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Die Kuka Group treibt die Unternehmensstrategie „Automation 2.0“ weiter voran: Am Produktionsstandort KTPO, kurz für „Kuka Toledo Production Operation“, im US-Bundesstaat Ohio hat das Unternehmen die Alpha-Version der sogenannten Kuka AMP in Betrieb genommen. „AMP“ steht für „Automation Management Plattform“ und ermögliche die Verzahnung von industrieller Automatisierung durch Roboter und KI-gesteuerter Entscheidungsfindung. Bei einer derartigen Kombination spricht man von „Physical AI“ beziehungsweise physischer KI.
Von physischer KI ist die Rede, wenn Echtzeitdaten aus der Umgebung direkt verarbeitet werden. Im Fall der Kuka AMP bedeutet das, dass die Prozesse der für die Automatisierung eingesetzten Roboter durch KI-Algorithmen verbessert werden, während diese arbeiten.
Während die Testphase der neuen Technologien zunächst in der eigenen Produktion stattfindet, sollen langfristige auch andere Betriebe profitieren, denn: „Damit wird eine Plattform bereitgestellt, die es Kunden ermöglicht, ihre eigenen KI-Modelle zu integrieren und mithilfe einer gemeinsamen Kontextebene in der Produktion generalisieren zu können“, erklärt Marc Fleischmann, Chief Software and AI Officer bei Kuka. Er führt weiter aus: „Durch die kontinuierliche Erfassung und Analyse von Betriebsdaten entsteht ein geschlossener Regelkreis, der die Leistung im Laufe der Zeit verbessern und Unternehmen dabei unterstützen kann, intelligente Automatisierung im großen Maßstab einzusetzen.“ Physische KI wie Kuka AMP sei deshalb „die nächste Evolutionsstufe der industriellen Automatisierung.“
Der Standort in Ohio, den Kuka seit 2006 betreibt, biete aufgrund eines hohen Produktionsvolumens sowie den dort vertretenen Fachbereichen wie Engineering, Softwareentwicklung, Systemintegration und Fertigung optimale Bedingungen, um die Technologie unter realen Bedingungen zu testen. „KTPO ist für uns ein vertrautes Umfeld, sodass wir uns darauf konzentrieren können, die Plattform unter realistischen Bedingungen zu bewerten und Verbesserungen voranzutreiben, die helfen, unseren Anwendern das bestmögliche Erlebnis zu bieten“, so Fleischmann.
In dem 335.000 Quadratfuß (umgerechnet etwas mehr als 31.000 Quadratmeter, Anm. d. Red.) großen US-Werk werden Fahrzeugkarosserien hergestellt, unter anderem für die Jeep-Modelle „Wrangler“ und „Gladiator“. Laut Angaben des Unternehmens sind es mehr als 300 pro Tag, das entspricht etwa einer Karosserie alle zwei Minuten. Neben den 3.400 Angestellten bestehe die Produktion vor Ort aus 285 Robotern sowie mehr als 60.000 vernetzten Geräten.
Der Test physischer KI reiht sich nahtlos in die Unternehmensstrategie von Kuka ein. So ging der Fokus auf neue Automatisierungstechnologien bereits aus dem Geschäftsbericht 2025 hervor, in welchem CEO Christoph Schell diesen Ansatz als „Automation 2.0“ beschreibt. Auch simulationsgesteuerte Automatisierung spielt in diesem Kontext eine tragende Rolle, wie eine Veranstaltung bei Kuka Anfang Mai 2026 zeigte.