Wie grün ist unsere Wirtschaft? | Teil 7

BMK: Kann reparieren günstiger sein, als neu herstellen?

Der Augsburger Elektrodienstleister BMK unterhält neben der Fertigung von elektronischen Baugruppen und Geräten ein großes Reparaturressort. Weshalb reparieren für die Industrie wirtschaftlicher sein kann, als neu zu produzieren – und wie bereits BMK-Auszubildende Nachhaltigkeit schon von Anfang an in den Arbeitsalltag integrieren, erklärt die Umweltmanagement Beauftragte von BMK, Christina Kolb, im Interview.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Frau Kolb, BMK bietet neben der Neuproduktion von elektronischen Baugruppen und Geräten auch Reparaturen an. Ganz überspitzt gefragt: Wäre es nicht wirtschaftlicher, statt zu reparieren, ausschließlich neu zu produzieren?

Christina Kolb: Das mag auf den ersten Blick so klingen, ist aber in der Realität falsch. Die elektronischen Geräte, für die wir Reparaturaufträge bekommen, sind in der Regel schon zwei bis zehn Jahre im Einsatz und sollen noch weitere Jahre genutzt werden. Oft kann man Baugruppen nicht neu bauen, da nicht mehr alle Bauteile am Markt verfügbar sind. Außerdem ist die Baugruppe meist als Komponente in einem System verbaut, das ein Vielfaches teurer und aufwendiger ist. Deshalb ist der Ansatz, diese einzelnen Teile im Sinne der Langlebigkeit noch zu reparieren oder auszutauschen, sehr sinnvoll, anstatt neu zu produzieren– denn das wäre richtig teuer, wenn nur ein einziges Teil kaputt ist.

BMK schreibt sich das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahnen. Widerspricht es sich dann nicht jahrealte Maschinen am Laufen zu halten, anstatt effizientere Modelle zu fertigen?

Die Neuproduktion von Maschinen findet immer statt, also auch neue, effiziente Modelle. Das bedeutet aber nicht pauschal, dass eingesetzte Maschinen ineffizient sind. Deshalb ist der Ansatz einer Nacharbeit oder Reparatur sehr wichtig, um gute Produkte, durch weniger Aufwand wieder in den Kreislauf einfließen zu lassen und dabei Ressourcen zu schonen. Ein sehr nachhaltiger Ansatz. 


Gibt es Branchen, mit denen BMK besonders viel zusammenarbeitet?

Das Spektrum ist weit gefächert. Wir arbeiten viel in der Industrieelektronik, Fahrzeugtechnik, Haustechnik – etwa mit Solaranlagen- und der Telekommunikationsbranche zusammen. Ganz aktuell produziert und montiert BMK auch Luftfiltersysteme, wie sie in Schulen oder Büros im Einsatz sind.


Sie sind also breit aufgestellt. Deshalb einmal generell gefragt: Was bedeutet Nachhaltigkeit für BMK im ganz großen Kontext?

In erster Linie heißt Nachhaltigkeit für uns, Verantwortung gegenüber gegenwärtigen und zukünftigen Generationen zu übernehmen. Seit 2003 verbessert BMK seine Prozesse und seine Leistungen durch ein hauseigenes Umweltmanagement kontinuierlich. Wir zeigen in unserer Umwelterklärung auf unserer Homepage, was wir unter Umweltleistung verstehen, wie Umweltthemen uns betreffen und was wir tun, um immer besser zu werden.

Neben dem überlegten Umgang mit Ressourcen legt BMK auch Wert auf ethische und soziale Nachhaltigkeit im Umgang mit Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitenden. Bei uns arbeiten über 1.300 Mitarbeitende aus 57 Nationen. Wir gehören zu den besten Arbeitgebern Deutschlands und sind anerkannter Ausbildungsbetrieb der IHK.


Wo ist BMK – neben dem Reparaturressort – konkret nachhaltig?

Unser Engagement entsteht auch durch das Engagement unserer Mitarbeitenden, die wertvolle Impulse geben. Wir möchten unsere Mitarbeitenden schon von Anfang an dazu anhalten, nachhaltig zu denken. Auf Initiative unserer Auszubildenden haben wir deshalb beispielsweise an den Kaffeeautomaten Keramikbecher ergänzt. In unserer Fertigung achten wir auf eine sorgfältige und komponentenreine Rückgewinnung unserer Produktionsabfälle. Denn auch Abfallvermeidung ist ein wichtiger Baustein, nachhaltig zu wirtschaften.

Manchmal gibt sogar der Markt neue Impulse für ökologisches Handeln, die BMK aufgreift. Als zum Beispiel im vergangenen Sommer Bauholz knapp wurde, haben wir einen Dienstleister gesucht, der Holzpaletten repariert, damit sie wieder eingesetzt werden können.


Am Ende des Tages ist BMK aber ein Dienstleister. Können Sie damit auf die ganze Wirtschaft Einfluss nehmen?

Es ist in der Tat so, dass am Ende die Firmen, sprich unsere Kunden, entscheiden, wie sie wirtschaften. Unsere Rolle als Dienstleister ist damit aber noch lange nicht obsolet. Unsere Experten beraten unsere Kunden in enger Zusammenarbeit. Damit können wir einen gewissen Einfluss darauf nehmen, dass die Wirtschaft nachhaltiger wird. Aber das gilt für alle Wirtschaftsbereiche: Nur in guter Zusammenarbeit liegt eine erfolgreiche Zukunft.

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Christina Kolb: Das mag auf den ersten Blick so klingen, ist aber in der Realität falsch. Die elektronischen Geräte, für die wir Reparaturaufträge bekommen, sind in der Regel schon zwei bis zehn Jahre im Einsatz und sollen noch weitere Jahre genutzt werden. Oft kann man Baugruppen nicht neu bauen, da nicht mehr alle Bauteile am Markt verfügbar sind. Außerdem ist die Baugruppe meist als Komponente in einem System verbaut, das ein Vielfaches teurer und aufwendiger ist. Deshalb ist der Ansatz, diese einzelnen Teile im Sinne der Langlebigkeit noch zu reparieren oder auszutauschen, sehr sinnvoll, anstatt neu zu produzieren– denn das wäre richtig teuer, wenn nur ein einziges Teil kaputt ist.

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Die Neuproduktion von Maschinen findet immer statt, also auch neue, effiziente Modelle. Das bedeutet aber nicht pauschal, dass eingesetzte Maschinen ineffizient sind. Deshalb ist der Ansatz einer Nacharbeit oder Reparatur sehr wichtig, um gute Produkte, durch weniger Aufwand wieder in den Kreislauf einfließen zu lassen und dabei Ressourcen zu schonen. Ein sehr nachhaltiger Ansatz. 


Gibt es Branchen, mit denen BMK besonders viel zusammenarbeitet?

Das Spektrum ist weit gefächert. Wir arbeiten viel in der Industrieelektronik, Fahrzeugtechnik, Haustechnik – etwa mit Solaranlagen- und der Telekommunikationsbranche zusammen. Ganz aktuell produziert und montiert BMK auch Luftfiltersysteme, wie sie in Schulen oder Büros im Einsatz sind.


Sie sind also breit aufgestellt. Deshalb einmal generell gefragt: Was bedeutet Nachhaltigkeit für BMK im ganz großen Kontext?

In erster Linie heißt Nachhaltigkeit für uns, Verantwortung gegenüber gegenwärtigen und zukünftigen Generationen zu übernehmen. Seit 2003 verbessert BMK seine Prozesse und seine Leistungen durch ein hauseigenes Umweltmanagement kontinuierlich. Wir zeigen in unserer Umwelterklärung auf unserer Homepage, was wir unter Umweltleistung verstehen, wie Umweltthemen uns betreffen und was wir tun, um immer besser zu werden.

Neben dem überlegten Umgang mit Ressourcen legt BMK auch Wert auf ethische und soziale Nachhaltigkeit im Umgang mit Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitenden. Bei uns arbeiten über 1.300 Mitarbeitende aus 57 Nationen. Wir gehören zu den besten Arbeitgebern Deutschlands und sind anerkannter Ausbildungsbetrieb der IHK.


Wo ist BMK – neben dem Reparaturressort – konkret nachhaltig?

Unser Engagement entsteht auch durch das Engagement unserer Mitarbeitenden, die wertvolle Impulse geben. Wir möchten unsere Mitarbeitenden schon von Anfang an dazu anhalten, nachhaltig zu denken. Auf Initiative unserer Auszubildenden haben wir deshalb beispielsweise an den Kaffeeautomaten Keramikbecher ergänzt. In unserer Fertigung achten wir auf eine sorgfältige und komponentenreine Rückgewinnung unserer Produktionsabfälle. Denn auch Abfallvermeidung ist ein wichtiger Baustein, nachhaltig zu wirtschaften.

Manchmal gibt sogar der Markt neue Impulse für ökologisches Handeln, die BMK aufgreift. Als zum Beispiel im vergangenen Sommer Bauholz knapp wurde, haben wir einen Dienstleister gesucht, der Holzpaletten repariert, damit sie wieder eingesetzt werden können.


Am Ende des Tages ist BMK aber ein Dienstleister. Können Sie damit auf die ganze Wirtschaft Einfluss nehmen?

Es ist in der Tat so, dass am Ende die Firmen, sprich unsere Kunden, entscheiden, wie sie wirtschaften. Unsere Rolle als Dienstleister ist damit aber noch lange nicht obsolet. Unsere Experten beraten unsere Kunden in enger Zusammenarbeit. Damit können wir einen gewissen Einfluss darauf nehmen, dass die Wirtschaft nachhaltiger wird. Aber das gilt für alle Wirtschaftsbereiche: Nur in guter Zusammenarbeit liegt eine erfolgreiche Zukunft.

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