Fraunhofer-Einrichtung für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV

Erste Fraunhofer-Einrichtung IGCV in Augsburg gegründet

Zum 1. Juli 2016 erhält Augsburg eine erste Fraunhofer-Einrichtung. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Der Freistaat fördert das Fraunhofer IGCV mit 10 Millionen Euro. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Prof. Dr.-Ing. Klaus Drechsler mit Wirtschaftsministerin Ilse Aigner. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Zum 1. Juli 2016 erhält Augsburg eine erste Fraunhofer-Einrichtung. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Zum 1. Juli 2016 eröffnet die erste Fraunhofer-Einrichtung für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV in Augsburg. Hier werden Forschung und Entwicklung in den Bereichen Leichtbau-Technologien, Faserverbund-Werkstoffe und intelligente automatisierte Fertigung gebündelt. Damit entsteht in Augsburg ein weiterer Grundstein für künftige Innovationen.

von Rebecca Weingarten, Online-Redaktion

Prof. Dr.-Ing. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, betonte ausdrücklich: „Diese Neugründung ist alles andere als selbstverständlich.“ Das liegt auch daran, dass zahlreiche Parteien – darunter alle Bundesländer – mitbestimmen dürfen, ob an einem bestimmten Standort eine neue Fraunhofer-Einrichtung entsteht oder nicht. „Dies ist kein Selbstläufer, weder wissenschaftlich noch wirtschaftlich-politisch“, so Prof. Neugebauer.

Austausch von Wissenschaft generiert Wettbewerbsvorteile

„Die Kernfrage, um die es bei der Gründung einer solchen Einrichtung immer geht, ist: Hat sie Relevanz? In Augsburg haben wir hier großen Zuspruch erhalten, sowohl von großen Playern als auch vom Mittelstand. Der wirtschaftliche Bedarf für diese Einrichtung ist gegeben, der Erfolg setzt die notwendige Dynamik in Gang, der Standort wird attraktiver. Viele Parteien aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft haben zusammengespielt und diese Gründung so möglich gemacht“, zeigte sich Prof. Neugebauer begeistert. Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner erklärte: „Wir sprechen zu recht sehr viel von Digitalisierung, aber wir brauchen auch die Produktion. Um diese zu fördern, unterstützt der Freistaat ganz bewusst auch die außeruniversitäre Erkenntnis-Gewinnung. Diese soll aber nicht im Elfenbein-Turm verkommen, sondern dabei helfen, die Wirtschaft zu stärken.“

Hoher Anteil der Produktion: Alleinstellungsmerkmal für die Region

Augsburgs Zweite Bürgermeisterin und Wirtschaftsreferentin Eva Weber erklärte: „Augsburg ist von alters her wichtig für das produzierende Gewerbe. In den vergangenen Jahren hat sich die Region zu einem weltweiten Spitzenstandort für Produktion und Innovation entwickelt.“ „Der Anteil der Produktion an Bayerns Wirtschaft beträgt 40 Prozent, deutlich mehr als in anderen Bundesländern. Durch zahlreiche Schritte – die Gründung des Mechatronik-Clusters, der Ausbau der Technologie-Achse Süd, die Eröffnung des Augsburg Innovationsparks, der Gründung der Fraunhofer-Einrichtung IGCV und vielen weiteren Meilensteinen – wird Augsburg immer sichtbarer auf der Landkarte“, so Dr. Andreas Kopton, Präsident der IHK Schwaben.

Produzierendes Gewerbe in der Wirtschaftsregion Augsburg profitiert

Ab dem 1. Juli 2016 steht die Fraunhofer-Einrichtung unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Klaus Drechsler, Prof. Dr.-Ing. Gunther Reinhart und Prof. Dr.-Ing. Wolfram Volk. Sie sehen den vertieften Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft als große Chance für die Region. Dem schloss sich auch Prof. Dr. Thomas Hofmann, Vizepräsident für Forschung und Innovation der Technischen Universität München, an: „Gemeinsam setzen wir neue Maßstäbe in der Wissenschaft und industriellen Anwendung.“

