

Aktionstage sollen Begeisterung fürs Radfahren stärken

Im Fokus des Pressegesprächs stand auch der Fahrrad-Erlebnistag zum Auftakt des Stadtradelns am Samstag, den 4. Juli, auf dem Rathausplatz. Thomas Hertha, Radverkehrsbeauftragter der Stadt Augsburg, erläuterte die bundesweite Aktion. Gemeinsam mit Thomas Hecht, Sprecher des Agenda-Forums Verkehr, ging Hertha insbesondere auf die geplanten Aktionen in Augsburg ein. Ziel der Aktionstage ist es, die Begeisterung der Augsburger für das Fahrradfahren zu stärken. Mit Musik, Shows, Wettbewerben sowie verschiedenen Parcours und Infoständen soll dies erreicht werden. Am kommenden Samstag werden zum Auftakt des Stadtradelns unter anderem Bürgermeisterin Eva Weber, Baureferent Gerd Merkle sowie Umweltreferent Rainer Erben vor Ort sein.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben