Kommentar

Corona-Schnelltests in Firmen: Wer soll das bezahlen?

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert von den Unternehmen, ihren Mitarbeitern kostenlose Corona-Schnelltests anzubieten. Doch Unterstützung aus Berlin? Fehlanzeige!

Die Bundesregierung will die Wirtschaft mehr in die Pflicht nehmen. Kanzlerin Merkel fordert einen „wirklich substanziellen Beitrag" von der Wirtschaft bei der Testung von Beschäftigten. Unternehmen sollen ihren Mitarbeitern mindestens einmal pro Woche einen kostenlosen Schnelltests anbieten. Die Teststrategie sei „ein Muss für die Möglichkeit von Öffnungen“ und eine Brücke bis zu Impfungen größerer Bevölkerungsteile.

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Spitzenverbände der Wirtschaft wollen Testungen ausweiten

Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft hatten sich zuvor zu einer „vorübergehenden substanziellen Ausweitung" von Coronatests in Unternehmen bekannt – allerdings auf freiwilliger Basis. Beim Corona-Gipfel war sogar eine Testpflicht im Gespräch. Die Verbände haben zusätzlich zugesagt, die Öffentlichkeit fortlaufend über ihre Aktivitäten und die teilnehmenden Unternehmen zu unterrichten. Darauf werde die Regierung sehr genau achten und die Regelung im April überprüfen, sagte Kanzlerin Merkel am Dienstag.  

Unternehmen sollen Kosten selbst tragen

In der Theorie alles schön und gut, doch wie soll das in der Praxis aussehen? Was sind die konkreten Ziele, woher kommen die Tests, wer soll die Tests durchführen und vor allem wer soll sie bezahlen? Bis jetzt ist geplant, dass die Unternehmen die Kosten selbst tragen sollen. Die Politik erwartet nach ihren milliardenschweren Hilfspaketen nun auch eine Kostenbeteiligung der Unternehmen. Pro Test sind das so zwischen 25 bis 30 Euro. Neben den Materialkosten für den Test kommen auch noch die Kosten für das medizinische Fachpersonal, die die Tests durchführen müssen, obendrauf.  

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Sich in den Schnelltestzentren testen zu lassen, die seit 1. März kostenlos Tests anbieten, ist keine Option. Wie die Stadt Augsburg auf Anfrage erklärt, ist es nicht möglich alle berufstätigen Bürgerinnen und Bürger simultan dort zu testen.  Trotzdem appelliert auch die Stadt Augsburg an alle Unternehmer, Corona-Schnelltests durchzuführen.  

Wer denkt an kleine und mittlere Unternehmen?

Aber über die Umsetzung und die Finanzierung macht sich keiner Gedanken. Grünbeck betreibt bereits seit letztem Jahr eine eigens eingerichtete Teststation am Firmenstandort in Höchstädt. Die Kosten trägt das Unternehmen komplett selbst. Das kann sich nicht jeder leisten. Die Unternehmen leiden ohnehin schon in der Corona-Krise durch den Umsatzrückgang. Viele bangen um ihre Existenz. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen wäre das eine Zumutung, sie können Schnelltests durch Dritte weder personell noch organisatorisch oder finanziell stemmen. Hier wäre zumindest eine Kooperation mit Apotheken oder Ärzten nötig.

Fragen über Fragen, aber keine Antworten

Zudem ist auch noch offen, ob Unternehmen die Testergebnisse ans Gesundheitsamt melden sollen und dürfen. Gleichzeitig können Arbeitnehmer rechtlich nicht gezwungen werden einen Test durchführen zu lassen. Fragen über Fragen, auf die es mal wieder keine Antwort von der Regierung gibt. Die Videokonferenz zwischen Bund und Spitzenverbänden der Wirtschaft, um die Corona-Tests für Mitarbeiter zu regeln, wurde abgesagt. Einen neuen Termin gibt es nicht. Dabei hat die Politik doch schon den Impfstart verschlafen.  

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Grundsätzlich spricht ja nichts dagegen, dass auch Unternehmen – mal wieder – ihren Teil leisten, um der Pandemie Herr zu werden. Das tun viele seit einem Jahr, indem sie Arbeitsprozesse und –Workflows umgestellt haben, um ihren Mitarbeitern Home-Office und damit auch eine flexible Kinderbetreuung zu ermöglichen. Aber immer nur fordern, ohne eine Antwort auf das “Wie” zu geben, ist langsam nicht mehr angebracht. Die Regierung agiert mit guten Absichten, aber planlos – doch das ist ja leider auch nichts Neues. 

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Spitzenverbände der Wirtschaft wollen Testungen ausweiten

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Unternehmen sollen Kosten selbst tragen

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Wer denkt an kleine und mittlere Unternehmen?

Aber über die Umsetzung und die Finanzierung macht sich keiner Gedanken. Grünbeck betreibt bereits seit letztem Jahr eine eigens eingerichtete Teststation am Firmenstandort in Höchstädt. Die Kosten trägt das Unternehmen komplett selbst. Das kann sich nicht jeder leisten. Die Unternehmen leiden ohnehin schon in der Corona-Krise durch den Umsatzrückgang. Viele bangen um ihre Existenz. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen wäre das eine Zumutung, sie können Schnelltests durch Dritte weder personell noch organisatorisch oder finanziell stemmen. Hier wäre zumindest eine Kooperation mit Apotheken oder Ärzten nötig.

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Zudem ist auch noch offen, ob Unternehmen die Testergebnisse ans Gesundheitsamt melden sollen und dürfen. Gleichzeitig können Arbeitnehmer rechtlich nicht gezwungen werden einen Test durchführen zu lassen. Fragen über Fragen, auf die es mal wieder keine Antwort von der Regierung gibt. Die Videokonferenz zwischen Bund und Spitzenverbänden der Wirtschaft, um die Corona-Tests für Mitarbeiter zu regeln, wurde abgesagt. Einen neuen Termin gibt es nicht. Dabei hat die Politik doch schon den Impfstart verschlafen.  

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