Landratsamt Augsburg | Stadtwerke Augsburg Holding GmbH

Casazza zur Linie 5: „Unser Ziel ist ein sinnvolles Miteinander"

Dr. Walter Casazza, Geschäftsführer der Stadtwerke Augsburg. Foto: B4B SCHWABEN
Dr. Walter Casazza, Geschäftsführer Stadtwerke Augsburg, auf der gestrigen Bürgermeisterdienstbesprechung. Foto: B4B SCHWABEN

Gestern informierte Dr. Walter Casazza, Geschäftsführer der Stadtwerke Augsburg, die Bürgermeister der Städte, Märkte und Gemeinden des Landkreises Augsburg über den die Pläne der Stadtwerke Augsburg zum Neubau der Straßenbahnline 5. Nicht jeder der Anwesenden zeigte sich davon überzeugt, dass dieses Großbauprojekt Früchte tragen wird. Doch auch viele positive Stimmen für das Projekt waren zu hören.

von Rebecca Weingarten, Online-Redaktion

Am 16. Juli 2015 lud Landrat Martin Sailer alle Bürgermeister der Städte, Märkte und Gemeinden des Landkreises Augsburg zur Bürgermeisterdienstbesprechung ins Landratsamt Augsburg ein. Gleich im ersten Tagesordnungspunkt ging es um den Neubau der Straßenbahnlinie 5. Referent war Dr. Walter Casazza, Geschäftsführer der Stadtwerke Augsburg. Bei diesem Termin wurde deutlich, dass die Stadtwerke noch viel Überzeugungsarbeit für ihr Großbauprojekt werden leisten müssen. Gleichzeitig sehen viele Anwesende in der Linie 5 eine Chance für das Umland Augsburg.

Linie 5: Trassenführung auch eine Frage des Geldes

Die neue Straßenbahnlinie wird rund 62 Millionen Euro kosten. „Dies ist nicht die billigste, aber die günstigste Variante“, betonte Casazza. Die Förderquote für dieses Projekt liegt bei rund 83 Prozent: Den Löwenanteil zahlt der Bund, 23 Prozent kommen vom Freistaat Bayern. „Dies ist ein sinnvoller Weg, Infrastrukturmaßnahmen für Augsburg voranzutreiben“, so Casazza. Am vergangenen Montag ist der symbolische Startschuss für das Projekt Augsburg City Hauptbahnhof mit reichlich Polit-Prominenz – darunter Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt – gefallen. Casazza ist nicht der einzige, der diese Infrastrukturmaßnahmen als sinnvoll ansieht. Aber es gibt gerade zur Linie 5 auch viele Gegenstimmen, viele Vorschläge, wie das Projekt besser gestaltet werden könnte. Das Problem: Längst nicht alle Varianten sind förderfähig. Die neue Linie 5 soll mitten durch die Bürgermeister-Ackermann-Straße führen. Baulichen Mehrkosten sind gegenüber den Geldgebern schwer zu rechtfertigen. Teure Unter- oder Überführungen, wie sie vielfach gewünscht werden, sprengen den finanziellen Rahmen. „Dann ist das Projekt gestorben. Meine Aufgabe ist es aber, dieses Projekt zu realisieren“, erklärte Casazza.

Rückstau auf die B17 durch Baumaßnahmen auf der Ackermannstraße?

Sowohl die B17 als auch die Bürgermeister-Ackermannstraße sind wichtige Einfahrtsstraßen in die Stadt Augsburg. Mehrere Bürgermeister wiesen darauf hin,  dass die Attraktivität der neu gestalteten Innenstadt nicht nutze, wenn niemand mehr in die Stadt reinkomme. Gleichzeitig werden Rückstaus auf die B17 durch die Baumaßnahmen auf der Ackermannstraße befürchtet. Entlang der Ackermannstraße gibt es verschiedene Knotenpunkte, die besonders stark befahren sind. Nicht alle Bürgermeister zeigten sich davon überzeugt, dass die Ackermannstraße während des Umbaus weiterhin leistungsfähig bleibt. „Ich kann Ihre Bedenken sehr gut nachvollziehen“, sagte Casazza, „bereits während der Sanierung der B17 hatte das Umland Augsburgs mit deutlich verstärktem Verkehrsaufkommen zu kämpfen. Der Neubau der Linie 5 ist ein sehr komplexes Projekt, und wir befinden uns erst am Anfang. Wir werden Lösungen finden, wie wir während der Baumaßnahmen den Verkehr für alle Teilnehmer verträglich gestalten.“ Casazza zeigte sich davon überzeugt, die Bedenken im Laufe der Projektentwicklung ausräumen zu können.

Wie stark wird der Verkehr auf der Ackermannstraße zukünftig beeinträchtigt sein?

