Problemzone Arbeitszeiten

Balletshofer wünscht sich flexiblere Modelle für Azubis

(2.v.l)Johannes Hintersberger, Ulrich Wagner, Michael und Thomas Balletshofer. Foto:Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHABEN
Wer eine Ausbildung zum Bäcker macht, der ist oft zu jung, um den ganzen Produktions-Ablauf miterleben zu können. Auch bei Überstunden lässt der Gesetzgeber bei Azubis wenig bis gar keinen Spielraum zu. Diese und weitere Sorgen brachte die Familien-Bäckerei Balletshofer Staatssekretär Johannes Hintersberger bei seinem Besuch am 13. März näher.

Beim Rundgang durch die Backstube wurde klar: Um 8 Uhr morgens ist der Großteil der Arbeit bereits getan. Nur noch wenige Wägen mit Brezen oder anderes Gebäck sind zu sehen. Die meisten Waren wurden schon ausgeliefert. Viel los ist in der Halle nicht mehr. Die Geschäftsführer und Brüder Thomas und Michael Balletshofer erklärten auch wieso: Um morgens frische Brötchen und Brezen liefern zu können, wird bekannterweise nachts gebacken. Hier liegt auch das Problem.

Balletshofer fordert Sonder-Regelungen für das Bäckerhandwerk

Vielen Auszubildenden ist es per Jugendschutz-Gesetz nicht erlaubt, den nächtlichen Stunden beizuwohnen. So fehle ihnen ein Teil der Ausbildung, zum Beispiel das Brotbacken. Dieses findet nachts statt. Die Familie Balletshofer, Eigentümer der gleichnamigen Bäckerei, sieht hier Nachholbedarf: Sonderregelungen gebe es bereits für bestimmte Branchen. Auch das Bäckerhandwerk sollte hier mit einbezogen werden, so der Tenor. Staatssekretär Hintersberger, der das Unternehmen zum Tag der Ausbildung besuchte, machte sich vor Ort ein Bild der Lage.

Azubis häufen Minus-Stunden an

Problematisch gestaltet sich für Balletshofer auch die Arbeitszeit von maximal acht Stunden. Bei weniger Arbeit, können die Azubis früher gehen. Andersherum dürfen sie aber nie länger bleiben. So ergeben sich Minus-Stunden, die nicht wieder rein gearbeitet werden können. Dies könne nicht im Sinne der Ausbildung sein, so die Familie Balletshofer.

Balletshofer gewährt Einblick in die Backstube

HWK Hauptgeschäftsführer Wagner schließt sich Besuch an

Mit dem Standort in Neusäß ist das Unternehmen dagegen sehr zufrieden. Die Investition hätte sich bewährt gemacht. 410 Beschäftigte arbeiten bei Balletshofer, 18 davon sind Auszubildende. Insgesamt 25 Filialen führt die Bäckerei in Augsburg, Dachau und München. Dass am Standort ausgebildet wird, freute nicht nur den Staatssekretär. Auch Handwerkskammer für Schwaben Hauptgeschäftsführer Ulrich Wagner äußerte sich positiv. Er hatte sich dem Besuch bei Balletshofer angeschlossen.

Neues Ausbildungs-Zentrum für das Bäckerhandwerk in Kempten

Mit der Bäckerei möchte sich die HWK Schwaben auch bezüglich des neuen Ausbildungs-Zentrums für das Bäckerhandwerk in Kempten kurzschließen. Hier soll die Ausbildung in enger Kooperation mit den Betrieben weiter intensiviert werden. „Mit dem neuen und hochmodern ausgestatteten Ausbildungszentrum in Kempten setzen wir Maßstäbe und garantieren weiterhin eine Ausbildung auf höchstem Niveau“, so Wagner.

Nach dem Besuch bei Balletshofer ging es für Staatssekretär Johannes Hintersberger weiter zu Faurecia, SGL Carbon, Hotel Zeller und iwis motorsystems.

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Wer eine Ausbildung zum Bäcker macht, der ist oft zu jung, um den ganzen Produktions-Ablauf miterleben zu können. Auch bei Überstunden lässt der Gesetzgeber bei Azubis wenig bis gar keinen Spielraum zu. Diese und weitere Sorgen brachte die Familien-Bäckerei Balletshofer Staatssekretär Johannes Hintersberger bei seinem Besuch am 13. März näher.

Beim Rundgang durch die Backstube wurde klar: Um 8 Uhr morgens ist der Großteil der Arbeit bereits getan. Nur noch wenige Wägen mit Brezen oder anderes Gebäck sind zu sehen. Die meisten Waren wurden schon ausgeliefert. Viel los ist in der Halle nicht mehr. Die Geschäftsführer und Brüder Thomas und Michael Balletshofer erklärten auch wieso: Um morgens frische Brötchen und Brezen liefern zu können, wird bekannterweise nachts gebacken. Hier liegt auch das Problem.

Balletshofer fordert Sonder-Regelungen für das Bäckerhandwerk

Vielen Auszubildenden ist es per Jugendschutz-Gesetz nicht erlaubt, den nächtlichen Stunden beizuwohnen. So fehle ihnen ein Teil der Ausbildung, zum Beispiel das Brotbacken. Dieses findet nachts statt. Die Familie Balletshofer, Eigentümer der gleichnamigen Bäckerei, sieht hier Nachholbedarf: Sonderregelungen gebe es bereits für bestimmte Branchen. Auch das Bäckerhandwerk sollte hier mit einbezogen werden, so der Tenor. Staatssekretär Hintersberger, der das Unternehmen zum Tag der Ausbildung besuchte, machte sich vor Ort ein Bild der Lage.

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Mit der Bäckerei möchte sich die HWK Schwaben auch bezüglich des neuen Ausbildungs-Zentrums für das Bäckerhandwerk in Kempten kurzschließen. Hier soll die Ausbildung in enger Kooperation mit den Betrieben weiter intensiviert werden. „Mit dem neuen und hochmodern ausgestatteten Ausbildungszentrum in Kempten setzen wir Maßstäbe und garantieren weiterhin eine Ausbildung auf höchstem Niveau“, so Wagner.

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