Bevölkerungswachstum

Fachkräftemangel: Mehr Geburten in Augsburg, zu wenig Hebammen

Symbolbild. Mehr Geburten in Augsburg. Foto: Katrin Schindler  / pixelio.de
In der Fuggerstadt werden mehr Kinder geboren. Gleichzeitig bleibt die Zahl der Hebammen konstant. Ein gefährlicher Trend.

Seit 2010 gibt es immer mehr Neugeborene in Augsburg. Das zeigen die Zahlen des Ministeriums, erklärt SPD-Landtagsabgeordnete Simone Strohmayr. Bis 2016 steig die Zahl der Geburten von 4.110 auf 5.553. Weniger positiv fällt jedoch die Entwicklung bei den Hebammen aus. Ihre Zahl hat sich im gleichen Zeitraum in Augsburg nicht verändert: 73.

„Das ist keine gute Situation“

„Die Bevölkerung wächst, bundesweit, in Bayern und in Augsburg, das ist eine positive Entwicklung“, kommentiert Strohmayr. Augsburg entspreche hier dem bayerischen (105.251 zu 125.689) und dem schwabenweitem (14.694 zu 18. 241) Trend, sowie der allgemeine demografischen Entwicklung in Deutschland. Anders sieht es aber bei den Hebammen aus. Zum Vergleich: In Bayern ist ihre Zahl kontinuierlich von 2.403 auf 2.980 angestiegen. „Wir haben also mehr Geburten in Augsburg, aber weniger Helferinnen. Das ist keine gute Situation. Jede Frau – und ihr Kind – haben das Recht auf eine optimale Versorgung. Dass die Hebammen in Relation zur Zahl der Geburten weniger werden, kann nicht sein“, so Strohmayr.

1.000 Euro Bonus für Hebammen

„Wir können davon ausgehen, dass all diese Entwicklungen sich ebenfalls nicht positiv auf den Berufsstand der Hebammen auswirken“, resümiert die Abgeordnete. So muss auch die aktuelle Anfrage einräumen, dass „die Schülerzahlen zwar seit Jahren stabil sind“, aber die Bewerberzahlen auf die vorhandenen Schulplätze seit einigen Jahren stetig abnehmen würden. Laut Staatsregierung soll ab Oktober 2018 ein Bonus an freiberufliche Hebammen in Höhe von 1.000 Euro pro Jahr ausgezahlt werden. Die Prämie soll sie unterstützen und ein Signal der Anerkennung sein.

Strohmayr: Werden deutlich nachbessern müssen

Inwieweit die Hebammen allerdings vom Förderprogramm Geburtshilfe profitieren, ist noch unklar. Es kommt wohl auf die jeweiligen Konzeptionen der Landkreise und kreisfreien Städte an. Ob all dies hilft, die Hebammen und Entbindungspfleger besser zu stellen, bezweifelt Simone Strohmayr. „Da werden wir noch deutlich nachbessern und genau hinschauen müssen.“

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„Wir können davon ausgehen, dass all diese Entwicklungen sich ebenfalls nicht positiv auf den Berufsstand der Hebammen auswirken“, resümiert die Abgeordnete. So muss auch die aktuelle Anfrage einräumen, dass „die Schülerzahlen zwar seit Jahren stabil sind“, aber die Bewerberzahlen auf die vorhandenen Schulplätze seit einigen Jahren stetig abnehmen würden. Laut Staatsregierung soll ab Oktober 2018 ein Bonus an freiberufliche Hebammen in Höhe von 1.000 Euro pro Jahr ausgezahlt werden. Die Prämie soll sie unterstützen und ein Signal der Anerkennung sein.

Strohmayr: Werden deutlich nachbessern müssen

Inwieweit die Hebammen allerdings vom Förderprogramm Geburtshilfe profitieren, ist noch unklar. Es kommt wohl auf die jeweiligen Konzeptionen der Landkreise und kreisfreien Städte an. Ob all dies hilft, die Hebammen und Entbindungspfleger besser zu stellen, bezweifelt Simone Strohmayr. „Da werden wir noch deutlich nachbessern und genau hinschauen müssen.“

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