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CEO von J.N. Eberle: „Ich erwarte, dass die Atommeiler mittelfristig weiterlaufen“
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Interview

CEO von J.N. Eberle: „Ich erwarte, dass die Atommeiler mittelfristig weiterlaufen“

Gernot Egretzberger ist der CEO von J.N. Eberle.
Gernot Egretzberger ist der CEO von J.N. Eberle. Foto: Eberle

Seit gut drei Monaten ist Gernot Egretzberger der neue CEO von J.N. Eberle in Augsburg. Mit der Energiekrise sieht er sich einer gewaltigen Herausforderung gegenüber gestellt. Wie er diese bewältigen möchte, erklärt er im Interview.

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B4BSCHWABEN.de: Herr Egretzberger, steigende Energiepreise beschäftigen derzeit praktisch alle Unternehmen. Welche Rolle spielen sie für Ihr Unternehmen?

Gernot Egretzberger: Es ist seit Jahren eine deutliche Belastung der Greiffenberger AG und dessen Tochterunternehmen J.N. Eberle als metallverarbeitende Unternehmen. Wir hatten schon Energiesteigerungen, die wehgetan haben und im nächsten Jahr werden diese um einen sehr hohen sechsstelligen, vielleicht siebenstelligen Betrag ansteigen. Das ist natürlich erst mal hart, vor allem auch, weil wir mit einer Exportquote von über 90 Prozent im weltweiten Wettbewerb stehen.

Was können Sie dagegen machen?

Wir haben einige Maßnahmen gestartet, die dabei helfen, die Kosten zu senken. Wir sind etwa ISO50 2001 zertifiziert und haben ein eignes Energieteam das schon seit vielen Jahren an Gegenmaßnahmen arbeitet. Und das nicht erst, seit Putin den Gashahn zugedreht hat.

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Was sind das für Maßnahmen?

Ein Beispiel ist die Optimierung von Glühprozessen. Die haben wir nämlich so angepasst, dass wir manche Anlagen zu 100 Prozent durchlaufen lassen und andere dafür abschalten. Damit verbrauchen wir in diesem Prozess weniger Strom.

Strom und Gas sind aber nicht die einzigen Problemfelder, wenn wir über steigende Kosten sprechen.

Sie haben völlig recht. Auch das Material ist massiv teurer geworden. Im Vergleich von August 2021 zu August 22 sind die Erzeugerpreise insgesamt um 45 Prozent in Deutschland gestiegen. Das heißt es herrscht ein noch viel höherer Inflationsdruck, als wir es derzeit in der Statistik sehen. Und das ist ein riesiges Problem, denn wir können diese 45 Prozent nicht einfach an unsere Kunden weitergeben. Daher steuern wir mit Investitionen in weitere operative Verbesserungsmaßnahmen – oftmals Vorschläge unserer Mitarbeiter – wo möglich dagegen.

Anderswo auf der Welt ist es günstiger zu produzieren. Eberle bleibt aber trotzdem in Augsburg. Was macht diesen Standort auch in der Zukunft wirtschaftlich?

In Europa und insbesondere in Deutschland sind Mitarbeiter sehr teuer, Aber diese Mitarbeiter haben auch eine sehr gute Ausbildung genossen und deshalb ein sehr umfangreiches technisches Knowhow. Damit kann Augsburg punkten. Unsere Mitarbeiter müssen so gut ausgebildet und flexibel sein, dass wir auch anspruchsvolle Kundenwünsche schnell und zuverlässig bearbeiten können. Das geht hier am besten. Am Ende des Tages steht hinter der Unternehmenskompetenz nämlich immer die Mitarbeiterkompetenz.

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Nun kann die Mitarbeiterkompetenz noch so hoch sein, auf weltpolitische Krisen hat sie kaum Einfluss. Wann wird sich die Situation für Eberle – oder die Wirtschaft ganz generell – wieder entspannen?

In den vergangenen Jahren ist eine Krise in die nächste gemündet. Das heißt wir hatten 2020 einen Einbruch auf Grund von Corona. Davon haben wir uns relativ schnell und gut erholt. Deshalb ist unser Umsatz 2022 auch gewachsen. Auf ein Krisenende zu warten, ist keine kluge Strategie. Deshalb müssen wir genügend Schlagkraft entwickeln, um dann genügend Geld in neue Anlagen zu investieren. Denn neue Anlagen bedeuten mehr Produkte, die wir verkaufen können. Und nur so können Unternehmen Krisen überstehen.

Anders als Unternehmer und Mitarbeiter haben Politiker einen ganz maßgeblichen Einfluss auf Krisen. Welche Forderungen stellen Sie?

Ich habe zwei konkrete Forderungen. Wir brauchen die Strom- und Gaspreisbremse. Und zwar dringend! Bestenfalls schon im Dezember und nicht erst im Januar oder Februar. Außerdem könnte man überlegen, ob man die nur in Deutschland eingeführte CO2-Bepreisung durch das BEHG, zwei bis drei Jahre aussetzt. Zumindest so lange, bis sich die Energiepreise wieder stabilisiert haben.

Das sind beides Ideen, die durchaus wirtschaftlichen Sinn ergeben. Aber Energiepreise sinken erfahrungsgemäß nur dann, wenn genug Energie vorhanden ist. Ist das nicht der eigentliche Knackpunkt?

Völlig richtig. Deshalb habe ich auch mittelfristige Forderungen. Ich erwarte zum Beispiel, dass die Atommeiler in Deutschland weiterlaufen, die auch von der EU als grüne Energie eingestuft wurden. Man kann auch darüber nachdenken, die drei abgeschalteten wieder laufen zu lassen. Das ist so lange sinnvoll, bis wir in Deutschland genug regenerative Energie produzieren. Meiner Meinung nach beziehen wir besser Strom aus modernen Atomkraftwerken, als aus alten Kohlekraftwerken oder den Strom aus dem Ausland zu beziehen, wo Sicherheitsstufen etwas niedriger sind als bei uns. Aber insgesamt ist es höchste Zeit, regenerative Energien zu erzeugen – und innovative Lösungen zu finden, diese auch zu speichern.

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