erdgas schwaben-Chef im Interview

Dieselfahrverbote: Klaus-Peter Dietmayer nennt Alternativen

Klaus-Peter Dietmayer, Geschäftsführer von erdgas schwaben. Foto: erdgas schwaben
Seit kurzem dürfen in deutschen Städten Dieselfahrverbote verhängt werden. Doch das ist nicht die einzige Möglichkeit, die Stickoxidwerte zu senken. Wir haben mit Klaus-Peter Dietmayer, Geschäftsführer von erdgas schwaben, über Alternativen gesprochen.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Als Alternative zu Dieselfahrverboten schlagen Sie Erdgas als Treibstoff vor. Wie hoch ist die Nachfrage im Moment?

Klaus-Peter Dietmayer: Viele Autohersteller haben das Potenzial erkannt. Wir als regionaler Energieversorger wollen zum Beispiel mit unserem Fuhrpark Vorbild sein. Hier setzen wir auf ein ganzheitliches Mobilitätskonzept. So fährt unsere Firmenflotte fast vollständig mit CNG. Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Neben Erdgas investieren wir auch in die Elektroladesäulen-Infrastruktur. Deshalb ist auch ein Elektroauto Teil unserer Firmenflotte. Elektroautos sehe ich vor allem auf kürzeren Strecken und im Stadtgebiet.

Wie gut ist Bayerisch Schwaben bereits aufgestellt?

Das Netz an Erdgas-Tankstellen ist so dicht, dass CNG-Fahrer überall bequem hinkommen, auch spontan. erdgas schwaben betreibt in Bayerisch Schwaben sechs CNG-Tankstellen, die wir mit Bio-Erdgas beliefern. Damit ist Fahren mit CNG CO2-neutral und noch umweltschonender.

Welche Vorteile hat Erdgas gegenüber Diesel?

CNG – komprimiertes Erdgas – verbrennt sauber und kann vollständig aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden: zum Beispiel aus organischen Abfällen, Biomasse oder mittels Power-to-Gas auch aus Sonnen- und Windkraft. Im Vergleich zu Diesel entstehen 97 Prozent weniger Feinstaub, bis zu 85 Prozent weniger Luft-Schadstoffe (NOx) und bis zu 25 Prozent weniger CO2. Die Autos fahren um bis zur Hälfte leiser als Fahrzeuge mit herkömmlichem Verbrennungsmotor. Die neue Generation der Erdgasfahrzeuge mit Turbomotoren verbindet Dynamik und Fahrspaß mit klaren Umwelt- und Kostenvorteilen.

Jetzt umsteigen lohnt sich. CNG ist bis 2026 steuerlich vergünstigt. Die Fahrer profitieren also langfristig von den günstigen Kraftstoffpreisen. Zudem steckt in CNG mehr Energie als in konventionellen Kraftstoffen. Aufgrund des deutlich höheren Energiegehalts benötigt ein CNG-Fahrzeug viel weniger Kraftstoff als ein vergleichbarer Benziner. Außerdem profitieren CNG-Fahrer auch von einer niedrigen KfZ-Steuer.

Wie groß ist das Erdgasvorkommen gegenüber dem Öl?

Erdgas ist bio, wenn es aus organischen Abfällen oder mit Hilfe von Technologien wie Power to Gas aus regenerativen Quellen erzeugt wird. Bio-Erdgas kann Erdgas vollständig ersetzen und wird so auch in Zukunft zur Verfügung stehen.

Wie sicher ist Erdgas, also CNG, im Auto als Kraftstoff?

Die Technik ist ausgereift und Sicherheit wird bei den Prüforganisationen auch für CNG-Fahrzeuge großgeschrieben. Im Rahmen der Hauptuntersuchung werden die CNG-Komponenten kontrolliert. Sämtliche Bauteile werden auf Vollständigkeit und Funktion überprüft.

Wie hoch müsste der Anteil an Erdgasautos sein, um die Feinstaubwerte in Bayerisch Schwaben weit genug abzusenken?

