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Zum bereits dritten Mal wurde in Augsburg der Augusta – Wirtschaftspreis für Frauen verliehen. Der Preis soll Vorbilder zeigen, Frauen inspirieren und ermutigen, das öffentliche Bewusstsein und die Anerkennung für die unternehmerischen und wirtschaftlichen Leistungen von Frauen stärken.
Den Preis ins Leben gerufen hat 2024 die damalige Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU). Weber wollte damit die Bedeutung von Frauen in der Wirtschaft stärken, sowohl bei den Frauen selbst als auch in der Gesellschaft.
Augsburgs neuer Oberbürgermeister Florian Freund (SPD) will sich dafür einsetzen, dass der Augusta - Wirtschaftspreis für Frauen auch 2027 wieder verliehen wird.
„Wir sind stolz, dass wir Persönlichkeiten wie Sie in der Stadtgesellschaft haben, und danken Ihnen für Ihr Engagement. Ihr Erfolg sichert Arbeitsplätze und Steuereinnahmen und stärkt die Wirtschaftskraft in Augsburg“, richtete Oberbürgermeister Freund seine Worte an die Preisträgerinnen.
Zum ersten Mal wurden in diesem Jahr in einer Kategorie zwei Preisträgerinnen ausgezeichnet. „Wir haben uns in der Jury-Diskussion darauf verständigt, dass wir zwei Gründerinnen des Jahres auszeichnen, weil beide Gründerinnen so Großartiges auf die Beine gestellt und geleistet haben“, sagte Freund. In der Jury saßen in diesem Jahr
Als Managerin des Jahres 2026 wurde Rica Holzmann ausgezeichnet. Holzmann ist Geschäftsführerin des Softwareunternehmens Soffico GmbH. In dem Unternehmen angefangen hatte sie einst als Werksstudentin, bald darauf baute sie den neuen Soffico-Standort in Thailand auf.
Laut Jurorin Ellen Dinges-Dierig, die die Laudatio hielt, ist besonders Holzmanns Beitrag zur digitalen Transformation hervorzuheben. „Sie treibt die Weiterentwicklung innovativer Technologien voran und gestaltet die Zukunft der industriellen Datenintegration aktiv mit“, sagte Dinges-Dierig. Dazu zählen neue KI-Funktionen und Datenraumanbindungen, die in die Unternehmensplattform integriert wurden, genauso wie Holzmanns Engagement in Forschungs- und Innovationsprojekten, die über das Unternehmen hinauswirken.
„Doch erfolgreicher Wandel entsteht nicht allein durch Technologien, er entsteht vor allem durch Menschen“, sagte Dinges-Dierig und hob das Führungsverständnis der Preisträgerin hervor. „Sie steht für eine moderne Form von Führung, die Leistung, Familienverantwortung und Authentizität nicht als Gegensätze betrachtet, sondern selbstverständlich als selbstverständlichen Teil einer zukunftsfähigen Arbeitswelt.“ Als Geschäftsführerin in einer nach wie vor männerdominierenden Branche sei sie zudem ein Vorbild für Frauen, die Führungsverantwortung übernehmen möchten.
Holzmann, die aktuell selbst schwanger ist, rief in ihrer Dankesrede vor allem junge Frauen dazu auf, mutig zu sein. „Traut euch, Familie und Karriere gemeinsam zu denken. Traut euch, einen eigenen Weg zu gehen und vor allem die Kompromisse der Generationen vor uns zu hinterfragen und aufzulösen. Die Frauen in anderen Generationen waren noch nicht an dem Punkt, an dem wir heute gesellschaftlich und gesetzlich sind. Wir haben es in der Hand, wir können es ändern, wir wollen es auch ändern“, sagte Holzmann. Sie sei dankbar, als Frau in der heutigen Zeit in einem Land wie Deutschland und in einer Stadt wie Augsburg zu leben und zu arbeiten. Was die Gesellschaft in den vergangenen 50 Jahren bereits bewirkt hat, müsse die gesamte Gesellschaft aber heute auch aufrechterhalten. „Nicht nur als Frauen, eben auch als Männer“, sagte Holzmann.
Die Laudatio für die Zukunftspionierin hielt Marietta Menner, Jurorin und selbst Zukunfts-Pionierin des Jahres 2025. Als „eine Frau, die mit wissenschaftlicher Exzellenz, Innovationskraft und Weitblick die Technologien von morgen mitgestaltet“ beschrieb Menner die Preisträgerin in diesem Jahr: Prof. Dr. Sabine Ardey, Direktorin des DLR-Institut für Test und Simulation für Gasturbinen in Augsburg. Ardey ist zudem Professorin an der TU München. „Als Wissenschaftlerin, Professorin und Führungspersönlichkeit arbeitet sie an einer der zentralen Fragen unserer Zeit: Wie können wir Mobilität und Energieversorgung nachhaltiger, effizienter und klimaverträglicher gestalten?“, beschreibt Menner die Arbeit der Preisträgerin. Ardey leiste mit ihren Zielen, effizientere Triebwerke, klimaverträgliches Fliegen und nachhaltige Energiesysteme zu schaffen, einen wichtigen Beitrag zur Transformation in der Luft- und Raumfahrt und in der Energieversorgung. Das DLR-Institut verfügt laut Menner dabei über ein Volumen von mehr als 16 Millionen Euro und zähle zu den bedeutendsten Innovationszentren für Triebwerkstechnologie in Deutschland.
