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deka messebau: „Uns wurde die Existenzgrundlage entzogen“
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Interview

deka messebau: „Uns wurde die Existenzgrundlage entzogen“

Stephan Karrer, Geschäftsführer deka messebau gmbh. Foto: deka messebau gmbh

Auch der Messebau ist massiv von der Corona-Krise betroffen. Messen dürfen zwar wieder stattfinden, doch das sei kein Garant für steigende Auftragszahlen, sagt Stephan Karrer, Geschäftsführer von deka messebau.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Ab 1. September sind auch in Bayern wieder Messen erlaubt. Ist das der erste Schritt für Sie in Richtung Normalität?

Stephan Karrer: Zumindest ist es ein positives Signal in den Messe-Markt und eine Chance für die Messebranche wieder ihren Job machen zu dürfen. Die ersten Messe-Absagen mussten wir bereits im Februar hinnehmen. Mit dem Shutdown bis Ende August wurde unserer Branche über Monate die Existenzgrundlage entzogen. Nachdenklich stimmt, dass viele Kunden unsicher sind und weiterhin die Teilnahme an den Messen absagen. Wir stellen leider fest: Die Grundlage, dass Messen wieder zugelassen sind, ist kein Garant für steigende Auftragszahlen.

Die Kunden haben Angst vor Corona oder sind unsicher, ob sich ein Messeauftritt unter Berücksichtigung der vorgeschriebenen Hygienekonzepte für sie wirtschaftlich abbildet. Insbesondere bei internationalen Leitmessen ist nach wie vor offen, ob die ausländischen Besucher überhaupt kommen können beziehungsweise dürfen. Das erschwert die Planung für alle Seiten. Aufgrund der Umsatz-Einbußen, die auch viele Kunden hinnehmen mussten, liegt eine Messe-Absage für 2020 und auch für das Frühjahr 2021 dann doch schnell nahe. Von Normalität kann hier nicht die Rede sein.

Werden Sie weiterhin Corona-Schutz-Artikel produzieren oder fokussieren Sie sich nun wieder auf den Messebau?

Solange die Nachfrage nach solchen Artikeln da ist, werden wir sie auch weiterhin bedienen. Wir würden uns liebend gerne wieder auf das konzentrieren, was wir seit 40 Jahren erfolgreich gemacht haben, aber dafür brauchen wir auch mutige Kunden.

Ihr Spuckschutz hat es sogar ins Fernsehen geschafft. Bei der Vox-Sendung „Das perfekte Dinner“ ist er nun jeden Abend zu sehen. Was bedeutet Ihnen das in der aktuellen Zeit?

Wir waren schon etwas überrascht und haben uns sehr gefreut. Mit der pfiffigen Idee meiner Mitarbeiter konnte hier ein praktisches und flexibles Hygiene-Produkt in kürzester Zeit entwickelt werden. Mittlerweile haben wir über tausend dieser Schutz-Artikel verkauft, das ersetzt nur leider nicht annähernd die Umsatzgrößen, die wir sonst in diesen Monaten erreichen und auch benötigen.

Wie gehen Sie als Messebauer mit den Anforderungen an Hygieneschutz und Sicherheit um?

Intern haben wir alle relevanten Maßnahmen umgesetzt, um unsere Mitarbeiter zu schützen und ein reibungsloses Fortführen des Betriebs zu gewährleisten. Bei der Entwicklung von Messeständen berücksichtigen wir selbstverständlich die Vorgaben der jeweiligen Messestandorte. Jeder Messestandort hat mittlerweile ein eigenes Hygienekonzept vorgelegt. Das kann von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausfallen.

Sie entwickeln auch digitale Messestände, aktuell die einzige Alternative. Kann ein virtueller Showroom den realen Messe-Auftritt ersetzen?

Nein, sicher nicht. Es fehlt die direkte zwischenmenschliche Kommunikation. Der Mensch nimmt mit allen Sinnen wahr. Damit erhält er im persönlichen Gespräch mehr Information als nur die puren Fakten. Er baut bei der Interaktion mit seinem Gesprächspartner Vertrauen auf. Die Reduktion auf rein digitale Kontakte kann sogar die Kundenbindung gefährden. Eine Mischform wird deshalb zukünftig eher wahrscheinlich sein. Sie erhöhen den potenziellen Besucherkreis, wenn Sie parallel zur Messe einen zusätzlichen virtuellen Auftritt umsetzen.

Sie waren auch an der „Night of Light“ in Augsburg beteiligt. Was wünschen Sie sich von der Politik? 

Die extrem stark betroffenen Branchen benötigen deutlich mehr Unterstützung, um überleben zu können. Die Überbrückungshilfen zum Beispiel sind mehr ein Vorzeigeobjekt für Politiker, als dass sie tatsächlich im angepriesenen Umfang ankommen. Sie wären überrascht, wie wenig einem Unternehmen wie uns zusteht, das seit Monaten nur einen Bruchteil der üblichen und notwendigen Umsätze generiert.

Was wir brauchen sind zum Beispiel auch Instrumente, die unsere Angebotsphasen kostentechnisch abdecken. Aktuell wird jede investierte Stunde in einer Angebotsphase vom Unternehmen getragen, trotz Kurzarbeit. Diese Angebotsphase ist sehr zeit- und dadurch auch kostenintensiv. Diese Kosten rechnen sich erst bei Auftragsvergabe an uns. Wir müssen deshalb leider sehr genau abwägen, ob wir Anfragen bearbeiten und unsere Erfolgschancen einschätzen. Und das in Zeiten, in denen ich mich gerne jeder Anfrage widmen würde. Mit den aktuellen Bestimmungen geht das aber leider nicht.

Was wünschen Sie sich für Ihr Unternehmen?

Mein Ziel ist möglichst lange durchzuhalten und die Krise zu überstehen, um unseren 40 Fachkräften und ihren Familien weiterhin eine Zukunft zu geben. Nicht zuletzt aber auch wieder konstruktiv zum Erfolg unserer Kunden beitragen zu können.

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