Wir setzen wie gesagt auf ein ganzheitliches Mobilitätskonzept, denn die Zukunft wird einem Energiemix gehören. Für längere Strecken sind die CNG-Fahrzeuge bestens aufgestellt. Darüber hinaus bauen wir aber auch das Ladesäulen-Netz für Elektroautos aus.

Sie fordern, dass Erdgasfahrzeuge massiv gefördert werden sollen. Wie sieht es im Bereich Elektromobilität aus?

Elektroautos und die Lade-Infrastruktur werden sehr stark gefördert. erdgas schwaben setzt sich für ein dichtes Elektro-Ladesäulennetz in Bayerisch Schwaben ein. Wir arbeiten dabei eng mit den Kommunen zusammen. Wir sind seit 2016 Partner von ladenetz.de, dem größten Verbund von Stadtwerken in Deutschland, die Elektroladestationen betreiben. Dadurch stehen im Verbund schon jetzt mehr als 3.500 Ladepunkten in Deutschland und weitere 15.000 in Europa zur Verfügung.

Erdgas oder Elektro: Was wird sich langfristig durchsetzen und warum?

Die Zukunft gehört einem Mix aus Energien. Ganz sicher muss der Anteil an regenerativen Energien weiter steigen – und dafür sind sowohl die CNG- als auch die Elektro-Autos gut gerüstet. Eine wichtige Aufgabe ist es jetzt, die Tankstellen- beziehungsweise Ladesäulennetze weiter auszubauen und zum Beispiel Ladepunkte in der Quartiersentwicklung mit einzubeziehen – die Mobilität bei städtebaulichen Konzepten also gleich mitzudenken und einzuplanen.

Wo sehen Sie Bayerisch Schwaben bis zu den Klimazielen 2030?

Unsere Heimat, Bayerisch Schwaben, ist eine der wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands und hat damit auch Vorbildfunktion. Wir engagieren uns schon seit Jahrzehnten für eine nachhaltige Versorgung. Hand in Hand mit den Kommunen und Unternehmen setzen wir uns auf allen Geschäftsfeldern für die Ziele der Klimawende ein.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
erdgas schwaben-Chef im Interview

Dieselfahrverbote: Klaus-Peter Dietmayer nennt Alternativen

Klaus-Peter Dietmayer, Geschäftsführer von erdgas schwaben. Foto: erdgas schwaben
Seit kurzem dürfen in deutschen Städten Dieselfahrverbote verhängt werden. Doch das ist nicht die einzige Möglichkeit, die Stickoxidwerte zu senken. Wir haben mit Klaus-Peter Dietmayer, Geschäftsführer von erdgas schwaben, über Alternativen gesprochen.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Als Alternative zu Dieselfahrverboten schlagen Sie Erdgas als Treibstoff vor. Wie hoch ist die Nachfrage im Moment?

Klaus-Peter Dietmayer: Viele Autohersteller haben das Potenzial erkannt. Wir als regionaler Energieversorger wollen zum Beispiel mit unserem Fuhrpark Vorbild sein. Hier setzen wir auf ein ganzheitliches Mobilitätskonzept. So fährt unsere Firmenflotte fast vollständig mit CNG. Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Neben Erdgas investieren wir auch in die Elektroladesäulen-Infrastruktur. Deshalb ist auch ein Elektroauto Teil unserer Firmenflotte. Elektroautos sehe ich vor allem auf kürzeren Strecken und im Stadtgebiet.

Wie gut ist Bayerisch Schwaben bereits aufgestellt?

Das Netz an Erdgas-Tankstellen ist so dicht, dass CNG-Fahrer überall bequem hinkommen, auch spontan. erdgas schwaben betreibt in Bayerisch Schwaben sechs CNG-Tankstellen, die wir mit Bio-Erdgas beliefern. Damit ist Fahren mit CNG CO2-neutral und noch umweltschonender.

Welche Vorteile hat Erdgas gegenüber Diesel?

