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Augsburger sind die gesünderen Bayern DAK-Gesundheit
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DAK-Gesundheit

Augsburger sind die gesünderen Bayern DAK-Gesundheit

 Augsburg und seine Umgebung liegt bei den Krankheitstagen unter dem bayernweiten Durchschnitt, Foto: Fotolia

Augsburg und die Region sind überdurchschnittlich gesund – diese Diagnose ergab der DAK-Gesundheitsreport: Die bayerisch-schwäbischen Arbeitnehmer liegen mit ihren Krankheitsausfällen unter dem bayernweiten Durchschnitt, dennoch sollten sie sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen.

Arbeitnehmer aus Augsburg und Umgebung waren im vergangenen Jahr weniger oft krank. Dieses Ergebnis erzielte der aktuelle DAK-Gesundheitsreport und vermeldet einen Rückgang der Krankheitstage um 0,2 Prozent. Damit liegt die Region Augsburg über dem bayernweiten Durchschnitt – im gesamten Freistaat zählt die DAK einen Anstieg der Ausfalltage um 0,1 Prozent. Während landesweit ein Krankenstand von durchschnittlich 3,4 Prozent verzeichnet wurde, präsentiert sich die Fuggerstadt und ihr Umland mit einer Quote von 3,1 Prozent überdurchschnittlich gesund. Von 1.000 DAK-Versicherten waren damit an jedem Tag des Jahres 31 Arbeitnehmer krankgeschrieben. Zum gesündesten Teil Bayerns zählt die Region Augsburg damit jedoch nicht: Den niedrigste Krankenstand in Bayern weist Starnberg mit 2,3 Prozent auf. Die meisten Krankschreibungen gab es 2012 in den beiden Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld mit 4,2 Prozent.

Erkrankungen des Verdauungssystems steigen – andere gehen zurück

Der aktuelle DAK-Gesundheitsreport für Augsburg und das Umland berichtet, dass bei einigen Diagnosen im Vergleich zum Vorjahr die Ausfalltage abnahmen. Beispielsweise sind Krankschreibungen aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu denen Bluthochdruck und Schlaganfall zählen, um rund 9 Prozent zurückgegangen. Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen wie Depressionen oder Angstzustände nahmen ebenfalls ab – um beinahe 2 Prozent. Sie waren jedoch weiterhin die dritthäufigste Ursache von Arbeitsausfall. Bei dieser Diagnose lag die Region Augsburg leicht über dem Landesschnitt. Mehr Krankheitsausfälle verzeichnete die DAK im Jahr 2012 hingegen aufgrund von Beschwerden des Verdauungssystems. Eine längere durchschnittliche Krankheitsdauer von sechs Tagen sorgte hier für 13 Prozent mehr Arbeitsausfall.

Sinkender Krankenstand hält sich nicht von selbst

„Der sinkende Krankenstand in der Region ist ein gutes Signal“, kommentierte Elisabeth Baumann, DAK-Gesundheit, den aktuellen DAK-Gesundheitsreport. „Damit sich die Entwicklung positiv fortsetzt, sind Arbeitnehmer und Betriebe gefragt. Zu einem gesunden Leben gehört auch der wichtige Bereich der Arbeit. Durch ein gezieltes Gesundheitsmanagement können Unternehmen selbst dazu beitragen, dass der Krankenstand bei ihren Beschäftigten sinkt. Ansätze bieten zum Beispiel die Themen Ernährung, Entspannung und Bewegung.“

Stress als Auslöser für psychische Erkrankungen

Mit neuen Aufklärungskampagnen über die Auswirkungen von Stress im Job setzt die DAK im laufenden Jahr einen Schwerpunkt. Wie eine aktuelle Langzeit-Analyse für Bayern zeigt, sind die Fehltage bei psychischen Erkrankungen in den vergangenen 12 Jahren um 62 Prozent gestiegen. Zu gleichen Zeit gingen Ausfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Atemwegserkrankungen deutlich zurück.

