Stadt Augsburg

Augsburg muss sparen: Haushalt für 2015 genehmigt

Die Stadt muss künftig mehr sparen. Foto: B4B SCHWABEN

Die Finanzlage der Stadt Augsburg ist angespannt. Die Regierung von Schwaben hat den Haushalt 2015 trotzdem genehmigt. Damit bleibt die Stadt handlungsfähig.

von Rebecca Weingarten, Online-Redaktion

Die Regierung von Schwaben hat den Haushalt 2015 der Stadt Augsburg genehmigt. Gleichzeitig kritisiert sie die Fuggerstadt: Augsburg gibt zu viel Geld aus. In Zukunft wird die Stadt verstärkt Prioritäten setzen müssen.

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

Der städtische Haushalt 2015 hat ein Volumen von 893,5 Millionen Euro. 759,3 Millionen Euro entfallen auf den Verwaltungshaushalt. Das Investitionsvolumen beträgt damit etwas über 92 Millionen Euro. Gleichzeitig wurden Kredite von für Investitionen in Höhe von 40,7 Millionen Euro genehmigt. Dem stehen Kredittilgungen von 25,6 Millionen Euro gegenüber. Neben regulären Kreditaufnahmen von 19,5 Millionen Euro ist zudem ein Kontingent von 21,2 Millionen Euro für die Finanzierung des Augsburger Schulertüchtigungsprogramms vorgesehen. „Gerade mit Hilfe zinsgünstiger Förderkredite, die im Lauf von elf Jahren zurückgezahlt werden müssen, erhält die Verbesserung unserer Schullandschaft mit diesem Sonderprogramm einen kraftvollen Impuls“, erklärt Bürgermeisterin und Finanzreferentin Eva Weber.

Stadt will Haushaltsdefizit 2015 noch in diesem Jahr abtragen

Das Haushaltsdefizit 2014 betrug 43,8 Millionen Euro. Die Stadt will dieses Defizit möglichst noch 2015 abtragen. Rechtlich gesehen hätte sie dafür bis 2016 Zeit. „Weil 2016 für die Stadt Augsburg aber ein finanziell herausforderndes Jahr wird, ist es unumgänglich, die Abdeckung des Fehlbetrags bereits noch in diesem Jahr mit aller Kraft anzugehen. Nur so kann der Weg für erfolgreiche Haushaltsberatungen 2016 geebnet werden“, erklärt Eva Weber. Wichtige Maßnahmen wie etwa die Sanierung der Wertachbrücke an der Ackermannstraße sollen jedoch nicht darunter leiden. Auch die anstehende Theatersanierung spielt laut Eva Weber für das Haushaltsjahr 2016 keine Rolle. Diese schlägt im kommenden Jahr lediglich mit Planungskosten zu Buche.

Stadt Augsburg muss sparen

Die Regierung von Schwaben kritisiert, dass die Finanzlage der Stadt Augsburg weiterhin angespannt ist. Offiziell werden strukturelle Gründe als Ursache genannt. So stehen den hohen Kosten für soziale Sicherung und Infrastruktur relativ niedrige Einnahmen aus der Gewerbe- und Einkommenssteuer entgegen. In den zurückliegenden zehn Jahren haben sich beispielsweise die Ausgaben für die Kinder- und Jugendhilfe mehr als verdoppelt. Gleichzeitig befindet sich Augsburg unter den 25 kreisfreien Städten Bayerns bei der Pro-Kopf-Steuerkraft stets auf den hinteren Plätzen.

