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Die Augsburger Wirtschaft ist im Abwärtstrend
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Einschätzung

Die Augsburger Wirtschaft ist im Abwärtstrend

Fordert schnelles und bedachtes Handeln der Politik: Dr. Michael Proeller.
Fordert schnelles und bedachtes Handeln der Politik: Dr. Michael Proeller. Foto: E+L

Das Konjunkturklima sinkt immer weiter. Das ist das Fazit einer aktuellen Analyse der IHK Schwaben. Ist die regionale Wirtschaft jetzt noch ohne größere Schäden zu retten?

Die Wirtschaft im Landkreis Augsburg wird von multiplen Angebots- und Nachfrageschocks sowie vielfältigen Risiken stark belastet. Der regionale IHK-Konjunkturindex, der sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die künftigen Erwartungen der Unternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen widerspiegelt, ist im Vergleich zur Vorumfrage um 37 Punkte auf 74 Punkte eingebrochen. Das entspricht einem Tiefststand der vergangenen zehn Jahre. Im Vergleich: Der IHK-Konjunkturklimaindex in Bayerisch-Schwaben ist weniger stark zurückgegangen, um 25 auf 85 Punkte.

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Weshalb bricht der Index gerade in Augsburg so stark ein?

 Grund für diesen Einbruch sind die pessimistischen Erwartungen der Unternehmer aus dem Landkreis für die kommenden zwölf Monate. 57 Prozent der Befragten erwarten eine Verschlechterung ihrer Situation. Dies sind 30 Prozentpunkte mehr als im Frühjahr 2022. Lediglich sieben Prozent rechnen mit einer Verbesserung – die restlichen 36 Prozent erwarten keine Veränderungen. Im Gegensatz dazu zeigt sich die aktuelle gesamtwirtschaftliche Lage weiterhin stabil. Der Regionalvorsitzende Reinhold Braun erklärte hierzu: „Die regionale Wirtschaft im Landkreis Augsburg steckt das dritte Jahr in Folge im Krisenmodus fest. Die gute Nachricht lautet aber auch: Die Unternehmen stemmen sich bislang erfolgreich gegen die Krise. So berichten 73 Prozent der befragten Unternehmen aus dem Landkreis von einer aktuell noch guten oder befriedigenden Geschäftslage. 27 Prozent der Unternehmen bewertet ihre derzeitige wirtschaftliche Situation als schlecht.“ 

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Augsburger Wirtschaft kämpft mit hohen Risiken 

Die hohen Energie- und Rohstoffpreise stellen die Unternehmen vor teils existenzielle Herausforderungen. Hinzu kommen der Fachkräftemangel, die nachlassende Inlandsnachfrage aufgrund der Inflation sowie steigende Arbeitskosten. Diese Risiken werden durch einen Blick auf das Auftragsvolumen verstärkt. 44 Prozent der befragten Unternehmen verzeichnen einen Rückgang ihrer Inlandsaufträge. Bezüglich des Auslands liegt der Anteil bereits bei 66 Prozent. Die gegenwärtige Lage sorgt auch für rückläufige Investitionsabsichten. 20 Prozent aller Unternehmen im Landkreis Augsburg möchten in den nächsten Monaten keine Investitionen im Inland tätigen, im Frühjahr 2022 lag dieser Anteil lediglich bei neun Prozent. Positiv ist dagegen, dass der regionale Arbeitsmarkt vorerst robust bleibt. Rund 80 Prozent aller Unternehmen möchten die Zahl ihrer Beschäftigten auf konstantem Niveau belassen oder sogar erhöhen. Der Vizepräsident der IHK-Regionalversammlung und Geschäftsführer von Erhardt+Leimer, Dr. Michael Proeller, erläuterte hierzu: „Die Kostensteigerungen für Energie und Arbeit, stockende Lieferketten und die sinkende Inlandsnachfrage haben sich zu einem gefährlichen Krisencocktail entwickelt. Dieser Krisencocktail sorgt für Unsicherheit und nimmt immer mehr Unternehmen ihre Zuversicht. So erwartet zwischenzeitlich jedes zweite Unternehmen, dass sich die Geschäftslage deutlich verschlechtern wird. Das ist ein ernstes Alarmsignal!“ 

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Das fordert die IHK Schwaben jetzt von der Politik 

Um eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation zu verhindern, müssen die von den IHKs geforderten und von der Politik nun angekündigten wirtschaftspolitischen Maßnahmen schnellstmöglich umgesetzt werden, heißt es in einer Mitteilung der Kammer. So solle beispielsweise die Laufzeit der Kohle- und Kernkraftwerke so lange wie nötig verlängert werden, da die Energieversorgung und Preissituation auch im Winter 2023/24 eine Herausforderung bleiben werde. Ebenso sollten die Vorschläge der Gaskommission bezüglich der Preisbremsen schnell umgesetzt werden. Die Vollversammlung der IHK Schwaben fordert ebenso ein Belastungsmoratorium auf nationaler und europäischer Ebene, um langfristige ökonomische Schäden zu verhindern und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu erhalten. Auch der Fachkräftemangel lässt sich nach Überzeugung der IHK Schwaben nur mit einer nachhaltigen Strategie lösen. Durch mehr Aus- und Weiterbildung sowie einer gezielten Einwanderung in den deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt lässt sich dem Arbeits- und Fachkräftemangel begegnen. Dr. Michael Proeller erläuterte: Die vordringlichste Aufgabe der Politik ist es, den rasanten Anstieg der Energiepreise zu stoppen. Erste Vorschläge für eine Gas- und Strompreisbremse liegen jetzt auf dem Tisch. Wichtig ist, dass die Hilfe schnell, direkt und einfach ohne bürokratisches Monstrum bei den Unternehmen ankommt. Vieles bleibt vage, die Pläne haben noch Lücken. Keiner weiß, was genau ab wann für wen gilt. Diese Unsicherheit ist Gift für jedes Unternehmen, das Kosten, Prozesse und Arbeitskräfte langfristig vorausplanen muss.“

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