Stadt Augsburg

Berufswunsch Schausteller: Hinter den Kulissen des Augsburger Osterplärrers

Stefanie Schmidt mit einem Teil ihres Teams. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Mit Bildergalerie: Stefanie Schmidt ist Schaustellerin in sechster Generation. Sie wurde in Augsburg geboren. Seit fünf Jahre ist sie mit ihrem eigenen Geschäft auf dem Plärrer. Im Gespräch mit B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN erzählt sie, warum sie sich keinen anderen Beruf vorstellen könnte.

von Rebecca Weingarten, Online-Redaktion

Stefanie Schmidt ist die Inhaberin der Hexenküche. Auf dem diesjährigen Osterplärrer verkauft sie in unmittelbarer Nähe zum Schallerzelt Baumstriezel und Crêpes. Das Schaustellergeschäft gehört zu ihrem Leben, seit sie laufen kann. "Ich war auf der Wirtschaftsschule und habe auch eine Lehre in einem Münchner Hotel angefangen“, erzählt sie. „Doch das war nichts für mich. Ich wollte immer mein eigener Chef sein. Mit 18 habe ich mich dann selbstständig gemacht.“

Zwei Dinge, auf die jeder Schausteller angewiesen ist

„Als Schausteller gibt es zwei Dinge, die dem Geschäft gefährlich werden können. Der erste Punkt ist das Wetter. Der zweite das Personal. Doch bisher ist das Wetter überraschen gut dieses Jahr und meine Truppe ist super. Auf meine Leute kann ich mich immer verlassen“, erzählt Stefanie Schmidt, während sie für ihre Mitarbeiter das Mittagessen kocht.

Rumänische Mitarbeiter begleiten die Hexenküche von April bis Oktober

Die Saison beginnt mit Fasching und endet mit der Weihnachtszeit. Unterwegs sind die Schausteller vom Osterplärrer bis zum Herbstplärrer. Das Personal der Hexenküche kommt aus Rumänien. Deutsche arbeiten gerne stundenweise auf den Volksfesten, wollen aber oft nicht mit den Schaustellern mitreisen. „Wir pflegen hier einen sehr familiären Umgang“, so Stefanie Schmidt. Über den Mindestlohn ärgert sich die Inhaberin der Hexenküche wie viele andere Schausteller auch. „Das Geld ist nicht das Problem“, erklärt sie. „Wir haben unsere Leute schon immer gut bezahlt. Aber ich muss extra Leute einstellen, um die Stundenanzahl einhalten zu können.“

Immer unterwegs

„Ich habe einen festen Wohnsitz in Augsburg und bin auch wirklich gerne Zuhause“, erklärt Stefanie Schmidt. „Doch die Hälfte des Jahres sind wir unterwegs. Dann wohne ich in meinem Wohnwagen. Jedes Jahr im April, wenn die Saison beginnt, ist es so, dass ich mich wieder auf das Nötigste besinne, auf das, was ich wirklich brauche. Für alles andere ist im Wohnwagen einfach kein Platz.“ Für die gastronomische Schiene hat Stefanie Schmidt sich früh entschieden. „Mir liegen einfach der Verkauf und die Bedienung, das hat mir schon immer viel Spaß gemacht.“

Ein Beruf, der in die Wiege gelegt wird

„Die meisten Schaustellerkinder gehen auf der Reise in die Schule. Da meine Oma einen festen Wohnsitz in Augsburg hatte, bin ich jedoch immer auf dieselbe Schule gegangen. Ich habe also einen festen Freundeskreis in Augsburg und kenne viele Menschen, die nicht Schausteller sind.“ Wenn jemand aus einer Schaustellerfamilie mit einer Privatperson zusammen ist, dann kann das schwierig werden. „Es kann auch klappen. Bei mir war das jahrelang der Fall. Aber es kommt oft der Punkt, wo dann die Privatperson ihren Job aufgibt und bei den Schaustellern einsteigt. So war das bei meinen Großeltern“, erzählt Stefanie Schmidt.

Wenig Privatleben während der Hauptsaison

Mittlerweile hat Stefanie Schmidt einen Freund, der ebenfalls Schausteller ist. „Das macht schon vieles leichter. Man muss nicht alles erklären, der andere weiß einfach, worum es geht, kann sich auch den Stress, den es in unserem Beruf gibt, eher vorstellen. Das Privatleben leidet in unserem Beruf eben, vor allem während der Hauptsaison an Weihnachten oder Ostern. Für uns gibt es keine entspannte Weihnachtszeit. Wir stehen vier Wochen lang auf dem Weihnachtsmarkt, bis Heiligabend.“ Und die siebte Generation? Kinder wünscht sich die heute 24-jährige irgendwann auf jeden Fall. Und mit ihrer Berufswahl ist sie nach wie vor sehr glücklich: „Ich könnte mir nichts anderes vorstellen.“

Alle Bilder vom Osterplärrer 2016 sehen Sie hier.