Stadt muss Prioritäten setzen

„Gerade für den Grundhaushalt 2015 hat die Stadt besonderen Wert auf eine Risikominimierung gelegt“, sagt Eva Weber. Nachhaltige Entlastungen für den Stadthaushalt sind jedoch unumgänglich. „Was dabei aber nicht passieren darf ist, dass in den nächsten Jahren Schulsanierungen gegen Sportstätten, soziale Sicherung gegen Investitionen in Infrastruktur oder die Theatersanierung gegen die Unterstützung von Vereinen ausgespielt werden. Vielmehr bedarf es einer politischen Diskussion und einer Entscheidung im Stadtrat, wie welche Prioritäten gesetzt werden“, so Finanzreferentin Eva Weber.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Schritte zur Entlastung des Haushalts wieder rückgängig gemacht

Die Stadt hat in der jüngeren Vergangenheit bereits verschiedene Maßnahmen beschlossen, um den Haushalt finanziell zu entlasten. Vor allem in den Jahren 2012 und 2013 wurden viele dieser Sparmaßnahmen jedoch wieder gelockert. „Aus politischen Erwägungen heraus war dies zwar verständlich, für die dauerhafte Haushaltskonsolidierung aber wenig hilfreich“, gibt Eva Weber zu.

Lage der städtischen Eigenbetriebe Theater und Altenhilfe

Von den vier städtischen Eigenbetrieben Stadtentwässerung, Abfallwirtschaft und Stadtreinigung, Theater und Altenhilfe sind die beiden letzteren defiziär. Sie können sich nicht in ausreichendem Maße über Gebühren und Eintrittsgelder finanzieren. Wie die Finanzreferentin sagt, arbeite das Sozialreferat mit Nachdruck an einer Verbesserung der betriebswirtschaftlichen Situation. Beim Theater sollen vor allem durch die vorgesehene umfassende Sanierung des Werkstatt- und Lagerbereichs die Betriebsabläufe und Betriebskosten optimiert werden. Dazu wird ab der Spielzeit 2016/17 mit einer neuen kaufmännischen Werkleitung eine erste betriebswirtschaftliche Untersuchung des Theaters erarbeitet. Darüber hinaus sollen Analysen der Besucherstruktur durchgeführt werden.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
Stadt Augsburg

Augsburg muss sparen: Haushalt für 2015 genehmigt

Die Stadt muss künftig mehr sparen. Foto: B4B SCHWABEN

Die Finanzlage der Stadt Augsburg ist angespannt. Die Regierung von Schwaben hat den Haushalt 2015 trotzdem genehmigt. Damit bleibt die Stadt handlungsfähig.

von Rebecca Weingarten, Online-Redaktion

Die Regierung von Schwaben hat den Haushalt 2015 der Stadt Augsburg genehmigt. Gleichzeitig kritisiert sie die Fuggerstadt: Augsburg gibt zu viel Geld aus. In Zukunft wird die Stadt verstärkt Prioritäten setzen müssen.

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

Der städtische Haushalt 2015 hat ein Volumen von 893,5 Millionen Euro. 759,3 Millionen Euro entfallen auf den Verwaltungshaushalt. Das Investitionsvolumen beträgt damit etwas über 92 Millionen Euro. Gleichzeitig wurden Kredite von für Investitionen in Höhe von 40,7 Millionen Euro genehmigt. Dem stehen Kredittilgungen von 25,6 Millionen Euro gegenüber. Neben regulären Kreditaufnahmen von 19,5 Millionen Euro ist zudem ein Kontingent von 21,2 Millionen Euro für die Finanzierung des Augsburger Schulertüchtigungsprogramms vorgesehen. „Gerade mit Hilfe zinsgünstiger Förderkredite, die im Lauf von elf Jahren zurückgezahlt werden müssen, erhält die Verbesserung unserer Schullandschaft mit diesem Sonderprogramm einen kraftvollen Impuls“, erklärt Bürgermeisterin und Finanzreferentin Eva Weber.

Stadt will Haushaltsdefizit 2015 noch in diesem Jahr abtragen

Das Haushaltsdefizit 2014 betrug 43,8 Millionen Euro. Die Stadt will dieses Defizit möglichst noch 2015 abtragen. Rechtlich gesehen hätte sie dafür bis 2016 Zeit. „Weil 2016 für die Stadt Augsburg aber ein finanziell herausforderndes Jahr wird, ist es unumgänglich, die Abdeckung des Fehlbetrags bereits noch in diesem Jahr mit aller Kraft anzugehen. Nur so kann der Weg für erfolgreiche Haushaltsberatungen 2016 geebnet werden“, erklärt Eva Weber. Wichtige Maßnahmen wie etwa die Sanierung der Wertachbrücke an der Ackermannstraße sollen jedoch nicht darunter leiden. Auch die anstehende Theatersanierung spielt laut Eva Weber für das Haushaltsjahr 2016 keine Rolle. Diese schlägt im kommenden Jahr lediglich mit Planungskosten zu Buche.

