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Im Oktober wurden Sie mit dem „Augusta-Wirtschaftspreis für Frauen“ als Gründerin des Jahres ausgezeichnet. Was bedeutet der Preis für Sie?
Wertschätzung! Und extra Freude, darüber, dass man dafür nominiert wurde.
Wie wichtig sind Ihrer Meinung nach Preisverleihungen oder anderweitige Anerkennungen, die gezielt Frauen in der Wirtschaft sichtbar machen?
Sehr wichtig! Es braucht sie! Und danke an Eva Weber, dass Sie ihn ins Leben gerufen haben. Allerdings zeigt es mir auch, dass es immer noch ein langer Weg ist, bis Frauen als gleichwertige Führungskräfte wahrgenommen werden und eben auch allgemeine Wirtschaftspreise selbstverständlich gewinnen werden.
Sie haben 2013 gemeinsam mit sechs Männern die Kreativagentur und Webagentur Yeah gegründet. Wie kam es dazu?
Aus uns Studienfreunden mit kleinen Jobs, haben sich Geschäftspartner mit großen Projekten entwickelt. Daraus entstand Yeah, und bei der Gründung konnte ich doch sechs (damals sieben) Männer nicht alleine lassen.
Das Projekt steht bei uns im Vordergrund. Wenn wir ein Vorhaben gut finden und Kapazitäten haben, unterstützen wir das sehr gerne.
Lisa Figas, Mitgründerin von TelemetryDeck, erwähnte bei ihrer Laudatio, dass weltweit bisher nur etwa 0,1 Prozent der Agenturen von Frauen gegründet wurden. Welche Veränderungen und/oder Anreize bräuchte es Ihrer Einschätzung nach, damit sich mehr Frauen in dieser Branche, aber auch darüber hinaus für eine Gründung entscheiden?
Eine Gründung ist natürlich eine Entscheidung, in die man erstmal sehr viel Zeit investieren können muss. Wichtig dafür ist nach wie vor eine noch bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie inkl. einer gesellschaftlichen Akzeptanz flexibler Arbeitsmodelle. Noch wichtiger finde ich allerdings, in die Stärkung des Selbstvertrauens von Frauen zu investieren und weibliche Führung noch sichtbarer zu machen. Nur so kann sie auch irgendwann einfach etwas ganz Normales werden.
Der Anteil der Gründerinnen aller Branchen lag vergangenes Jahr bei 36 Prozent, der Anteil weiblicher Führungskräfte stagniert laut des Statistischen Bundesamts bei knapp 29 Prozent. Welche persönlichen Erfahrungen haben Sie als Gründerin und damit als weibliche Führungskraft gemacht? Welche Hürden begegnen Frauen aus Ihrer Sicht am häufigsten?
Meine Mutter war selbstständige Geschäftsfrau. Ich habe das mein Leben lang als selbstverständlich hingenommen und nie anders gelernt.
Im ersten Schritt braucht man Mut, Leidenschaft und Selbstvertrauen für das, was man machen möchte. Dann ist man bereits in der Position, Gründerin zu sein. Um das dann halten zu können, hilft ein Umfeld, das einen konstant unterstützt: Eine:n Partner:in, der:die einem zur Seite steht. Unterstützung bei der Kinderbetreuung und Freund:innen, die dich motivieren und auch akzeptieren, dass man oft und auch gerne arbeitet.
Verständnis gegenüber den Mitarbeiter:innen. Man geht auf ihre Bedürfnisse ein, hilft ihnen, ihren Weg zu finden, und vermittelt eine gewisse Sicherheit für das, was man tut. Gleichzeitig hält man die Zukunft seines Geschäfts im Blick.
Gibt es Erfahrungen und Lehren aus den letzten Jahren, die Sie anderen Gründerinnen mitgeben möchten?
Ihr könnt das! Nach den ersten drei Jahren wird’s besser.