Osterplärrer 2016 in Augsburg: Gute Geschäfte bei Sonnenschein
Der Osterplärrer 2016 findet vom 27. März bis zum 10. April statt. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
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Stefanie Schmidt ist die Inhaberin der Hexenküche. Auf dem diesjährigen Osterplärrer verkauft sie in unmittelbarer Nähe zum Schallerzelt Baumstriezel und Crêpes. Das Schaustellergeschäft gehört zu ihrem Leben, seit sie laufen kann. "Ich war auf der Wirtschaftsschule und habe auch eine Lehre in einem Münchner Hotel angefangen“, erzählt sie. „Doch das war nichts für mich. Ich wollte immer mein eigener Chef sein. Mit 18 habe ich mich dann selbstständig gemacht.“

Zwei Dinge, auf die jeder Schausteller angewiesen ist

„Als Schausteller gibt es zwei Dinge, die dem Geschäft gefährlich werden können. Der erste Punkt ist das Wetter. Der zweite das Personal. Doch bisher ist das Wetter überraschen gut dieses Jahr und meine Truppe ist super. Auf meine Leute kann ich mich immer verlassen“, erzählt Stefanie Schmidt, während sie für ihre Mitarbeiter das Mittagessen kocht.

Rumänische Mitarbeiter begleiten die Hexenküche von April bis Oktober

Die Saison beginnt mit Fasching und endet mit der Weihnachtszeit. Unterwegs sind die Schausteller vom Osterplärrer bis zum Herbstplärrer. Das Personal der Hexenküche kommt aus Rumänien. Deutsche arbeiten gerne stundenweise auf den Volksfesten, wollen aber oft nicht mit den Schaustellern mitreisen. „Wir pflegen hier einen sehr familiären Umgang“, so Stefanie Schmidt. Über den Mindestlohn ärgert sich die Inhaberin der Hexenküche wie viele andere Schausteller auch. „Das Geld ist nicht das Problem“, erklärt sie. „Wir haben unsere Leute schon immer gut bezahlt. Aber ich muss extra Leute einstellen, um die Stundenanzahl einhalten zu können.“

Immer unterwegs

„Ich habe einen festen Wohnsitz in Augsburg und bin auch wirklich gerne Zuhause“, erklärt Stefanie Schmidt. „Doch die Hälfte des Jahres sind wir unterwegs. Dann wohne ich in meinem Wohnwagen. Jedes Jahr im April, wenn die Saison beginnt, ist es so, dass ich mich wieder auf das Nötigste besinne, auf das, was ich wirklich brauche. Für alles andere ist im Wohnwagen einfach kein Platz.“ Für die gastronomische Schiene hat Stefanie Schmidt sich früh entschieden. „Mir liegen einfach der Verkauf und die Bedienung, das hat mir schon immer viel Spaß gemacht.“

Ein Beruf, der in die Wiege gelegt wird

„Die meisten Schaustellerkinder gehen auf der Reise in die Schule. Da meine Oma einen festen Wohnsitz in Augsburg hatte, bin ich jedoch immer auf dieselbe Schule gegangen. Ich habe also einen festen Freundeskreis in Augsburg und kenne viele Menschen, die nicht Schausteller sind.“ Wenn jemand aus einer Schaustellerfamilie mit einer Privatperson zusammen ist, dann kann das schwierig werden. „Es kann auch klappen. Bei mir war das jahrelang der Fall. Aber es kommt oft der Punkt, wo dann die Privatperson ihren Job aufgibt und bei den Schaustellern einsteigt. So war das bei meinen Großeltern“, erzählt Stefanie Schmidt.

Wenig Privatleben während der Hauptsaison

Mittlerweile hat Stefanie Schmidt einen Freund, der ebenfalls Schausteller ist. „Das macht schon vieles leichter. Man muss nicht alles erklären, der andere weiß einfach, worum es geht, kann sich auch den Stress, den es in unserem Beruf gibt, eher vorstellen. Das Privatleben leidet in unserem Beruf eben, vor allem während der Hauptsaison an Weihnachten oder Ostern. Für uns gibt es keine entspannte Weihnachtszeit. Wir stehen vier Wochen lang auf dem Weihnachtsmarkt, bis Heiligabend.“ Und die siebte Generation? Kinder wünscht sich die heute 24-jährige irgendwann auf jeden Fall. Und mit ihrer Berufswahl ist sie nach wie vor sehr glücklich: „Ich könnte mir nichts anderes vorstellen.“

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