Hauptsitz der Forschungs-Einrichtung befindet sich in Augsburg

Das Fraunhofer IGCV geht aus den beiden Fraunhofer-Projektgruppen Ressourceneffiziente Mechatronische Verarbeitungsmaschinen RMV und Funktionsintegrierter Leichtbau FIL hervor. Der Freistaat hat den Aufbau dieser beiden Projektgruppen mit rund 43,5 Millionen Euro gefördert. Bisher sind die Augsburger Standorte auf dem Augsburg Innovationspark und den Martini-Park aufgeteilt. Künftig soll alles im Augsburg Innovationspark gebündelt werden. In Garching wird zudem eine dritte Abteilung für Gießereitechnik aus dem Lehrstuhl für Umformtechnik und Gießereiwesen utg der Technischen Universität München (TUM) aufgebaut. Das Fraunhofer IGCV beschäftigt zu Beginn circa 100 Mitarbeiter. Ihre Anzahl soll bis 2021 auf rund 160 Beschäftigte wachsen.

Automobil-, Luftfahrzeug- sowie den Maschinen- und Anlagenbau  profitieren

Durch die Kombination von Metall- und Faserverbundwerkstoffen kann das Potential des Leichtbaus verstärkt genutzt werden. Dabei werden der Leichtmetall-Guss und die Faserverbund-Bauweise komplementär eingesetzt. Die Einbindung digitaler Kompetenzen ist ein weiterer wichtiger Baustein hin zu einer wettbewerbsfähigen Produktion. Diese interdisziplinäre Forschung wird besonders im Automobil-, Luftfahrzeug- sowie im Maschinen- und Anlagenbau genutzt.

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Prof. Dr.-Ing. Klaus Drechsler mit Wirtschaftsministerin Ilse Aigner. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Zum 1. Juli 2016 erhält Augsburg eine erste Fraunhofer-Einrichtung. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Zum 1. Juli 2016 eröffnet die erste Fraunhofer-Einrichtung für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik IGCV in Augsburg. Hier werden Forschung und Entwicklung in den Bereichen Leichtbau-Technologien, Faserverbund-Werkstoffe und intelligente automatisierte Fertigung gebündelt. Damit entsteht in Augsburg ein weiterer Grundstein für künftige Innovationen.

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Austausch von Wissenschaft generiert Wettbewerbsvorteile

„Die Kernfrage, um die es bei der Gründung einer solchen Einrichtung immer geht, ist: Hat sie Relevanz? In Augsburg haben wir hier großen Zuspruch erhalten, sowohl von großen Playern als auch vom Mittelstand. Der wirtschaftliche Bedarf für diese Einrichtung ist gegeben, der Erfolg setzt die notwendige Dynamik in Gang, der Standort wird attraktiver. Viele Parteien aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft haben zusammengespielt und diese Gründung so möglich gemacht“, zeigte sich Prof. Neugebauer begeistert. Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner erklärte: „Wir sprechen zu recht sehr viel von Digitalisierung, aber wir brauchen auch die Produktion. Um diese zu fördern, unterstützt der Freistaat ganz bewusst auch die außeruniversitäre Erkenntnis-Gewinnung. Diese soll aber nicht im Elfenbein-Turm verkommen, sondern dabei helfen, die Wirtschaft zu stärken.“

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Augsburgs Zweite Bürgermeisterin und Wirtschaftsreferentin Eva Weber erklärte: „Augsburg ist von alters her wichtig für das produzierende Gewerbe. In den vergangenen Jahren hat sich die Region zu einem weltweiten Spitzenstandort für Produktion und Innovation entwickelt.“ „Der Anteil der Produktion an Bayerns Wirtschaft beträgt 40 Prozent, deutlich mehr als in anderen Bundesländern. Durch zahlreiche Schritte – die Gründung des Mechatronik-Clusters, der Ausbau der Technologie-Achse Süd, die Eröffnung des Augsburg Innovationsparks, der Gründung der Fraunhofer-Einrichtung IGCV und vielen weiteren Meilensteinen – wird Augsburg immer sichtbarer auf der Landkarte“, so Dr. Andreas Kopton, Präsident der IHK Schwaben.

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Ab dem 1. Juli 2016 steht die Fraunhofer-Einrichtung unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Klaus Drechsler, Prof. Dr.-Ing. Gunther Reinhart und Prof. Dr.-Ing. Wolfram Volk. Sie sehen den vertieften Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft als große Chance für die Region. Dem schloss sich auch Prof. Dr. Thomas Hofmann, Vizepräsident für Forschung und Innovation der Technischen Universität München, an: „Gemeinsam setzen wir neue Maßstäbe in der Wissenschaft und industriellen Anwendung.“

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