Künstliche Intelligenz

Augsburger Fraunhofer Spin-off will „Maschinen lernen lassen“

Gemeinsam mit dem Kunststoff-Zentrum SKZ führt ein Augsburger Fraunhofer Spin-Pff aktuell verschiedene Experimente durch. Worum es sich dabei handelt, wurde Mitte August verkündet.

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Das Augsburger Fraunhofer Spin-off Plus10 führt aktuell mit dem Kunststoff-Zentrum SKZ verschiedene Versuchsreihen durch. Ziel sei es dabei, kontinuierlich lernende Modelle praxisnah zu entwickeln, die eine höhere Qualität bei kürzeren Zykluszeiten ermöglichen. Dafür werden Maschinen von verschiedenen Herstellern einbezogen und Verallgemeinerungsstrategien konzipiert. Das zugehörige Forschungsprojekt DarWIN wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Das ist das Ziel des KI-Projekts

Bereits seit Ende des Jahres 2020 laufen die Versuchsreihen für das Forschungsprojekt DarWin. Ziel des KI-Projekts sei es, detaillierte Verhaltensmodelle von Spritzgießmaschinen auf hochfrequenten Maschinendaten zu lernen. Dafür werden  Maschinen unterschiedlicher Hersteller herangezogen, die im Laufe der Zeit ähnliche Teile produzieren. Auf diese Weise sollen die auf einer Maschine gelernten Verhaltensmodelle auch auf andere Maschinen übertragbar sein, ohne die Modelle für jede Maschine wieder komplett neu zu lernen. Die Verhaltensmodelle sollen optimierte Prozessparameter für den nächsten Schuss vorschlagen, um bei minimal möglicher Zykluszeit ohne Ausschuss zu produzieren.

Online-Fähigkeit steht im Fokus

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Die Experten von SKZ und Plus10 erforschen anwendungsnah Machine Learning Modelle zur Verhaltensbeschreibung von zyklischen Fertigungsprozessen am Beispiel des Spritzgießens. Im Zentrum steht die Online-Fähigkeit, also die Bildung und Erweiterung eines Modells, während der Prozess läuft. Daneben spielt auch die Untersuchung der Übertragbarkeit von vortrainierten Machine Learning Modellen von einer Maschine auf ähnliche, nicht identische Maschinen eine zentrale Rolle, heißt es in einer Pressemeldung Mitte August. Ein „Evolutionslerner“ des Unternehmens Plus10 generiert Optimierungsvorschläge basierend auf dem Verhaltensvergleich mit allen beteiligten gleichen beziehungsweise ähnlichen Maschinen. Das SKZ stellt für die Versuchsreihen eine Maschinenvielfalt der Hersteller Arburg, Engel, KraussMaffei, Sumitomo (SHI) Demag sowie Wittmann Battenfeld zur Verfügung. Von Plus10 fließt die Expertise zur Datenverarbeitung und automatisierten Produktionsoptimierung mittels kontinuierlich lernender Modelle in das Projekt ein. Die Spritzgieß-Spezialisten des SKZ beurteilen die übertragenen Optimierungsvorschläge und kontrollieren die Bauteilqualität im Prüflabor.

Das Forschungsprojekt „DarWIN“ (BMBF-Förderkennzeichen 01IS20066) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und endet voraussichtlich im November 2021. Für Ende des Jahres ist die Veröffentlichung der finalen Ergebnisse geplant.

So kooperieren Hosokawa Alpine und Start-up Plus10 in Augsburg

Im Juli wurde verkündet: Innovation ist Treiber der Wirtschaft. Deshalb arbeiten viele Unternehmen mit jungen Start-ups zusammen. So auch Hosokawa Alpine und Plus10. Kennengelernt hatten sich die beiden Firmen bei der AI Convention, die von der IHK Schwaben 2020 veranstaltet wurde. Schnell war beiden klar, dass sie von einem Austausch profitieren können, erklärt eine Mitteilung von Hosokawa Alpine. „Zusammen mit Plus10 haben wir binnen zwei Tagen konkrete Anwendungsfälle erarbeitet, wie Künstliche Intelligenz wertschöpfend und zugleich technisch realistisch in unseren Anlagen integriert werden kann. Mit ihren konkreten Beispielen zur Umsetzung im Maschinen- und Anlagenbau hat plus10 das Thema für uns sehr gut greifbar gemacht. Das hat uns umfänglich geholfen, KI-Applikationen für unsere Anlagen zu identifizieren“, erläutert Christian Riendl, Head of Electrical Engineering der Film Extrusion Division der Hosokawa Alpine AG, die gemeinsame Zusammenarbeit.

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