Raimund Seibold im Interview

Boxbote-Chef: „Der Online-Handel hat die Logistik-Branche versaut“

Raimund Seibold, Gründer von Boxbote und Innoit. Foto: Innoit
Mit seinem Startup Boxbote will Raimund Seibold die Logistikbranche revolutionieren. Wie das gelingen soll und in welchen Branchen er sonst noch Fuß fassen will, verrät der Unternehmer im Interview.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wenn Sie auf die Anfänge von Boxbote zurückblicken, was hat sich seither verändert?

Raimund Seibold: Boxbote hat die imaginäre Grenze von drei Jahren inzwischen überschritten und wird in Augsburg mittlerweile ernst genommen. Wir sind jetzt bereit, in 2019 unser Geschäftsmodell komplett auszurollen und werden in diesem Jahr intensiv auf den Einzelhandel zugehen. Die großen Themen werden die „letzte Meile“, „buy local“ und eine komplett neue und professionelle Plattform sein. Besonders stolz sind wir, dass wir inzwischen zur GmbH umfirmieren konnten und das Gründungsteam nach wie vor komplett ist.

Inzwischen werden sogar Drogerieprodukte, Medikamente und Blumen geliefert. Welche Bereiche sollen noch bedient werden?

Wir werden unsere Lieferflotte weiter ausbauen, um alles „abholen“ und „zustellen“ zu können, was Augsburg zu bieten hat. Wir werden hierfür City-Hubs aufbauen, welche die Zwischenlagerung ermöglichen. Das Essen wird weiterhin eine zentrale Rolle einnehmen. Dazwischen werden wir allen Unternehmen ermöglichen „same-day-delivery“ anbieten zu können. Wir können in Augsburg ein Leuchtturmprojekt erschaffen, welches deutschlandweit noch seinesgleichen sucht.

Mit Innoit haben Sie sogar Ihre eigene Marketingagentur gegründet. Wie kam es dazu?

Wir mussten sehr früh feststellen, dass unser Boxbote-Konzept einen langen Atem benötigt. Erschwerend kommt hinzu, dass uns zu Beginn niemand vertraut hat. Uns wurde sogar eine Kreditkarte verwehrt, was uns sehr enttäuscht hat. Wir mussten somit alternative Einnahme-Möglichkeiten generieren und haben festgestellt, dass viele unserer Partner wenig bis kein Marketing gemacht haben. Da wir bereits von Tag eins unser (digitales) Marketing selbst gemacht haben, konnten wir mit dem Best-Practice-Beispiel „Boxbote“ schnell Kunden generieren. Großer Dank geht an dieser Stelle an die Steuerkanzlei Settele & Partner, die uns sehr unterstützt hat.

In welchen Branchen wollen Sie sonst noch Fuß fassen?

Wir wollen uns perspektivisch in jeder Branche etablieren, die etwas zu liefern hat. Es ist Fakt, dass jeder etwas von A nach B bringen muss. Und wäre es nicht schön, wenn das ein regionaler Partner macht, der seinen Fokus beim Transportmittel auf dem Fahrrad hat?

Welche Vorteile sehen Sie darin, in mehreren Branchen aktiv zu sein?

Der Online-Handel hat die Logistik-Branche in meinen Augen total versaut. Logistik darf heute nichts mehr kosten und der Endverbraucher ist es gewohnt, kostenlos zu bestellen und kostenlos zurückzuschicken. Wir arbeiten mit unseren Partner auf einer Provisionsbasis. Aber so hoch sind die Margen leider nicht, dass wir unsere Logistikkosten auch nur annähernd decken können. Wenn wir jedoch unseren Warenkorb und unsere Touren ausbauen und weiterhin optimieren, können wir langfristig dem Online-Handel die Stirn bieten.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
Raimund Seibold im Interview

Boxbote-Chef: „Der Online-Handel hat die Logistik-Branche versaut“

Raimund Seibold, Gründer von Boxbote und Innoit. Foto: Innoit
Mit seinem Startup Boxbote will Raimund Seibold die Logistikbranche revolutionieren. Wie das gelingen soll und in welchen Branchen er sonst noch Fuß fassen will, verrät der Unternehmer im Interview.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Wenn Sie auf die Anfänge von Boxbote zurückblicken, was hat sich seither verändert?

Raimund Seibold: Boxbote hat die imaginäre Grenze von drei Jahren inzwischen überschritten und wird in Augsburg mittlerweile ernst genommen. Wir sind jetzt bereit, in 2019 unser Geschäftsmodell komplett auszurollen und werden in diesem Jahr intensiv auf den Einzelhandel zugehen. Die großen Themen werden die „letzte Meile“, „buy local“ und eine komplett neue und professionelle Plattform sein. Besonders stolz sind wir, dass wir inzwischen zur GmbH umfirmieren konnten und das Gründungsteam nach wie vor komplett ist.

Inzwischen werden sogar Drogerieprodukte, Medikamente und Blumen geliefert. Welche Bereiche sollen noch bedient werden?

Wir werden unsere Lieferflotte weiter ausbauen, um alles „abholen“ und „zustellen“ zu können, was Augsburg zu bieten hat. Wir werden hierfür City-Hubs aufbauen, welche die Zwischenlagerung ermöglichen. Das Essen wird weiterhin eine zentrale Rolle einnehmen. Dazwischen werden wir allen Unternehmen ermöglichen „same-day-delivery“ anbieten zu können. Wir können in Augsburg ein Leuchtturmprojekt erschaffen, welches deutschlandweit noch seinesgleichen sucht.

Mit Innoit haben Sie sogar Ihre eigene Marketingagentur gegründet. Wie kam es dazu?

Wir mussten sehr früh feststellen, dass unser Boxbote-Konzept einen langen Atem benötigt. Erschwerend kommt hinzu, dass uns zu Beginn niemand vertraut hat. Uns wurde sogar eine Kreditkarte verwehrt, was uns sehr enttäuscht hat. Wir mussten somit alternative Einnahme-Möglichkeiten generieren und haben festgestellt, dass viele unserer Partner wenig bis kein Marketing gemacht haben. Da wir bereits von Tag eins unser (digitales) Marketing selbst gemacht haben, konnten wir mit dem Best-Practice-Beispiel „Boxbote“ schnell Kunden generieren. Großer Dank geht an dieser Stelle an die Steuerkanzlei Settele & Partner, die uns sehr unterstützt hat.

In welchen Branchen wollen Sie sonst noch Fuß fassen?

Wir wollen uns perspektivisch in jeder Branche etablieren, die etwas zu liefern hat. Es ist Fakt, dass jeder etwas von A nach B bringen muss. Und wäre es nicht schön, wenn das ein regionaler Partner macht, der seinen Fokus beim Transportmittel auf dem Fahrrad hat?

Welche Vorteile sehen Sie darin, in mehreren Branchen aktiv zu sein?

Der Online-Handel hat die Logistik-Branche in meinen Augen total versaut. Logistik darf heute nichts mehr kosten und der Endverbraucher ist es gewohnt, kostenlos zu bestellen und kostenlos zurückzuschicken. Wir arbeiten mit unseren Partner auf einer Provisionsbasis. Aber so hoch sind die Margen leider nicht, dass wir unsere Logistikkosten auch nur annähernd decken können. Wenn wir jedoch unseren Warenkorb und unsere Touren ausbauen und weiterhin optimieren, können wir langfristig dem Online-Handel die Stirn bieten.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben