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„Ein Schock": Theater Augsburg muss Ende Juni 2016 schließen
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Stadt Augsburg

„Ein Schock": Theater Augsburg muss Ende Juni 2016 schließen

Thomas Weitzel, Juliane Votteler, Dr. Kurt Gribl, Frank Habermaier und Gerd Merkle. Foto: B4B WIRTSCHAFSTLEBEN SCHWABEN

Der Spielbetrieb am Großen Haus des Theaters Augsburg endet spätestens mit der letzten Vorstellung am 19. Juni 2016. Grund sind neueste brandschutztechnische Erkenntnisse. Derzeit sucht das Theater nach einer alternativen Örtlichkeit, um bereits geplante Produktionen aufführen zu können. Währenddessen wird es immer wahrscheinlicher, dass es 2017 keinen Opernball in Augsburg geben wird.

von Rebecca Weingarten, Online-Redaktion

„Feuer ist die größte Angst in jedem Theater der Welt“, so Intendantin Juliane Votteler. „Es handelt sich hier um eine Gefahr, die immer präsent ist. Daher hat der Brandschutz oberstes Prinzip und ist nicht verhandelbar. Es ist richtig, die Spielzeit im Großen Haus nicht um eine weitere Saison zu verlängern.“ Augsburgs Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl betonte auf der Pressekonferenz heute Mittag, er teile diese Einschätzung uneingeschränkt. Die Sicherheit der Zuschauer und der Mitarbeiter des Theaters Augsburg stehen für die Verantwortlichen an erster Stelle.

Absoluter Extremfall: Rauch könnte in den Zuschauer-Raum gelangen

Am 18. Mai wurde im Theater Augsburg ein Extremfall simuliert. Dazu wurden zerstörende Untersuchungen im Deckenbereich der Garderobe des Großen Hauses durchgeführt. Neben einem Brand wurde auch ein Stromausfall und damit ein Ausfall der Entlüftungs-Anlage simuliert. Sowohl Baureferent Gerd Merkle als auch Leitender Branddirektor Frank Habermaier betonten, dass bei der Simulation nicht von einem gewöhnlichen Kabelbrand ausgegangen wurde. Vielmehr wurde eine Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände simuliert. Das Ergebnis bestätigte bereits vorhandene Vermutungen: Im Extremfall wäre es möglich, dass bei einem Brand Rauch in den Zuschauer-Raum gelangt. Dies würde die Sicherheit der Zuschauer und der Mitarbeiter des Theaters erheblich einschränken.

Sicherheitsmaßnahmen werden verschärft

Sowohl der Baureferent als auch der Leitende Branddirektor halten eine sofortige Beendigung des Spielbetriebs aufgrund der neuesten Erkenntnisse jedoch für unverhältnismäßig. Die Gefahr sei vorhanden, doch überschaubar. Zudem wären die Konsequenzen für das Theater Augsburg enorm. Zahlreiche zusätzliche Maßnahmen sorgen jetzt für die Sicherheit von Zuschauern und Mitarbeitern bis zum Ende der laufenden Spielzeit.

Dazu gehört neben der personellen Verstärkung der Feuersicherheitswache auch ein Löschfahrzeug, das während der Vorstellungen vor dem Theater postiert wird. Zusätzlich wurden neun Funkrauchmelder in die Zwischendecke zwischen Garderobe und Zuschauerraum eingebracht. Damit ist sichergestellt, dass etwa auch ein Kabelbrand in nicht sichtbaren Bereichen rechtzeitig entdeckt werden könnte.

„Weil alle diese Maßnahmen eher organisatorischer Art und nicht für einen längerfristigen Spielbetrieb geeignet sind, darf nach dem Ende der Spielzeit 2016 im Großen Haus kein Publikumsverkehr mehr stattfinden. Daher muss der Spielbetrieb dann eingestellt werden“, so Frank Habermaier, Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz.

Alternative Örtlichkeit dringend gesucht

Intendantin Juliane Votteler zeigte sich dankbar für die Maßnahmen, die getroffen wurden, um den Spielbetrieb bis zum Ende der laufenden Saison beibehalten zu können. „Die Verträge auch für die kommende Saison sind bereits gemacht, zahlreiche Produktionen sind bereits weit fortgeschritten. Wir werden jetzt versuchen, so viel wie möglich wie geplant umzusetzen“, erklärte Juliane Votteler. „Wir wollen jetzt auch die Abonnements retten, denn sie sind das wertvollste Kapital des Theaters. Dabei gibt es natürlich große logistische Herausforderungen. Wir werden jedoch alles tun, um das, was dem Publikum versprochen wurde, zu halten“, betonte Kulturreferent Thomas Weitzel. Trotzdem werden zukünftig wohl Abstriche gemacht werden müssen, auch bei einigen Publikums-Lieblingen wie beispielsweise dem Opernball. „Der Opernball ist stark an diese Örtlichkeit gebunden. Es steht noch nichts Genaues fest, aber wahrscheinlich wird er 2017 nicht stattfinden“, erklärte Juliane Votteler.

„Schock“ für Theater-Intendantin

Detaillierte Aussagen über den Spielplan 2016/17 gibt es bisher noch nicht. Für Intendantin Juliane Votteler ist die Nachricht zur Beendigung des Spielbetriebs 2016 „ein Schock, von heute auf morgen vor diese Tatsache gestellt zu sein. Das hat uns kalt erwischt. Aber gerade jetzt bauen und zählen wir auf unser Publikum und unsere Mitarbeiter!“ Diese wurden bereits vorab über die aktuellen Entwicklungen informiert.

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