Es besteht die Sorge, dass durch den Neubau der Linie 5 auf der Ackermannstraße eine zweite Donauwörther Straße entsteht. „Das darf auf keinen Fall passieren“, so Landrat Martin Sailer. „Die neue Straßenbahnlinie wird den Verkehr auf der Ackermannstraße entlasten. Wir haben hier mehr Möglichkeiten, als es vielleicht zunächst den Anschein hat. So ist beispielsweise mit einer intelligenten Ampelsteuerung viel zu erreichen“, so Casazza. Im Zuge der Baumaßnahmen sollen hier neueste Techniken zum Einsatz kommen. „Eine historisch gewachsene Stadt wie Augsburg bringt gewisse Rahmenbedingungen für solche Großbauprojekte mit. Es gibt nur begrenzte räumliche Möglichkeiten: Wenn eine Verkehrsgruppe mehr Platz braucht, dann hat die andere weniger. Unser Ziel ist ein sinnvolles Miteinander. Wir wollen erreichen, dass alle von den Infrastrukturprojekten in unserer Stadt profitieren“, erklärte Casazza weiter.

Straßenbahnanbindung für Neusäß?

Casazzas Ziel ist es, dass bezüglich des Neubaus der Linie 5 ein Zusammenwirken der Stadt Augsburg und des Umlandes stattfindet. Der Stadtwerke-Geschäftsführer betonte wiederholt, dass der Dialog miteinander gewünscht sei. Gleichzeitig erklärte Casazza, dass die Stadtwerke auch für die Region etwas erreichen wollen. In diesem Zusammenhang wies der Geschäftsführer auch auf die Möglichkeit hin, die Linie 5 bis nach Neusäß auszuweiten – eine Vision, die verschiedenen Seiten Zuspruch fand.

Stadtwerke suchen Dialog auch mit den Bürgern

Die Stadtwerke wollen insbesondere Anwohnern aber auch interessierten Bürgern den Stand der Planungen erläutern und diesen gemeinsam besprechen. Dazu bieten die Stadtwerke Augsburg am 21. Juli 2015 vor Ort Informationen an. Veranstaltungen und Trassenbegehungen im Thelottviertel und entlang der Hessenbachstraße fanden bereits statt. Jetzt insbesondere der Abschnitt von der Ackermannstraße bis zum Klinikum im Mittelpunkt. Die Trasse wird wahlweise mit einem Bus der Stadtwerke oder dem selbst mitgebrachten Fahrrad abgefahren. An Stationen entlang der Trasse informieren Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza und Mitarbeiter der Stadtwerke über den jeweiligen Streckenabschnitt. Treffpunkt ist am Dienstag, 21. Juli, um 19 Uhr am Sebastian-Buchegger-Platz. Von dort fahren der Bus sowie die Fahrrad-Gruppe ab. Die Stadtwerke bitten aus organisatorischen Gründen um Anmeldung.

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Dr. Walter Casazza, Geschäftsführer der Stadtwerke Augsburg. Foto: B4B SCHWABEN
Dr. Walter Casazza, Geschäftsführer Stadtwerke Augsburg, auf der gestrigen Bürgermeisterdienstbesprechung. Foto: B4B SCHWABEN

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Am 16. Juli 2015 lud Landrat Martin Sailer alle Bürgermeister der Städte, Märkte und Gemeinden des Landkreises Augsburg zur Bürgermeisterdienstbesprechung ins Landratsamt Augsburg ein. Gleich im ersten Tagesordnungspunkt ging es um den Neubau der Straßenbahnlinie 5. Referent war Dr. Walter Casazza, Geschäftsführer der Stadtwerke Augsburg. Bei diesem Termin wurde deutlich, dass die Stadtwerke noch viel Überzeugungsarbeit für ihr Großbauprojekt werden leisten müssen. Gleichzeitig sehen viele Anwesende in der Linie 5 eine Chance für das Umland Augsburg.

Linie 5: Trassenführung auch eine Frage des Geldes

Die neue Straßenbahnlinie wird rund 62 Millionen Euro kosten. „Dies ist nicht die billigste, aber die günstigste Variante“, betonte Casazza. Die Förderquote für dieses Projekt liegt bei rund 83 Prozent: Den Löwenanteil zahlt der Bund, 23 Prozent kommen vom Freistaat Bayern. „Dies ist ein sinnvoller Weg, Infrastrukturmaßnahmen für Augsburg voranzutreiben“, so Casazza. Am vergangenen Montag ist der symbolische Startschuss für das Projekt Augsburg City Hauptbahnhof mit reichlich Polit-Prominenz – darunter Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt – gefallen. Casazza ist nicht der einzige, der diese Infrastrukturmaßnahmen als sinnvoll ansieht. Aber es gibt gerade zur Linie 5 auch viele Gegenstimmen, viele Vorschläge, wie das Projekt besser gestaltet werden könnte. Das Problem: Längst nicht alle Varianten sind förderfähig. Die neue Linie 5 soll mitten durch die Bürgermeister-Ackermann-Straße führen. Baulichen Mehrkosten sind gegenüber den Geldgebern schwer zu rechtfertigen. Teure Unter- oder Überführungen, wie sie vielfach gewünscht werden, sprengen den finanziellen Rahmen. „Dann ist das Projekt gestorben. Meine Aufgabe ist es aber, dieses Projekt zu realisieren“, erklärte Casazza.

