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Bezirk Schwaben: Erfolgreiche EVA
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Bezirk Schwaben

Bezirk Schwaben: Erfolgreiche EVA

 Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert freut sich über die positive Entwicklung von EVA-Teilnehmer Adrian Treder. Foto: ifd

2008 hat der Bezirk Schwaben das Projekt EVA ins Leben gerufen. Bei der Eingliederung und Vermittlung von Menschen mit Behinderung in den allgemeinen Arbeitsmarkt kann von Menschen mit Handicap noch viel gelernt werden.

In Zusammenarbeit mit dem Integrationsfachdienst (ifd) und den Werkstätten (WfbM) in Schwaben hat der Bezirk Schwaben das Projekt EVA am 01. April 2008 begonnen. Ziel ist es, Menschen mit Behinderung, die in einer Werkstätte tätig sind, in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Teilnehmer von EVA werden durch eine gezielte Übergangsqualifizierung in der WfbM, der Begleitung durch den ifd und eine intensive Vermittlungsphase in den allgemeinen Arbeitsmarkt eingegliedert. Dafür stehen in Schwaben zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen zur Verfügung. „Zu Beginn haben wir uns überlegt, welche Alternativen zu einer Werkstätte wir den Menschen bieten können. Inzwischen ist EVA ein Erfolgsprojekt und erstaunt uns immer wieder“, freut sich Jürgen Reichert, Bezirkstagspräsident Schwaben.

Ifd ist ständiger Begleiter

Die Teilnahme dauert rund 4,5 Jahre. In der 6-monatigen Qualifizierungsphase beginnt der Teilnehmer ein Kurzpraktikum in seinem Wunschberuf. Mit diesen Erfahrungen werden passende Qualifizierungsangebote direkt vor Ort umgesetzt. Während dieser Phase steht der ifd immer als begleitende und beratende Unterstützung zur Verfügung. In der 9-monatigen Vermittlungsphase werden die Teilnehmer durch Langzeitpraktika an den Arbeitsmarkt herangeführt. Auch hier steht der ifd seinen Schützlingen sowie den Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite.  Die anschließende Beschäftigungsphase beinhaltet den Eintritt in den allgemeinen Arbeitsmarkt mit einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis.

Das Ergebnis ist Stolz

Ein Beispiel für dieses Projekt ist Adrian Treder. Der 23-Jährige wurde nach der Diagnose „Lernbehinderung“ in der Werkstätte in Dillingen aufgenommen und arbeitete dort in der Wäscherei. Von EVA war er sofort begeistert. Nach einem Kurzpraktikum im Altersheim in Dillingen machte er ein Langzeitpraktikum in der Hospitalstiftung in Lauingen und ist dort seit Januar 2012 fest angestellt. „Altenpfleger war schon immer mein Traumberuf. Zwar ist es in einem Unternehmen anstrengender als in der Werkstatt, aber ich würde nicht mehr zurück wollen“, erzählt Adrian Treder. „Inzwischen habe ich auch eine eigene Wohnung und mache den Führerschein. Mich macht es stolz, soviel erreicht zu haben.“

Es muss einfach passen

Für einen erfolgreichen Projektabschluss müssen jedoch einige Kriterien stimmen. „Zuerst müssen wir schauen, welche Ressourcen die Menschen mitbringen und für welche Tätigkeiten sie sich eignen. Für jeden möglichen Arbeitnehmer müssen wir auch den richtigen Arbeitgeber und die passende Umgebung finden. Funktioniert es da nicht, müssen Rückholmöglichkeiten sichergestellt sein, damit der Teilnehmer wieder in seine Werkstätte zurückkehren kann“, erklärt Reichert.  Von 62 Teilnehmern wurden seit 2008 22 in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis vermittelt, nur eines davon hat sich bisher aufgelöst. Auch wenn für viele Teilnehmer der Schritt in den Arbeitsmarkt zu groß ist, ziehen auch sie positive Ergebnisse aus dem Projekt. „Auch die bloße Teilnahme an EVA bringt den Menschen Vorteile wie ein stärkeres Selbstvertrauen und Sozialkompetenzen“, betont Antje Skolut aus der Sozialverwaltung Bezirk Schwaben.

Kosten haben sich amortisiert

Kostentechnisch hat sich das Projekt schon längst gelohnt: Insgesamt sind seit 2008 Kosten in Höhe von 370.000 Euro angefallen. Allein bei der Vermittlung von zwei Teilnehmern in ein reguläres Arbeitsverhältnis haben sich die jährlichen Kosten von EVA durch wegfallende Kosten von Werkstättenplätze amortisiert. Antje Skolut freut sich über diese Entwicklung: „Da unterschiedliche Geschichten immer wieder Flexibilität erfordern, müssen die Behörden neue Lösungen für Förderungen finden. Da auch sie die starke persönliche Entwicklung der Teilnehmer sehen, werden immer wieder neue Fördermöglichkeiten geschaffen. So bieten wir beispielsweise ambulant betreutes Wohnen für die Teilnehmer an, die Probleme mit einem eigenen Haushalt haben.“

Betriebe werden entschleunigt

Robert Neuhauser, Karin Zelinsky und Sabine Lechner vom ifd halten EVA für ein aussichtsreiches Projekt. „Es ist uns gelungen, diese Sache anzugehen und fortzuführen. Bei dem heutigen Ergebnis können wir definitiv von einem Erfolg sprechen“, so Neuhauser. Die Integration in den Arbeitsmarkt ist nicht nur für die Teilnehmer wichtig. Auch die Unternehmen ziehen einen Mehrwert aus diesem Projekt. Reichert spricht aus Erfahrung: „Mehr Eingliederung kann in den Betrieben zu einer „Entschleunigung“ führen. Der Stress und Druck in einem Team wird durch die Herzlichkeit und Einzigartigkeit der Teilnehmer genommen. Das macht den Umgang im Team positiver und berufsbedingte Krankheiten werden vorgebeugt.“

Der Bezirk Schwaben und der ifd appellieren an Unternehmer. Sie sollen sich für Menschen mit Handicap öffnen und geeignete Tätigkeiten finden, damit auch sie eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben und Andersartigkeit selbstverständlich wird. 

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