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AVV-Tarifreform: CSU will Mängel mit Geld vom Freistaat beheben

Eva Weber, Zweite Bürgermeisterin der Stadt Augsburg. Foto: Ruth Plössl/Stadt Augsburg
Wirtschaftsreferentin Eva Weber hat einen „dringenden Änderungsbedarf“ an der Tarifreform festgestellt. Der Freistaat soll den AVV künftig finanziell unterstützen.

Vor einem Jahr trat die neue Tarifreform des Augburger Verkehrs- und Tarifverbund (AVV) in Kraft. Von Anfang an sorgte diese für großen Unmut bei den Bürgern.

„Aber auch wenn die Zahlen eine andere Sprache sprechen, so zeigt sich an der anhaltenden Diskussion doch deutlich, dass die Augsburgerinnen und Augsburger dringenden Änderungsbedarf sehen“, äußert sich Eva Weber einen Tag, nachdem sie von Oberbürgermeister Gribl als seine Nachfolgerin empfohlen wurde. Die Abozahlen sind zwar wie gewünscht nach oben gegangen, aber dafür auch die Preise für Fahrgäste.

Tarifreform wird bewertet

Die CSU sieht vor, dass ein unabhängiger Gutachter die Tarifreform bewertet. „Der Gutachter soll die von der Bevölkerung größten Mängel der Tarifreform aufnehmen, qualifiziert bewerten und Vorschläge unterbreiten, in welchen Punkten die Tarifreform nachgebessert werden kann und muss“, erklärt Marc Zander. Er vertritt die CSU-Fraktion im AVV, dessen Tarifreform der Stadtrat 2017 verabschiedete.

CSU will Fördergelder beantragen

Die Evaluierung ist für 2020 vorgesehen, mit der Arbeit soll der Gutachter aber schon jetzt starten. Die Kosten für die Änderungen würde die Stadt Augsburg tragen. Um diese Reform zu finanzieren, will die CSU Fördergelder vom Freistaat beantragen. „Der Münchner Tarifverbund erhält auch für fünf Jahre 35 Millionen Euro jährlich als Ausgleich seiner Mindereinnahmen aus den geplanten Tarifreformen“, so Kränzle. „Das muss auch für den Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund möglich sein.“

Kosten werden durch Ticketverkäufe nur zur Hälfte gedeckt

Die Kosten im Stadtgebiet werden durch Ticketverkäufe nur zur Hälfte gedeckt.  Die andere Hälfte kommt über den Querverbund innerhalb der Stadtwerke, ÖPNV-Zuweisungen und sonstige öffentliche Mittel. Das sind jedes Jahr alleine im Querverbund der swa 40 bis 45 Millionen Euro. „Mit der Reform wurden die Einnahmen stabil gehalten, was ansonsten sicher kaum möglich gewesen wären“, so Claudia Haselmeier (CSU). Der Unmut über die Tarifreform sei aber auch über ein Jahr später noch deutlich spürbar, so CSU-Stadtrat Leo Dietz.

ÖPNV steht stärker im Fokus

Die Landtagsabgeordneten Johannes Hintersberger und Jäckel betonen, dass die Reform 2017 zu einer Zeit erarbeitet wurde, als der ÖPNV noch nicht so stark im öffentlichen Fokus stand. Das habe sich erst durch den Dieselskandal, die drohenden Fahrverbote und die neue Frage nach der Mobilität geändert. Die Chancen, Fördergelder zu erhalten, seien daher nun höher.

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„Aber auch wenn die Zahlen eine andere Sprache sprechen, so zeigt sich an der anhaltenden Diskussion doch deutlich, dass die Augsburgerinnen und Augsburger dringenden Änderungsbedarf sehen“, äußert sich Eva Weber einen Tag, nachdem sie von Oberbürgermeister Gribl als seine Nachfolgerin empfohlen wurde. Die Abozahlen sind zwar wie gewünscht nach oben gegangen, aber dafür auch die Preise für Fahrgäste.

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Die Evaluierung ist für 2020 vorgesehen, mit der Arbeit soll der Gutachter aber schon jetzt starten. Die Kosten für die Änderungen würde die Stadt Augsburg tragen. Um diese Reform zu finanzieren, will die CSU Fördergelder vom Freistaat beantragen. „Der Münchner Tarifverbund erhält auch für fünf Jahre 35 Millionen Euro jährlich als Ausgleich seiner Mindereinnahmen aus den geplanten Tarifreformen“, so Kränzle. „Das muss auch für den Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund möglich sein.“

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