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Augsburger Hanfladen möchte Cannabis salonfähig machen
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Interview

Augsburger Hanfladen möchte Cannabis salonfähig machen

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Christian Camassa ist der Geschäftsführer des Hanfladens im HELIO Center am Augsburger Hauptbahnhof. Foto: Michael Ermark / B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Hanf ist ein Produkt das polarisiert. Das weiß auch Christian Camassa. Er ist Geschäftsführer der Augsburger Hanfladens „HANF der etwas andere Bioladen“. Im Interview gibt er einen Einblick in das Cannabis-Geschäft und er verrät, warum ihn Klischees bei der Arbeit behindern.

B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN: Herr Camassa, erst Anfang des Jahres ist Ihr Geschäft ins HELIO Center am Bahnhof umgezogen. Dieser Standort steht immer wieder bei Unternehmern und Kunden in Kritik. Wie schätzen Sie die Lage ein?

Christian Camassa: Wir liegen ja direkt am Eingang, deswegen ist bei uns immer etwas los. Aber weiter drinnen sind natürlich noch viele Baustellen, da muss auch noch mehr Werbung gemacht werden. Aber wir können uns hier wirklich nicht beschweren. Die Kunden sehen unseren Laden von der Straßenbahn aus und denken „Ah, cool ein Hanfladen“ und kommen zu uns herein. Die Lage ist auch verglichen mit unserer alten Location in der Bahnhofsstraße auch günstiger. Denn jetzt sind wir gleich an der Front des Gebäudes. Auch die Kombination mit dem Rewe und dem Kino ist für uns sehr förderlich. Tatsächlich halten uns die Behörden mehr auf. Wir haben schon einen immensen Schaden durch Razzien erlitten. Wir gehen hier von Schikane aus. Wie viele Razzien sollen wir denn noch erleben? Aber wir kämpfen weiter! Und unsere Kunden unterstützen uns dabei.

Ein Blick in den Hanfladen am Augsburger Hauptbahnhof. Foto: Michael Ermark / B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Ihre Kunden haben jetzt auch eine neue Anlaufstelle im Univiertel. Dort befindet sich ja der neue Laden. Wie kommt es zu dieser Expansion? 

Wir haben gemerkt, Augsburg braucht eine zweite Filiale an der Uni. Der Geschäftsführer dort ist Denny Lacalandra. Wir haben viele Studenten als Kunden, die unsere Produkte nutzen, um sich in der Prüfungsphase ein wenig zu entspannen. Und da ist ein Laden in Uni-Nähe natürlich wichtig. Momentan sind aber für Studenten noch Ferien, deswegen rechnen wir ab November mit mehr Kunden an unserem zweiten Standort.

Sie sagen, Ihre Produkte entspannen. Stimmt dann das Klischee vom „Kiffer-Laden“? 

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Als wir eröffnet haben, kamen tatsächlich viele Jugendliche und fragten, ob wir hier auch was zum Rauchen verkaufen würden. Aber das machen wir nicht. Bei uns gibt es keine Drogen. Wir verkaufen das Produkt Hanf in anderen legalen Formen. Als Öl, Tee oder Salben. Insgesamt soll alles das Wohlbefinden unserer Kunden fördern. Obwohl unsere Produkte keine Medikamente sind, können sie doch heilsam wirken. Besonders unsere Salben können gut für die Haut sein und gegen Hämorrhoiden helfen. Deswegen sind viele unserer Kunden zum Beispiel Taxifahrer oder Lkw-Fahrer. Uns ist außerdem wichtig, dass unsere verkauften Produkte natürlichen Ursprungs sind. Wir lassen alles zertifizieren. Und unser Hanf wird auch in der Region angebaut, nämlich im oberbayerischen Vaterstetten bei München.

In Ihrem Laden sind jedoch nicht nur Tee und Salben. Was kann Hanf noch alles? 

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Tatsächlich sind unsere am häufigsten verkauften Produkte wirklich die Tees und Salben. Aber ebenfalls sehr beliebt sind Shampoos mit Hanfzusatz oder auch Bücher, die wir verkaufen. Aber auch unsere Hanflimonade ist besonders bei jüngeren Kunden sehr beliebt. Allerdings enthalten einige unserer Produkte CBD, ein Cannabinoid. Dieses wirkt medizinisch beispielsweise entzündungshemmend oder entkrampfend, kann aber nur auf Rezept eines Arztes ausgegeben werden. Das ist wiederum schwierig. Deswegen haben wir nun eine Studie gestartet, bei der wir die Wirkung unserer CBD-haltigen Produkte über fünf Jahre hinweg bei rund 10.000 Probanden testen wollen. Das Projekt läuft erst seit wenigen Monaten und es sind schon über 2.000 Probanden angemeldet. Das Ergebnis der Studie soll dann dem Image des Hanfs helfen und dabei helfen, dass die Menschen weg von Medikamenten kommen.

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