SPD Plan

Bald ein Recht auf Home-Office? Das sagen IHK und vbw dazu

Symbolbild. Home-Office. Foto: leszekglasner – stock.adobe.com
Laut einem Bericht möchte die SPD das Recht auf Homeoffice im Gesetz verankern. Die Industrie- und Handelskammer Schwaben und die vbw – Vereinigung der Bayerischen e. V. lehnen dies ab.

Das Modell Home-Office ist schon lange in den Betrieben angekommen, weiß IHK Rechtsexpertin Anita Christl. Gerade junge Frauen in Büroberufen würden dies nutzen, die „in oder auch nach der Elternzeit berufstätig sein möchten“. Dabei prüfen Betriebe vorher, welche Tätigkeiten auch von Zuhause aus erledigt werden können. Das trifft schließlich nicht auf jede Arbeit zu.

Nicht alle Tätigkeiten geeignet

„Es muss der unternehmerischen Entscheidungsfreiheit überlassen bleiben, wo der Arbeitseinsatz der Mitarbeiter erfolgt. Hinzu kommt, dass nicht alle Tätigkeiten, zum Beispiel in der Produktion oder bei Dienstleistungen, für ortsungebundene Tätigkeiten geeignet sind. Daher ist ein generelles Recht auf Home-Office für jeden nicht möglich“, kommentiert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Die vbw weise den Vorschlag der SPD nach einem gesetzlichen Anspruch auf Home-Office für jeden daher als undurchdacht zurück.

„Geht an den realen Gegebenheiten vorbei“

„Das generelle Recht auf einen Heimarbeitsplatz geht an den realen Gegebenheiten vorbei“, betont auch Christl und ergänzt: „Nicht jeder Betrieb ist heute schon edv-technisch so ausgerüstet, dass er eine Vielzahl von externen Arbeitsplätzen betreuen könnte.“ Das heißt nicht, dass die Unternehmen gegen Home-Office Angebote sind. Die vbw sieht durch die Digitalisierung durchaus Potenzial, mehr Arbeitsaufgaben ortsungebunden auszuführen. „Mobiles Arbeiten fördert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und stärkt die Zeitsouveränität der Mitarbeiter. Das unterstützen wir, solange es betriebsindividuell umzusetzen ist und die Arbeit generell erledigt wird. Wir begrüßen die in vielen Branchen und Betrieben gefundenen spezifischen und flexiblen Lösungen“, sagte Brossardt.

Sicherheit, Ruhezeiten und Netz-Infrastruktur ein Problem

Doch es gibt auch Risiken: „Daneben darf man nicht vergessen, dass die Betriebe dieselben Arbeitsschutzmaßnahmen gewährleisten müssen, wie für Mitarbeiter vor Ort. Deshalb müssen sich Arbeitgeber schon heute vorbehalten, die häuslichen Büroräumlichkeiten betreten zu dürfen. Zudem sind Arbeitgeber verpflichtet, die Arbeits- und Ruhezeiten im Sinne der Arbeitszeitordnung einzuhalten; auch hierfür müssen interne Maßnahmen für die Heimarbeiter generiert werden. Was die Einrichtung eines Home-Office-Arbeitsplatzes in manchen ländlichen Regionen angeht, begegnet sie Hindernissen, die mit dem mangelnden Ausbau der öffentlichen Netz-Infrastruktur angeht“, so Christl.

„Auch wie der Datenschutz bei der Vernetzung mobiler und stationärer Tätigkeiten gewährleistet werden kann, ist noch offen. Hier besteht die Gefahr, dass ein Einfallstor für mögliche Cyber-Angriffe geöffnet wird. Die damit verbundenen Risiken dürfen Arbeitgebern nicht per Gesetz aufgebürdet werden“, betont Brossardt.

Angebot wird ausgebaut

Home Office an sich ist und bleibt ein Thema für viele Betriebe. Diese seien dabei, ihr Angebot auszuweiten. „Ein Recht auf einen Home-Office-Arbeitsplatz wird jedoch abgelehnt“, erklärt Christl abschließend.

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Das Modell Home-Office ist schon lange in den Betrieben angekommen, weiß IHK Rechtsexpertin Anita Christl. Gerade junge Frauen in Büroberufen würden dies nutzen, die „in oder auch nach der Elternzeit berufstätig sein möchten“. Dabei prüfen Betriebe vorher, welche Tätigkeiten auch von Zuhause aus erledigt werden können. Das trifft schließlich nicht auf jede Arbeit zu.

Nicht alle Tätigkeiten geeignet

„Es muss der unternehmerischen Entscheidungsfreiheit überlassen bleiben, wo der Arbeitseinsatz der Mitarbeiter erfolgt. Hinzu kommt, dass nicht alle Tätigkeiten, zum Beispiel in der Produktion oder bei Dienstleistungen, für ortsungebundene Tätigkeiten geeignet sind. Daher ist ein generelles Recht auf Home-Office für jeden nicht möglich“, kommentiert vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Die vbw weise den Vorschlag der SPD nach einem gesetzlichen Anspruch auf Home-Office für jeden daher als undurchdacht zurück.

„Geht an den realen Gegebenheiten vorbei“

„Das generelle Recht auf einen Heimarbeitsplatz geht an den realen Gegebenheiten vorbei“, betont auch Christl und ergänzt: „Nicht jeder Betrieb ist heute schon edv-technisch so ausgerüstet, dass er eine Vielzahl von externen Arbeitsplätzen betreuen könnte.“ Das heißt nicht, dass die Unternehmen gegen Home-Office Angebote sind. Die vbw sieht durch die Digitalisierung durchaus Potenzial, mehr Arbeitsaufgaben ortsungebunden auszuführen. „Mobiles Arbeiten fördert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und stärkt die Zeitsouveränität der Mitarbeiter. Das unterstützen wir, solange es betriebsindividuell umzusetzen ist und die Arbeit generell erledigt wird. Wir begrüßen die in vielen Branchen und Betrieben gefundenen spezifischen und flexiblen Lösungen“, sagte Brossardt.

Sicherheit, Ruhezeiten und Netz-Infrastruktur ein Problem

Doch es gibt auch Risiken: „Daneben darf man nicht vergessen, dass die Betriebe dieselben Arbeitsschutzmaßnahmen gewährleisten müssen, wie für Mitarbeiter vor Ort. Deshalb müssen sich Arbeitgeber schon heute vorbehalten, die häuslichen Büroräumlichkeiten betreten zu dürfen. Zudem sind Arbeitgeber verpflichtet, die Arbeits- und Ruhezeiten im Sinne der Arbeitszeitordnung einzuhalten; auch hierfür müssen interne Maßnahmen für die Heimarbeiter generiert werden. Was die Einrichtung eines Home-Office-Arbeitsplatzes in manchen ländlichen Regionen angeht, begegnet sie Hindernissen, die mit dem mangelnden Ausbau der öffentlichen Netz-Infrastruktur angeht“, so Christl.

„Auch wie der Datenschutz bei der Vernetzung mobiler und stationärer Tätigkeiten gewährleistet werden kann, ist noch offen. Hier besteht die Gefahr, dass ein Einfallstor für mögliche Cyber-Angriffe geöffnet wird. Die damit verbundenen Risiken dürfen Arbeitgebern nicht per Gesetz aufgebürdet werden“, betont Brossardt.

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