Rückstau auf die B17 durch Baumaßnahmen auf der Ackermannstraße?

Sowohl die B17 als auch die Bürgermeister-Ackermannstraße sind wichtige Einfahrtsstraßen in die Stadt Augsburg. Mehrere Bürgermeister wiesen darauf hin,  dass die Attraktivität der neu gestalteten Innenstadt nicht nutze, wenn niemand mehr in die Stadt reinkomme. Gleichzeitig werden Rückstaus auf die B17 durch die Baumaßnahmen auf der Ackermannstraße befürchtet. Entlang der Ackermannstraße gibt es verschiedene Knotenpunkte, die besonders stark befahren sind. Nicht alle Bürgermeister zeigten sich davon überzeugt, dass die Ackermannstraße während des Umbaus weiterhin leistungsfähig bleibt. „Ich kann Ihre Bedenken sehr gut nachvollziehen“, sagte Casazza, „bereits während der Sanierung der B17 hatte das Umland Augsburgs mit deutlich verstärktem Verkehrsaufkommen zu kämpfen. Der Neubau der Linie 5 ist ein sehr komplexes Projekt, und wir befinden uns erst am Anfang. Wir werden Lösungen finden, wie wir während der Baumaßnahmen den Verkehr für alle Teilnehmer verträglich gestalten.“ Casazza zeigte sich davon überzeugt, die Bedenken im Laufe der Projektentwicklung ausräumen zu können.

Wie stark wird der Verkehr auf der Ackermannstraße zukünftig beeinträchtigt sein?

Es besteht die Sorge, dass durch den Neubau der Linie 5 auf der Ackermannstraße eine zweite Donauwörther Straße entsteht. „Das darf auf keinen Fall passieren“, so Landrat Martin Sailer. „Die neue Straßenbahnlinie wird den Verkehr auf der Ackermannstraße entlasten. Wir haben hier mehr Möglichkeiten, als es vielleicht zunächst den Anschein hat. So ist beispielsweise mit einer intelligenten Ampelsteuerung viel zu erreichen“, so Casazza. Im Zuge der Baumaßnahmen sollen hier neueste Techniken zum Einsatz kommen. „Eine historisch gewachsene Stadt wie Augsburg bringt gewisse Rahmenbedingungen für solche Großbauprojekte mit. Es gibt nur begrenzte räumliche Möglichkeiten: Wenn eine Verkehrsgruppe mehr Platz braucht, dann hat die andere weniger. Unser Ziel ist ein sinnvolles Miteinander. Wir wollen erreichen, dass alle von den Infrastrukturprojekten in unserer Stadt profitieren“, erklärte Casazza weiter.

Straßenbahnanbindung für Neusäß?

Casazzas Ziel ist es, dass bezüglich des Neubaus der Linie 5 ein Zusammenwirken der Stadt Augsburg und des Umlandes stattfindet. Der Stadtwerke-Geschäftsführer betonte wiederholt, dass der Dialog miteinander gewünscht sei. Gleichzeitig erklärte Casazza, dass die Stadtwerke auch für die Region etwas erreichen wollen. In diesem Zusammenhang wies der Geschäftsführer auch auf die Möglichkeit hin, die Linie 5 bis nach Neusäß auszuweiten – eine Vision, die verschiedenen Seiten Zuspruch fand.

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Die Stadtwerke wollen insbesondere Anwohnern aber auch interessierten Bürgern den Stand der Planungen erläutern und diesen gemeinsam besprechen. Dazu bieten die Stadtwerke Augsburg am 21. Juli 2015 vor Ort Informationen an. Veranstaltungen und Trassenbegehungen im Thelottviertel und entlang der Hessenbachstraße fanden bereits statt. Jetzt insbesondere der Abschnitt von der Ackermannstraße bis zum Klinikum im Mittelpunkt. Die Trasse wird wahlweise mit einem Bus der Stadtwerke oder dem selbst mitgebrachten Fahrrad abgefahren. An Stationen entlang der Trasse informieren Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza und Mitarbeiter der Stadtwerke über den jeweiligen Streckenabschnitt. Treffpunkt ist am Dienstag, 21. Juli, um 19 Uhr am Sebastian-Buchegger-Platz. Von dort fahren der Bus sowie die Fahrrad-Gruppe ab. Die Stadtwerke bitten aus organisatorischen Gründen um Anmeldung.

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