Medizinische Versorgung

Augsburger Gründer erregt internationales Aufsehen mit Bloop

Zahlreiche Operationen enden in Entwicklungsländern tödlich aufgrund mangelnder Blutkonserven. David Wojcik, Mitgründer von Innoit und Boxbote, hat ein Gerät entwickelt, das genau hier ansetzt. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, was „Bloop“ bewirken kann, obwohl es wahrscheinlich nie an den Markt kommt.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Was genau ist Bloop und wofür wird es eingesetzt?

David Wojcik: Jedes Jahr kommt es bei Notfallsituationen in Entwicklungsländern zu mehreren 100.000 vermeidbaren Todesfällen. Patienten mit hohem Blutverlust können meist nicht mehr gerettet werden, da es insbesondere in infrastrukturell schlecht erschlossenen Gebieten kaum Bluttransfusionen gibt.

Durch die Knappheit an Blutkonserven in Entwicklungsländern können einerseits Millionen von Menschen nicht operiert werden, da die Gefahr des Verblutens besteht und andererseits starben allein im Jahr 2015 über 300.000 Frauen an inneren Blutungen durch Geburtskomplikationen.

Das Produkt Bloop fängt das austretende Blut des Patienten auf, reinigt und sammelt dieses, sodass es dem Patienten umgehend zurückgeführt werden kann. Die Basic Variante orientiert sich an der gegenwärtigen kritischen Situation der Entwicklungsländer und wirkt mit einfachsten Mitteln, der Kernproblematik des Verblutens, entgegen. Bei finanzieller und infrastruktureller Weiterentwicklung dieser Länder und folglich deren medizinischen Einrichtungen, kann das Produkt, in vier Stufen (Basic – Basic Plus – Advanced – High End), durch Zusatzelemente erweitert und bis auf einen hohen, westlichen Medizinstandard gehoben werden. Dadurch investieren medizinische Institutionen nicht nur in die Abschaffung des gegenwärtigen Problems, sondern in eine zukunftsorientiere Entwicklung ihrer medizinischen Qualität.

War es schon konkret in einem Krisengebiet im Einsatz?

Bloop ist aktuell noch ein Prototyp. Um es direkt in einem Krisengebiet zu testen, müsste es weiterentwickelt und aus Kunststoffen für die Medizintechnik gefertigt werden.

Für das Konzept wurden Sie mehrfach ausgezeichnet, was bedeutet das für Sie?

Das Prestige und die Stärkung meines Portfolios, das mit solchen Preisen einhergeht, ist natürlich sehr erfreuend. Die Preise bedeuten für mich in erster Linie, Reichweite für Bloop und dessen Problemstellung. Durch die Publikationen, Awards und Ausstellungen konnte ich mittlerweile unzählige Menschen erreichen, die von solch einer Notlage in den Entwicklungsländern nicht gewusst haben. Mit etwas Glück sind hierbei wiederum Personen dabei, die dadurch motiviert sind, ihren Teil zu Verbesserung der Lage beizutragen. Da zählt natürlich jede Art von Hilfe – von einer größeren Produktentwicklung, bis hin zur kleinen Geldspende.

Haben Sie schon mal über Investoren für die Weiterentwicklung von Bloop nachgedacht?

Ein weiterer toller Nebeneffekt der gewonnenen Preise ist, dass mich einige Personen aus allen möglichen Ländern kontaktiert haben. Von Ärzten, welche sich zur Bluttransfusion austauschen wollen, über Vetriebs-Mitarbeiter aus Indien und Afrika, bis hin zu Finanzvorständen von größeren Unternehmen aus der Blutbranche.  Da waren dann auch die einen oder anderen Investorenkontakte dabei, welche aber nur an einer finanziellen Partnerschaft interessiert waren und nicht an einer finanziell-strategischen Partnerschaft, welche Bloop benötigen würde.

Wäre es denkbar, dass Sie neben Boxbote und Innoit auch noch Bloop an den Markt bringen? 

Bloop nachhaltig auf den Markt zu bringen, wäre nicht nur ein Full-Time-Job, sondern eine Lebensaufgabe. Diese wäre aber neben meinen Aufgaben bei Boxbote und Innoit nicht machbar. Die Weiterentwicklung, die ständige Investorensuche, der Aufbau eines Teams und im späteren Ablauf der Markteintritt in alle verschiedene Ländern, wären nur machbar, wenn ich mich voll ganz auf Bloop konzentrieren könnte.