CNG – komprimiertes Erdgas – verbrennt sauber und kann vollständig aus erneuerbaren Quellen gewonnen werden: zum Beispiel aus organischen Abfällen, Biomasse oder mittels Power-to-Gas auch aus Sonnen- und Windkraft. Im Vergleich zu Diesel entstehen 97 Prozent weniger Feinstaub, bis zu 85 Prozent weniger Luft-Schadstoffe (NOx) und bis zu 25 Prozent weniger CO2. Die Autos fahren um bis zur Hälfte leiser als Fahrzeuge mit herkömmlichem Verbrennungsmotor. Die neue Generation der Erdgasfahrzeuge mit Turbomotoren verbindet Dynamik und Fahrspaß mit klaren Umwelt- und Kostenvorteilen.

Jetzt umsteigen lohnt sich. CNG ist bis 2026 steuerlich vergünstigt. Die Fahrer profitieren also langfristig von den günstigen Kraftstoffpreisen. Zudem steckt in CNG mehr Energie als in konventionellen Kraftstoffen. Aufgrund des deutlich höheren Energiegehalts benötigt ein CNG-Fahrzeug viel weniger Kraftstoff als ein vergleichbarer Benziner. Außerdem profitieren CNG-Fahrer auch von einer niedrigen KfZ-Steuer.

Wie groß ist das Erdgasvorkommen gegenüber dem Öl?

Erdgas ist bio, wenn es aus organischen Abfällen oder mit Hilfe von Technologien wie Power to Gas aus regenerativen Quellen erzeugt wird. Bio-Erdgas kann Erdgas vollständig ersetzen und wird so auch in Zukunft zur Verfügung stehen.

Wie sicher ist Erdgas, also CNG, im Auto als Kraftstoff?

Die Technik ist ausgereift und Sicherheit wird bei den Prüforganisationen auch für CNG-Fahrzeuge großgeschrieben. Im Rahmen der Hauptuntersuchung werden die CNG-Komponenten kontrolliert. Sämtliche Bauteile werden auf Vollständigkeit und Funktion überprüft.

Wie hoch müsste der Anteil an Erdgasautos sein, um die Feinstaubwerte in Bayerisch Schwaben weit genug abzusenken?

Wir setzen wie gesagt auf ein ganzheitliches Mobilitätskonzept, denn die Zukunft wird einem Energiemix gehören. Für längere Strecken sind die CNG-Fahrzeuge bestens aufgestellt. Darüber hinaus bauen wir aber auch das Ladesäulen-Netz für Elektroautos aus.

Sie fordern, dass Erdgasfahrzeuge massiv gefördert werden sollen. Wie sieht es im Bereich Elektromobilität aus?

Elektroautos und die Lade-Infrastruktur werden sehr stark gefördert. erdgas schwaben setzt sich für ein dichtes Elektro-Ladesäulennetz in Bayerisch Schwaben ein. Wir arbeiten dabei eng mit den Kommunen zusammen. Wir sind seit 2016 Partner von ladenetz.de, dem größten Verbund von Stadtwerken in Deutschland, die Elektroladestationen betreiben. Dadurch stehen im Verbund schon jetzt mehr als 3.500 Ladepunkten in Deutschland und weitere 15.000 in Europa zur Verfügung.

Erdgas oder Elektro: Was wird sich langfristig durchsetzen und warum?

Die Zukunft gehört einem Mix aus Energien. Ganz sicher muss der Anteil an regenerativen Energien weiter steigen – und dafür sind sowohl die CNG- als auch die Elektro-Autos gut gerüstet. Eine wichtige Aufgabe ist es jetzt, die Tankstellen- beziehungsweise Ladesäulennetze weiter auszubauen und zum Beispiel Ladepunkte in der Quartiersentwicklung mit einzubeziehen – die Mobilität bei städtebaulichen Konzepten also gleich mitzudenken und einzuplanen.

Wo sehen Sie Bayerisch Schwaben bis zu den Klimazielen 2030?

Unsere Heimat, Bayerisch Schwaben, ist eine der wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands und hat damit auch Vorbildfunktion. Wir engagieren uns schon seit Jahrzehnten für eine nachhaltige Versorgung. Hand in Hand mit den Kommunen und Unternehmen setzen wir uns auf allen Geschäftsfeldern für die Ziele der Klimawende ein.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben