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Bilanz zum Ausbildungsstart 2026: Es gibt noch „Nachzügler“
IHK Schwaben

Bilanz zum Ausbildungsstart 2026: Es gibt noch „Nachzügler“

Symbolbild. Die IHK Schwaben zieht Bilanz zum Ausbildungsstart 2026. Foto: Adobe Stock/ goodluz
Symbolbild. Die IHK Schwaben zieht Bilanz zum Ausbildungsstart 2026. Foto: Adobe Stock/ goodluz

Wie steht es um den Ausbildungsmarkt? Seit dem offiziellen Ausbildungsstart sind rund 700 weitere Ausbildungsverträge bei der IHK Schwaben eingegangen. Im Wirtschaftsraum Augsburg gibt es aber weniger neue Verträge als im Vorjahr.

Der Ausbildungsstart ist bereits rund einen Monat her. Trotzdem kommen weiterhin neue Verträge hinzu. Bei der IHK Schwaben sind allein im September rund 700 zusätzliche Ausbildungsverträge eingegangen. „Viele Absolventen beginnen erst spät mit der Suche nach einem Ausbildungsplatz“, berichtet Dr. Christian Fischer, stellvertretender Leiter des Bereichs Bildung bei der IHK Schwaben. „Der Einstellungsprozess in den Betrieben geht damit inzwischen weit in das neue Ausbildungsjahr hinein.“

Schwabenweit gibt es inzwischen gut 7.600 neue Auszubildende. Seit dem offiziellen Start des Ausbildungsjahres am 1. September ist die Zahl weiter gestiegen. Viele Jugendliche treffen ihre Entscheidung über den weiteren Weg erst spät. Die IHK Schwaben hat deshalb Nachvermittlungsaktionen und individuelle Beratungen angeboten. Damit sollten Jugendliche erreicht werden, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hatten.

Im Wirtschaftsraum Augsburg gibt es weniger Neuverträge

Im Wirtschaftsraum Augsburg liegt die Zahl der Neuverträge aktuell bei 2.560. Damit liegt sie 8,5 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Auch in ganz Bayerisch-Schwaben ist die Zahl zurückgegangen. Im Vergleich zu 2025 wurden knapp 6 Prozent weniger neue Ausbildungsverträge geschlossen. Auch im Land Augsburg und im Kreis Aichach-Friedberg sank die Zahl der Neuverträge um je 10,5 Prozent und 4,5 Prozent. Dabei entwickeln sich die Branchen unterschiedlich.

Besonders deutlich ist der Rückgang in der Industrie. Die schwache Konjunktur und die schleichende Deindustrialisierung wirken sich auch auf den Ausbildungsmarkt aus. Die Zahl der Neuverträge in den gewerblich-technischen Berufen sank um 7 Prozent.

In der Gastronomie ist die Entwicklung dagegen positiv. Das Hotel- und Gaststättengewerbe verzeichnet ein Plus von 10 Prozent. Auch im Verkehrs- und Transportgewerbe stieg die Zahl der neuen Verträge. Hier liegt das Plus bei 4 Prozent.

Zu den gefragtesten Ausbildungsberufen gehören Verkäufer und Einzelhandelskaufleute. Auch Industriekaufleute, Industriemechaniker, Bürokaufleute und Fachinformatiker sind stark gefragt.

Mehr als 1.700 Ausbildungsstellen sind noch offen

Trotz des Rückgangs bei den Neuverträgen bleibe die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen hoch. Das zeigt sich auch im IHK-Ausbildungsatlas. In der regionalen Lehrstellenbörse sind derzeit mehr als 1.700 offene Ausbildungsstellen eingetragen. Viele dieser Stellen sind noch für das laufende Jahr verfügbar.

Gleichzeitig erwartet Fischer, dass auch in diesem Jahr zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. Eine DIHK-Umfrage zeigt die Schwierigkeiten der Unternehmen. Im vergangenen Jahr konnte jeder Betrieb im Durchschnitt 1,5 Ausbildungsstellen nicht besetzen. In fast der Hälfte der Fälle fehlten geeignete Bewerbungen.

Unternehmen sehen Defizite bei den Bewerbern

Für die Betriebe ist nicht nur die Zahl der Bewerber ein Problem. Teilweise fehlen auch wichtige Grundkenntnisse. „Viele sind von der Vielzahl an beruflichen Optionen überfordert“, so Fischer. „Manche haben auch völlig falsche Vorstellungen von den Berufsbildern. Hier haben unsere Beraterinnen und Berater angesetzt und konkrete Job-Angebote gemacht.“

In einer DIHK-Umfrage berichteten vier von zehn Betrieben von Defiziten bei ihren Auszubildenden. Genannt wurden unter anderem Schwächen in Mathematik, beim wirtschaftlichen Grundwissen und in Deutsch. Auch die aktuelle PISA-Studie habe diesen Eindruck bestätigt.

Rund 1.200 Jugendliche verlassen die Schule ohne Abschluss

Eine weitere Herausforderung ist die steigende Zahl junger Menschen ohne Schulabschluss. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik verließen im Schuljahr 2023/24 allein in Bayerisch-Schwaben knapp 1.200 junge Menschen die Schule ohne Abschluss der Mittelschule. Für die Unternehmen bedeute das laut Fischer zusätzlichen Aufwand in der Ausbildung.

Der Kurs „Fit fürs Lernen“ soll wichtige Grundkompetenzen für den Lernerfolg vermitteln. Bei „VerAplus“ unterstützen erfahrene Fachkräfte Jugendliche mit Nachhilfe. Das Kombimodell „1+x“ ermöglicht es seit diesem Jahr in bestimmten Berufen, die Berufsschulzeit zu strecken. „Wir dürfen Jugendliche mit schulischen Problemen nicht aufgeben und müssen ihre Potenziale auf jeden Fall nutzen“, bekräftigt Fischer. Er betont weiter, dass die Last nicht allein bei den Ausbildungsbetrieben liegen darf.

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