Ich wurde über mehrere Monate von der Unternehmensberatung Boston Consulting Group bei der Recherchearbeit, sowie Markteintrittsmöglichkeiten unterstützt. Es hat sich schnell herausgestellt, dass für medizinische Tests um die 1,5 Millionen Euro benötigt werden. Diese Tests würden einige Jahre in Anspruch nehmen, bis es möglich wäre den Einsatz direkt in einem Krisengebiet zu testen. Ein Markteintritt für afrikanische Länder ist ebenfalls kein leichtes Unterfangen. Für jedes Land benötigt es jeweils immer eine Genehmigung, welche von der Antragstellung bis zur Freigabe mehrere Jahre dauern kann. Mittlerweile sehe ich Bloop als Sprachrohr für die Blutproblematik, welche in den Entwicklungsländern herrscht. Bloop wird eventuell nie über den Prototypenstand hinaus wachsen, aber dafür wird Bloop auch weiterhin Aufmerksamkeit generieren und flächendeckend Aufklärungsarbeit leisten.

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Durch die Knappheit an Blutkonserven in Entwicklungsländern können einerseits Millionen von Menschen nicht operiert werden, da die Gefahr des Verblutens besteht und andererseits starben allein im Jahr 2015 über 300.000 Frauen an inneren Blutungen durch Geburtskomplikationen.

Das Produkt Bloop fängt das austretende Blut des Patienten auf, reinigt und sammelt dieses, sodass es dem Patienten umgehend zurückgeführt werden kann. Die Basic Variante orientiert sich an der gegenwärtigen kritischen Situation der Entwicklungsländer und wirkt mit einfachsten Mitteln, der Kernproblematik des Verblutens, entgegen. Bei finanzieller und infrastruktureller Weiterentwicklung dieser Länder und folglich deren medizinischen Einrichtungen, kann das Produkt, in vier Stufen (Basic – Basic Plus – Advanced – High End), durch Zusatzelemente erweitert und bis auf einen hohen, westlichen Medizinstandard gehoben werden. Dadurch investieren medizinische Institutionen nicht nur in die Abschaffung des gegenwärtigen Problems, sondern in eine zukunftsorientiere Entwicklung ihrer medizinischen Qualität.

War es schon konkret in einem Krisengebiet im Einsatz?

Bloop ist aktuell noch ein Prototyp. Um es direkt in einem Krisengebiet zu testen, müsste es weiterentwickelt und aus Kunststoffen für die Medizintechnik gefertigt werden.

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Haben Sie schon mal über Investoren für die Weiterentwicklung von Bloop nachgedacht?

Ein weiterer toller Nebeneffekt der gewonnenen Preise ist, dass mich einige Personen aus allen möglichen Ländern kontaktiert haben. Von Ärzten, welche sich zur Bluttransfusion austauschen wollen, über Vetriebs-Mitarbeiter aus Indien und Afrika, bis hin zu Finanzvorständen von größeren Unternehmen aus der Blutbranche.  Da waren dann auch die einen oder anderen Investorenkontakte dabei, welche aber nur an einer finanziellen Partnerschaft interessiert waren und nicht an einer finanziell-strategischen Partnerschaft, welche Bloop benötigen würde.

Wäre es denkbar, dass Sie neben Boxbote und Innoit auch noch Bloop an den Markt bringen? 

Bloop nachhaltig auf den Markt zu bringen, wäre nicht nur ein Full-Time-Job, sondern eine Lebensaufgabe. Diese wäre aber neben meinen Aufgaben bei Boxbote und Innoit nicht machbar. Die Weiterentwicklung, die ständige Investorensuche, der Aufbau eines Teams und im späteren Ablauf der Markteintritt in alle verschiedene Ländern, wären nur machbar, wenn ich mich voll ganz auf Bloop konzentrieren könnte.

Ich wurde über mehrere Monate von der Unternehmensberatung Boston Consulting Group bei der Recherchearbeit, sowie Markteintrittsmöglichkeiten unterstützt. Es hat sich schnell herausgestellt, dass für medizinische Tests um die 1,5 Millionen Euro benötigt werden. Diese Tests würden einige Jahre in Anspruch nehmen, bis es möglich wäre den Einsatz direkt in einem Krisengebiet zu testen. Ein Markteintritt für afrikanische Länder ist ebenfalls kein leichtes Unterfangen. Für jedes Land benötigt es jeweils immer eine Genehmigung, welche von der Antragstellung bis zur Freigabe mehrere Jahre dauern kann. Mittlerweile sehe ich Bloop als Sprachrohr für die Blutproblematik, welche in den Entwicklungsländern herrscht. Bloop wird eventuell nie über den Prototypenstand hinaus wachsen, aber dafür wird Bloop auch weiterhin Aufmerksamkeit generieren und flächendeckend Aufklärungsarbeit leisten.

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