Lesen Sie auch das Interview mit Sabine Ardey:Was passiert am DLR-Institut in Augsburg?
Über Ardeys berufliche Leistungen hinaus ist laut Laudatorin Menner auch Ardeys Führungsverständnis beeindruckend. „Die diesjährige Preisträgerin setzt auf Vertrauen, Eigenverantwortung und die Förderung individueller Potenziale. Schon früh hat sie selbst neue Wege für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf beschritten und weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig flexible Arbeitsmodelle sind“, so Menner.
„Es ist eine besondere Ehre, hier vor so vielen tollen Frauen stehen zu dürfen“, begann Ardey ihre Dankesrede. Als Direktorin könne sie die Kultur im Institut gestalten. „Man kann in dem eigenen Unternehmen zeigen, was die Selbstverständlichkeit ist. Alles, was wir hier besprochen haben, wo es hingehen soll, können wir als Nukleus vorleben“, sagte Ardey. Neben der Wissenschaft sei ihr wichtig, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf selbstverständlich ist. Diese Selbstverständlichkeit leben ihre Mitarbeitenden.
Ihren Dank richtete Ardey auch an Augsburg. Die Stadt fördere Innovation strategisch, etwa mit dem Innovationspark, in dem das DLR-Institut ansässig ist. Hinzu komme die gute Vernetzung in Augsburg. „Man ist bodenständig und weltoffen gleichzeitig. Das transportiert Augsburg, das transportieren meine Mitarbeiter und es macht großen Spaß, hier zu forschen und die Zukunft zu gestalten“, sagte Ardey. Der Wirtschaftspreis lenke so auch die Aufmerksamkeit auf Augsburg selbst.
Catharina Besold ist Gründerin und Geschäftsführerin der Marketingagentur tohuwabohu 22 GmbH und „eine Unternehmerin, die eindrucksvoll zeigt, dass wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Wirkung Hand in Hand gehen können“, sagte Laudatorin Lisa Figas über die Gründerin des Jahres 2026. Besold habe mit einem durchschnittlichen Wachstum von über 50 Prozent in den vergangenen drei Jahren ein Unternehmen aufgebaut, das sich in dem anspruchsvollen Markt der Kommunikationsberatung erfolgreich etabliert hat. Dabei begleite Besold Organisationen durch komplexe Transformationsprozesse, Krisensituationen und sensible Kommunikationsaufgaben. „Als Diplomdesignerin, Coach und Beraterin hat sie einen eigenen Ansatz entwickelt, der Elemente aus Strategie, Psychologie, Design Thinking, digitaler Kommunikation und künstlicher Intelligenz vereint“, sagt Figas.
Preisträgerin Besold betonte in ihrer Dankesrede, dass der Augusta – Wirtschaftspreis für Frauen eine doppelte Wirkung hat. „Dieser Preis verbindet Frauen und Menschen. (…) Lasst uns schauen, was wir daraus machen. Es ist für mich ein Startpunkt, Leute kennenzulernen, Frauen kennenzulernen. Lasst uns das gemeinsam nach außen tragen, lasst uns den Standort fördern. Wir leben alle davon und. Vielen Dank“, sagte Besold, als sie die Auszeichnung als Gründerin des Jahres entgegennahm.
Ebenfalls als Gründerin des Jahres 2026 wurde Stephanie Jäger-Nowak ausgezeichnet. Als eine Unternehmerin, die Mut, Kreativität und unternehmerische Weitsicht auf beispielhafte Weise miteinander verbindet“, beschrieb Jurorin Margarete Heinrich die Preisträgerin in ihrer Laudatio. 2020, während der durch die Corona-Pandemie unsicheren Zeit, hat Jäger Nowak das Event- und Kreativstudio Porzellanikum gegründet. Dort können Einzelne, Freundesgruppen, Schulklassen oder Unternehmen Keramik selbst bemalen. „Aus einer Idee entstand innerhalb weniger Jahre ein erfolgreiches Unternehmen, das heute jährlich mehr als 10.000 Menschen begeistert, ein Team von zehn Mitarbeitenden beschäftigt und ein kontinuierliches Wachstum von rund 30 Prozent pro Jahr verzeichnet“, sagte Heinrich. „Die diesjährige Gründerin des Jahres hat einen Ort geschaffen, an dem Menschen unterschiedlichster Generationen und Hintergründe zusammenkommen. (…) Kreativität wird für alle zugänglich gemacht und zu einem Werkzeug für Begegnung, Austausch und Gemeinschaft“, beschrieb Heinrich die Leistung von Jäger-Nowak.
Zudem fördere Jäger-Nowak als Führungskraft Eigenverantwortung, Kreativität und persönliche Entwicklung, lebe Chancengleichheit und schaffe ein Arbeitsumfeld, das von Vertrauen, Respekt und Teamgeist geprägt ist. „Sie zeigt, wie Unternehmertum nicht nur wirtschaftlichen Erfolg schaffen, sondern auch das soziale und kulturelle Leben einer Stadt bereichern kann“, so Heinrich am Ende ihrer Laudatio und überreichte Jäger-Nowak den Augusta-Preis.
„Als ich vor sechs Jahren diesen Weg gegangen bin, wusste ich nicht, dass das mal so groß wird“, beschreibt Jäger-Nowak ihren Weg als Gründerin und Unternehmerin. „Ich hoffe, dass ich auch ein Beispiel für die nächste Generation junger Frauen bin, sich einfach zu trauen und mutig zu sein. Dafür steht dieser Preis für mich.“