Akzeptanz für seelische Schäden gestiegen

Nach Einschätzung der Experten liegt der Anstieg psychisch bedingter Krankschreibungen insbesondere deshalb zu, weil Betroffene und Ärzte ein neues Bewusstsein für den Umgang mit seelischen Leiden entwickelt haben. „Viele Arbeitnehmer werden heute mit einem psychischen Problem krankgeschrieben, während sie früher zum Beispiel mit der Diagnose chronische Rückenschmerzen arbeitsunfähig gewesen wären“, erklärt Baumann von der DAK-Gesundheit.

Burnout gibt es weit weniger, als gedacht

Auch das Thema „Burnout“ spielte noch vor zehn Jahren bei Krankschreibungen kaum eine Rolle – heute ist es in aller Munde. Dennoch muss die Erkrankung und die aktuelle Diskussion über deren steilen Anstieg relativiert werden: Bei Fehltagen kommt beispielsweise die Diagnose Depression acht Mal häufiger vor. Im vergangenen Jahr haben die Ärzte in Bayern nur bei etwa jedem 780. Mann und jeder 440. Frau ein „Ausbrennen“ auf der Krankschreibung notiert. „Burnout ist offensichtlich kein Massenphänomen“, betont Baumann. „Es ist eine Art Risiko-Zustand und keine Krankheit.“ Der Begriff sei aber durch die zahlreichen Medien-Berichte positiver besetzt und sozial akzeptierter als Depression.

Ständige Erreichbarkeit als Risiko-Faktor für psychische Erkrankung

Laut dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport sind auch berufliche Telefonate außerhalb der Arbeitszeit weit weniger häufig der Fall, als die öffentliche Diskussion vermuten lässt. Beispielsweise geben in Bayern 45 Prozent der Beschäftigten an, noch nie außerhalb der Arbeitszeit von Kollegen angerufen worden zu sein. Außerdem erhalten 70 Prozent der Befragten nach Arbeitsschluss keine E-Mails. Mit dem Ausmaß der Erreichbarkeit steigt das Risiko einer psychischen Erkrankung. Jeder vierte Beschäftigte, der ständig erreichbar ist, leidet unter einer Depression. „Für diese kleine Gruppe hat der Wegfall der Grenze zwischen Beruf und Privatleben einen hohen Preis“, fügt Baumann an.

Depression als Tabu-Thema – Verständnis unter Kollegen gesunken

Psychische Erkrankungen führen meist zu sehr langen Ausfallzeiten – aus Sicht der Beschäftigten in vielen Betrieben ist die Diagnose oft auch über den Zeitraum der Krankschreibung hinaus ein Stigma. Ein Vergleich der DAK-Gesundheitsreporte 2004 und 2012 zeigt, dass aktuell das Verständnis von Kollegen eher pessimistischer ausfällt. „Hier besteht dringender Handlungsbedarf für Betriebe und betroffene Mitarbeiter, das Thema aus der Tabu-Zone herauszuholen“, fordert Elisabeth Baumann. Neue Daten zeigen: Beinahe jeder zweite Arbeitnehmer in Bayern würde es möglichst niemandem preisgeben, dass er an einer psychischen Störung leidet.

Weniger leistungsfähige Mitarbeiter haben immer weniger Platz

Arbeitsverdichtung, Konkurrenz-Druck und lange Arbeitszeiten betrachten die in die Studie mit einbezogenen Ärzte als Ursachen für den Anstieg der psychischen Diagnosen und entsprechende Krankschreibungen. Für weniger leistungsfähige Mitarbeiter gibt es aus Sicht der Mediziner immer weniger Platz in der Arbeitswelt. Außerdem führe fehlender sozialer Rückhalt fern der Arbeitswelt zu mangelnder Widerstandsfähigkeit gegenüber psychischen Beschwerden.

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