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Der Herbst bringt im Raum Augsburg Entlastung, aber keine Trendwende
Arbeitsmarktzahlen

Der Herbst bringt im Raum Augsburg Entlastung, aber keine Trendwende

Symbolbild. Die Agentur für Arbeit veröffentlicht jeden Monat die neuesten Arbeitsmarktzahlen. Foto: stock.adobe.com / Björn Wylezich
Symbolbild. Die Agentur für Arbeit veröffentlicht jeden Monat die neuesten Arbeitsmarktzahlen. Foto: stock.adobe.com / Björn Wylezich

Im Oktober 2026 sinkt die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Augsburg um 781 auf 19.972. Im Vergleich zum Vorjahr bleibt jedoch ein Plus von 4,6 Prozent.

Im Oktober 2026 waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Augsburg weniger Menschen arbeitslos gemeldet als im September. Zum Bezirk gehören die Stadt Augsburg sowie die Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg. Die Arbeitslosenquote sank von 5,1 Prozent im Vormonat auf 4,9 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 4,7 Prozent gelegen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit in allen Personengruppen gestiegen, während die Zahl offener Stellen deutlich zurückging.

Saisonaler Effekt prägt die Monatsbilanz

Laut Elsa Koller-Knedlik, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Augsburg, sei der Rückgang erwartbar gewesen. Im Herbst sinke die Arbeitslosigkeit regelmäßig. Vor allem unter 25-Jährige hätten sich abgemeldet, unter anderem weil das neue Studiensemester begonnen habe. Auch viele ausländische Arbeitslose hätten sich abgemeldet. Im November werde für gewöhnlich der Jahrestiefststand erreicht.

Gegenüber Oktober 2025 sind allerdings 4,6 Prozent mehr Menschen arbeitslos gemeldet. Die Agenturchefin ordnet die Entwicklung so ein: „Zu großer Erleichterung gibt es nach wie vor keinen Anlass, da der Rückgang saisonaler Natur ist und wir auf der anderen Seite weiter steigende Arbeitslosenzahlen zum Vorjahr verzeichnen müssen.“ Ob sich die zuletzt positiven Signale aus der regionalen Wirtschaft bald auf den Arbeitsmarkt auswirken, sei noch offen. Nach bisherigen Erfahrungen dürfte sich eine Wende laut Koller-Knedlik erst 2027 zeigen.

Weniger offene Stellen als im Vorjahr

Die angespannte Wirtschaftslage zeige sich laut Koller-Knedlik vor allem bei der Nachfrage nach Arbeitskräften. Im Oktober meldeten Unternehmen und Verwaltungen 842 neue Stellen. Das waren 29 weniger als im September und 769 weniger als ein Jahr zuvor. Dass sich die Zahl der Neumeldungen fast halbiert habe, liege größtenteils an weniger Meldungen aus dem öffentlichen Dienst.

Insgesamt waren 4.520 offene Stellen registriert. Gegenüber dem Vormonat ist das ein leichter Anstieg, im Vergleich zum Vorjahr aber ein Minus von 666 Stellen oder 12,8 Prozent. Besonders stark sei das Angebot in Verkehrs- und Logistikberufen geschrumpft. Die meisten Stellen bieten derzeit sonstige wirtschaftliche Dienstleister, das Verarbeitende Gewerbe sowie freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleister. Es folgen das Gesundheits- und Sozialwesen, der Kfz-Handel samt Werkstätten und das Baugewerbe.

Kurzarbeit ist derzeit kaum verbreitet: Bis September hatten neun Betriebe Kurzarbeit für 44 Beschäftigte angezeigt. Im Vorjahr waren es 13 Betriebe mit 111 Beschäftigten.

Arbeitslosigkeit steigt bei unter 25-Jährigen am stärksten

Im Vergleich zum Oktober 2025 ist die Arbeitslosigkeit im gesamten Bezirk in allen erfassten Personengruppen gestiegen:

  • Unter 25-Jährige: 2.179 Personen (plus 13,0 Prozent), der stärkste Anstieg
  • Langzeitarbeitslose: 5.263 Personen (plus 6,7 Prozent)
  • Ab 50-Jährige: 7.021 Personen (plus 3,8 Prozent)
  • Ausländerinnen und Ausländer: 7.798 Personen (plus 3,4 Prozent)
  • Schwerbehinderte Menschen: 1.709 Personen (plus 2,8 Prozent), der geringste Anstieg

Ein umfassenderes Bild liefert die sogenannte Unterbeschäftigung. Sie umfasst zusätzlich Menschen, die zum Beispiel an Weiterbildungen, Eingliederungsmaßnahmen oder Integrationskursen teilnehmen oder kurzfristig erkrankt sind. Rechnet man diese 4.709 Personen hinzu, ergeben sich 24.681 Betroffene und eine Quote von 6,0 Prozent. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 5,7 Prozent.

Stadt Augsburg mit der höchsten Quote im Bezirk

Innerhalb des Bezirks unterscheiden sich die Zahlen deutlich:

  • Stadt Augsburg: 12.360 Arbeitslose. Die Quote sank im Vergleich zum Vormonat auf 7,0 Prozent, liegt aber 0,4 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Bei unter 25-Jährigen stieg die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr um 15,0 Prozent.
  • Landkreis Augsburg: 5.165 Arbeitslose. Die Quote sank von 3,6 Prozent im Vormonat auf 3,4 Prozent und liegt damit auf dem Niveau des Vorjahres.
  • Landkreis Aichach-Friedberg: 2.447 Arbeitslose, 6,8 Prozent weniger als im Vormonat. Das ist der stärkste Rückgang im Bezirk. Die Quote liegt unverändert zum Vorjahr bei 3,0 Prozent.

In beiden Landkreisen waren weniger Ausländerinnen und Ausländer arbeitslos gemeldet als ein Jahr zuvor. Auch im Bereich des SGB II, also bei den von Jobcentern betreuten Menschen, gingen die Zahlen dort zurück. In der Stadt Augsburg stiegen sie dagegen.

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