Nach Klage gegen Augsburger Marktsonntage

Eva Weber: „Der Handel steht vor massiven Herausforderungen“

Blick auf den Einzelhandel in der Philippine-Welser-Straße in Augsburg. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Gegen die Marktsonntage in Augsburg wurde Klage eingereicht. Doch wie wichtig sind diese Veranstaltungen für den stationären Handel überhaupt? Wir haben nachgefragt.

Die „Sonntagsallianz“ will die Marktsonntage in Augsburg kippen. Bei der Allianz handelt es sich um einen Zusammenschluss kirchlicher Arbeitnehmer-Vertreter und der Gewerkschaft ver.di. Ziel der Klage ist es, den Sonntag als Ruhetag  zu erhalten. Veranstalter der Augsburger Marktsonntage ist die City Initiative Augsburg (CIA). Geschäftsführer Heinz Stinglwagner hat die Klage zur Kenntnis genommen. Er will nun abwarten, wie sich die Gerichte damit befassen.

Marktsonntage rechtlich schwierig durchzusetzen

Warum die Klage gerade jetzt kommt, ist für Heinz Stinglwagner von der CIA nicht nachvollziehbar: „Da die Marktsonntag in Bayern seit vielen Jahren klar geregelt sind, verstehe ich nicht, warum jetzt plötzlich eine Gefährdung der Sonntagsruhe ausgemacht wird. Die Teilnahme an dem Marktsonntag ist stets freiwillig, niemand wird dazu gezwungen. Tarifliche Arbeitsverträge sehen zudem für die Angestellten Sonntagszuschläge oder Freizeit-Ausgleich vor. Das haben gerade die Gewerkschaften ja so erwirkt.“

„Unsere Gesellschaft braucht auch konsumfreie Tage“

Eine grundsätzliche Bedrohung des Sonntags als Ruhetag sieht auch Eva Weber, Augsburgs Zweite Bürgermeisterin, Wirtschafts- und Finanzreferentin, nicht. Schließlich darf der Marktsonntag an höchstens vier Sonn- und Feiertagen im Jahr stattfinden und ist zudem an Auflagen gebunden. „Ich meine, dass der Gesetzgeber damit einen guten Mittelweg zwischen den verschiedenen Interessen gefunden hat. Von einer weiteren Ausweitung, wie sie ja auch von manchen gefordert wird, halte ich persönlich aber nichts. Unsere Gesellschaft braucht auch konsumfreie Tage“, so Weber.

Veraltete Regelungen?

Bisher sind die Marktsonntage an spezielle Anlässe gebunden und rechtlich immer schwieriger durchzusetzen. Würden die bestehenden Regeln gelockert, könnte sich eine Terminüberschneidung mit anderen Kommunen leichter vermeiden lassen. „Die Kommunen sollten frei und individuell entscheiden können, wann sie die Marktsonntage ansetzen“, findet Heinz Stinglwagner.

Symbolbild:Gerade an den Shopping-Sonntagen zieht es viele Besucher in die Augsburger Innnestadt. Foto: CIA

Wachsende Konkurrenz für den stationären Handel

Doch wie wichtig sind die Marktsonntage für den Einzelhandel in Augsburg überhaupt? „Der Handel steht vor massiven Herausforderungen“, so Bürgermeisterin Eva Weber. Grund dafür sind vor allem der Zuwachs im Online-Handel und das veränderte Konsum-Verhalten der Kunden. „Online kann zu jeder Tages- und Nachtzeit, an jedem Tag, auch Sonn- und Feiertagen eingekauft werden“, ergänzt Heinz Stinglwagner.

Marktsonntage sollen stationären Handel stärken

„Viele Einzelhändler bestätigen, dass der verkaufsoffene Sonntag und das Erlebnis in der Innenstadt gerade im Hinblick auf die Entwicklung im online-Bereich noch wichtiger wird – nicht nur als Wirtschaftsfaktor, sondern vielmehr als zusätzlicher Image- und Erlebnisfaktor, sowohl für den Handel, als auch für die Innenstädte“, sagt Eva Weber.

Erweitertes Einzugsgebiet für Einzelhändler

Laut Bürgermeisterin Eva Weber haben verkaufsoffene Sonntage, Veranstaltungen und Märkte aber noch eine weitere wichtige Funktion. Denn sie locken vor allem auch Besucher aus dem Umland nach Augsburg: „Die Marktsonntage sind eine zusätzliche Einladung an die Stadtbevölkerung und Bewohner aus der Region, die Innenstadt oder auch die jeweiligen Stadtteile als Treffpunkt, Freizeitort, Kulturraum, Marktplatz und Kommunikationsort zu erleben.“

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Symbolbild:Gerade an den Shopping-Sonntagen zieht es viele Besucher in die Augsburger Innnestadt. Foto: CIA

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