Stadt Augsburg

Bürgerbegehren zur Theater-Sanierung gestartet: Soll sich die Stadt weiter verschulden?

Die Initiative Kulturelle Stadtentwicklung Augsburg hat das Bürgerbegehren zur Theater-Sanierung gestartet. Foto: B4B SCHWABEN

Nun ist es offiziell: Die Initiative Kulturelle Stadtentwicklung Augsburg startet das Bürgerbegehren zur Sanierung des Augsburger Theaters. Deshalb sind nun die Bürger Augsburgs gefragt: Soll die Stadt Augsburg die Sanierung des Theaters trotz finanziell schwieriger Situation über Neuverschuldung finanzieren?

von Isabell Walter, Online-Redaktion

Augsburgs finanzielle Situation ist laut Kurt Idrizovic, Sprecher der Initiative Kulturelle Stadtentwicklung Augsburg, „höchst prekär“. Trotz allem soll das Theater für rund 189 Millionen Euro saniert werden. Die Initiative ist sich sicher, dass es auch günstigere Alternativen gibt. Augsburgs Bürger haben ab sofort die Möglichkeit, ihre Unterschrift gegen eine Sanierung mit Neuverschuldung zu setzen.

Theater Augsburg zählt zu den Wahrzeichen der Stadt Augsburg 

Noch im November vergangenen Jahres hatte Bürgermeisterin und Finanzreferentin Eva Weber das Finanzierungskonzept verteidigt. „Wenn wir das Theater sanieren, nehmen wir bis 2022 jährlich Kredite auf. Und nur bis dahin besteht ein Zinsänderungsrisiko. Danach läuft bis zum Jahr 2039 die Tilgung mit jährlich vertretbaren Tranchen in Höhe von 3,85 Millionen Euro. Dass wir möglichst besonders zinsgünstige Förderkredite nutzen werden, ist selbstverständlich. Was ein Darlehen etwa im Jahr 2021 wirklich kostet, kann heute niemand mit letzter Sicherheit sagen. Tatsache ist, dass Zinssätze derzeit historisch niedrig sind. Auch die Signale der Notenbanken geben keinen Hinweis auf eine Änderung dieser Niedrigzinspolitik“, so die Finanzbürgermeisterin damals.

„Wir sind weder Theater-Verhinderer noch gegen die Sanierung des Theaters“

„Die Gespräche mit der Stadt und den Verantwortlichen haben zu nichts geführt. Deswegen wollen wir erreichen, dass sich die Bürger von Augsburg, die das Ganze am Ende zahlen, an den weiteren Vorhaben und Plänen beteiligen“, erklärt Kurt Idrizovic, Sprecher der Initiative Kulturelle Stadtentwicklung Augsburg. „Wir sind weder Theater-Verhinderer noch gegen die Sanierung des Theaters“, stellt Idrizovic klar. Dennoch hat sich die Initiative Kulturelle Stadtentwicklung Augsburg für ein Bürgerbegehren entschieden.

Initiative Kulturelle Stadtentwicklung Augsburg sammelt ab sofort Unterschriften

An die Augsburger richtet sich nun die Frage: „Sind Sie dafür, dass die Stadt Augsburg die Sanierung des Theaters trotz angespannter Haushaltslage über Neuverschuldung finanziert?“ Die Initiative äußert sich klar gegen eine Neuverschuldung. Idrizovic erklärt: „Wir haben uns das genau überlegt. Wir sind nicht gegen das Theater. Aber die Stadt befindet sich finanziell in einer höchst prekären Situation. Darum geht es uns. Wir wollen definitiv nicht an der Kultur sparen, aber wir sind genauso für die Stadt verantwortlich wie jeder andere Bürger auch.“

Freistaat unterstützt Theater-Sanierung 

„Das Bürgerbegehren ist ein Angebot an die Augsburger, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich rechne damit, dass viele Augsburger für eine Sanierung des Theaters sind. Aber sie wissen dann auch, dass dann an anderer Stelle gespart werden muss“, so Angelika Lippert, Vorsitzende des Augsburger Stadtverbands der Freien Wähler. Bereits im Juli vergangenen Jahres hatte der Freistaat Bayern zugesagt, die Sanierung des Theaters mit einer Förderung in Höhe von 107 Millionen Euro zu unterstützen.

Initiative fordert Alternative

Die Initiative betonte verstärkt, dass es nicht um die Sanierung im Allgemeinen gehe. Vielmehr solle über weitere Alternativen nachgedacht werden. „Die Frage ist ja: Was würde es kosten, vorerst nur die Brandschutzordnung in Ordnung zu bringen? Denn so könnte das Theater ohne Probleme weiter bespielt werden. Damit hätte man deutlich mehr Zeit, über eine gedeckelte Alternative der Theater-Sanierung nachzudenken“, so Dr. Helmut Gier, Bibliotheksdirektor.

Bürgerentscheid kommt frühestens im Sommer

Die Initiative Kulturelle Stadtentwicklung Augsburg will die nötigen Unterschriften, rund 11.000, in etwa drei Monaten gesammelt haben. Hat die Initiative also bis Anfang des Sommers genügend Unterschriften, kommt es zu einem Bürgerentscheid. Dabei soll es dann auch um weitere Details der Planung gehen.

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Initiative fordert Alternative

Die Initiative betonte verstärkt, dass es nicht um die Sanierung im Allgemeinen gehe. Vielmehr solle über weitere Alternativen nachgedacht werden. „Die Frage ist ja: Was würde es kosten, vorerst nur die Brandschutzordnung in Ordnung zu bringen? Denn so könnte das Theater ohne Probleme weiter bespielt werden. Damit hätte man deutlich mehr Zeit, über eine gedeckelte Alternative der Theater-Sanierung nachzudenken“, so Dr. Helmut Gier, Bibliotheksdirektor.

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