Stadt Augsburg muss sparen

Die Regierung von Schwaben kritisiert, dass die Finanzlage der Stadt Augsburg weiterhin angespannt ist. Offiziell werden strukturelle Gründe als Ursache genannt. So stehen den hohen Kosten für soziale Sicherung und Infrastruktur relativ niedrige Einnahmen aus der Gewerbe- und Einkommenssteuer entgegen. In den zurückliegenden zehn Jahren haben sich beispielsweise die Ausgaben für die Kinder- und Jugendhilfe mehr als verdoppelt. Gleichzeitig befindet sich Augsburg unter den 25 kreisfreien Städten Bayerns bei der Pro-Kopf-Steuerkraft stets auf den hinteren Plätzen.

Stadt muss Prioritäten setzen

„Gerade für den Grundhaushalt 2015 hat die Stadt besonderen Wert auf eine Risikominimierung gelegt“, sagt Eva Weber. Nachhaltige Entlastungen für den Stadthaushalt sind jedoch unumgänglich. „Was dabei aber nicht passieren darf ist, dass in den nächsten Jahren Schulsanierungen gegen Sportstätten, soziale Sicherung gegen Investitionen in Infrastruktur oder die Theatersanierung gegen die Unterstützung von Vereinen ausgespielt werden. Vielmehr bedarf es einer politischen Diskussion und einer Entscheidung im Stadtrat, wie welche Prioritäten gesetzt werden“, so Finanzreferentin Eva Weber.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden dieser Anzeige!

Wir verwenden einen Drittanbieterdienst, um Anzeigen darzustellen, die möglicherweise Daten über Ihre Aktivität sammeln. Bitte überprüfen Sie die Details und akzeptieren Sie den Dienst, um diese Anzeige zu sehen.

Dieser Inhalt darf aufgrund von Trackern, die dem Besucher nicht bekannt gegeben werden, nicht geladen werden. Der Website-Eigentümer muss die Website mit seinem CMP einrichten, um diesen Inhalt in die Liste der verwendeten Technologien aufzunehmen.

powered by Usercentrics Consent Management Platform

Schritte zur Entlastung des Haushalts wieder rückgängig gemacht

Die Stadt hat in der jüngeren Vergangenheit bereits verschiedene Maßnahmen beschlossen, um den Haushalt finanziell zu entlasten. Vor allem in den Jahren 2012 und 2013 wurden viele dieser Sparmaßnahmen jedoch wieder gelockert. „Aus politischen Erwägungen heraus war dies zwar verständlich, für die dauerhafte Haushaltskonsolidierung aber wenig hilfreich“, gibt Eva Weber zu.

Lage der städtischen Eigenbetriebe Theater und Altenhilfe

Von den vier städtischen Eigenbetrieben Stadtentwässerung, Abfallwirtschaft und Stadtreinigung, Theater und Altenhilfe sind die beiden letzteren defiziär. Sie können sich nicht in ausreichendem Maße über Gebühren und Eintrittsgelder finanzieren. Wie die Finanzreferentin sagt, arbeite das Sozialreferat mit Nachdruck an einer Verbesserung der betriebswirtschaftlichen Situation. Beim Theater sollen vor allem durch die vorgesehene umfassende Sanierung des Werkstatt- und Lagerbereichs die Betriebsabläufe und Betriebskosten optimiert werden. Dazu wird ab der Spielzeit 2016/17 mit einer neuen kaufmännischen Werkleitung eine erste betriebswirtschaftliche Untersuchung des Theaters erarbeitet. Darüber hinaus sollen Analysen der Besucherstruktur durchgeführt werden.

Weitere Artikel zum Gleichen Thema
nach oben