B4B Schwaben

Holen Sie sich B4BSCHWABEN.de auf Ihr Smartphone.
Klicken Sie auf das Symbol zum „Teilen” in der Toolbar von Safari. Finden Sie die Option „Zum Home-Bildschirm”. Mit einem Klick auf „Hinzufügen” ist die Installation abgeschlossen! Schon ist die Website als App auf Ihrem iOS-Gerät installiert.

 / 
B4B Nachrichten  / 
Augsburg  / 
Ausbildungsmarkt in Schwaben: Weniger neue Verträge – aber weiterhin viele offene Stellen
Arbeitsmarkt

Ausbildungsmarkt in Schwaben: Weniger neue Verträge – aber weiterhin viele offene Stellen

Symbolbild. Das Gebäude der IHK Schwaben
Symbolbild. Das Gebäude der IHK Schwaben. Foto: IHK Schwaben

Kurz vor dem Start des neuen Ausbildungsjahres zählt die IHK Schwaben knapp 6.000 neue Ausbildungsverträge. Die Zahlen liegen leicht unter dem Vorjahr, gleichzeitig sind in der Region noch mehr als 1.700 Lehrstellen unbesetzt.

Knapp vier Wochen vor dem offiziellen Start des neuen Ausbildungsjahres sind bei der IHK Schwaben fast 6.000 neue Ausbildungsverträge eingegangen. Zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr waren es noch 6.250, die Zahl ist damit schwabenweit um rund vier Prozent zurückgegangen.

Auch in den einzelnen Regionen zeigt sich ein ähnliches Bild. Im Allgäu wurden bislang mehr als 2500 neue Ausbildungsverträge registriert, rund 100 weniger als im Vorjahr. Im Wirtschaftsraum Augsburg sind es aktuell rund 1950 Verträge, nachdem es zum gleichen Zeitpunkt 2025 noch 2026 waren. In Westschwaben liegen bislang 810 Neuverträge vor und damit knapp 40 weniger als vor einem Jahr.

Die aktuellen Zahlen sind allerdings nur eine Zwischenbilanz. Auch in den kommenden Wochen und nach dem Ausbildungsstart am 1. September werden oft noch weitere Verträge abgeschlossen. Dass auf dem Markt weiterhin viel Bewegung herrscht, zeigen auch die offenen Stellen: Im Ausbildungsatlas der IHK sind derzeit schwabenweit noch mehr als 1.700 Ausbildungsplätze gemeldet.

Ausbildungszahlen langfristig hoch

Der leichte Rückgang fällt auch deshalb auf, weil sich die Zahl der Ausbildungsverträge in Bayerisch-Schwaben langfristig deutlich nach oben entwickelt hat. Vor rund 25 Jahren wurden jährlich etwa 6.700 neue Verträge abgeschlossen, zuletzt waren es mehr als 8.500. Größere Einbrüche gab es zwischenzeitlich unter anderem während der Finanzmarktkrise und der Corona-Pandemie.

Nach Einschätzung von Dr. Christian Fischer, stellvertretender Leiter der Beruflichen Bildung bei der IHK Schwaben, hinterlässt derzeit vor allem die schwache Konjunktur Spuren. Gleichzeitig beobachtet die IHK, dass sich die Wahrnehmung der beruflichen Ausbildung verändert hat und sich wieder mehr junge Menschen bewusst für diesen Bildungsweg entscheiden.

Auch die zunehmende Verbreitung von Künstlicher Intelligenz könnte diese Entwicklung nach Ansicht Fischers verstärken. Neben theoretischem Wissen würden praktische Fähigkeiten und die Kompetenz, Wissen in konkreten Situationen anzuwenden, künftig stärker an Bedeutung gewinnen.

Industrie verliert, Gastronomie gewinnt

Wie stark sich die wirtschaftliche Situation auswirkt, unterscheidet sich allerdings deutlich zwischen den Branchen. Besonders sichtbar ist der Rückgang in der Industrie: Dort wurden bislang fast 18 Prozent weniger neue Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Vorjahreszeitraum.

Deutlich positiver entwickelt sich dagegen das Hotel- und Gaststättengewerbe. Hier stieg die Zahl der Neuverträge um 23 Prozent. „Die Branche leidet besonders stark unter dem Fachkräftemangel und hat enormen Nachholbedarf bei der Besetzung freier Stellen“, erklärt Fischer. Zudem profitiert man auch hier vom KI-Boom. „Gerade Berufe, in denen die persönliche Dienstleistung und Service wichtig sind, erscheinen vielen jungen Menschen als zukunftssichere Option“, so der IHK-Experte. Das neue Thema KI treibt außerdem auch Gewerbegründungen in Bayrisch-Schwaben an.

Viele freie Stellen - und trotzdem unversorgte Jugendliche

Eine der größten Herausforderungen bleibt, Unternehmen und Bewerberinnen und Bewerber zusammenzubringen. Denn trotz zahlreicher offener Ausbildungsplätze bleiben Stellen unbesetzt. Laut einer IHK-Umfrage konnte im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte der Ausbildungsbetriebe in Bayerisch-Schwaben nicht alle angebotenen Lehrstellen vergeben.

Gleichzeitig blieben nach Angaben der Agentur für Arbeit schwabenweit mehr als 200 junge Menschen, die sich als ausbildungssuchend gemeldet hatten, ohne Ausbildungsplatz. Angebot und Nachfrage passen damit nicht immer zusammen – etwa beim gewünschten Beruf, den Anforderungen oder dem Standort.

Zusätzlich sieht die IHK Herausforderungen bei der steigenden Zahl junger Menschen mit schwachen oder fehlenden Schulabschlüssen. Für Betriebe kann dadurch während der Ausbildung ein höherer Unterstützungsbedarf entstehen. Mit Angeboten wie dem Kurs „Fit fürs Lernen“ oder „VerAplus“, bei dem erfahrene Fachkräfte Auszubildende unterstützen, soll gegengesteuert werden. Auch Modelle wie „1+x“, bei denen die Berufsschulzeit gestreckt werden kann, sollen Jugendlichen den erfolgreichen Abschluss erleichtern.

Artikel zum gleichen Thema