Bernd Minning geht

Auch Vorsitzender des Aufsichtsrats verlässt LEDVANCE

Archivbild von Bernd Minning. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Die nächste Führungskraft kündigt ihren Austritt aus dem Licht-Konzern LEDVANCE an. Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Minning, der zuvor auch schon bei KUKA und Grenzebach aktiv war, zieht sich zurück.

Minning ist aufgrund seiner vorherigen Tätigkeiten kein Unbekannter in Schwaben: Den Roboterhersteller KUKA verließ Bernd Minning im Februar 2017, zeitgleich zur Übernahme durch Midea. Beim Maschinenbauer Grenzebach ist er seit 2015 nicht mehr tätig. Nun gibt er auch seine Stelle bei LEDVANCE auf.

LEDVANCE will Nachfolger im Januar bekannt geben

„Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Bernd Minning wird sein Amt zum Jahresende niederlegen. Derzeit suchen der Aufsichtsrat und die Gesellschafter einen neuen Aufsichtsrat sowie einen neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung. Die Entscheidung über die Personalien wird voraussichtlich im Rahmen einer Aufsichtsratssitzung Ende Januar fallen“, kommentierte LEDVANCE auf Nachfrage unserer Redaktion die Entscheidung. Nur eine Woche zuvor wurde bekannt, das CEO Jes Munk Hansen LEDVANCE seit 1. Dezember 2017 nicht mehr in der Position als Geschäftsführer tätig ist.

Rüdiger Tibbe ist Interims-CEO

Begründet wurde die Trennung von Hansen durch die Bestätigung Garchings als Zentrale für LEDVANCE. Das Unternehmen wolle einen dauerhaft in Garching ansässigen CEO. Jes Munk Hansen sitze jedoch in Wilmington, Massachusetts. Bis ein externer Nachfolger gefunden ist, übernimmt Rüdiger Tibbe, CTO (Chief Transformation Officer), die vakante Stelle übergangsweise. Hansen hatten unter anderem die Abspaltung LEDVANCEs von Osram begleitet.

Deutschlandweiter Stellenabbau

Die LEDVANCE GmbH hat in den vergangenen Wochen für viel Aufsehen gesorgt. Im Sommer wurde die Übernahme durch einen chinesischen Investor bekannt. Im November verkündete das Unternehmen, 1.300 Stellen in Deutschland streichen zu wollen. Die Werke Berlin und Augsburg sollen komplett geschlossen werden. Um dies zu verhindern, haben sich in der Fuggerstadt verschiedene Akteure zusammengeschlossen. Stadt, Freistaat und auch Vertreter der Bundesregierung bieten ihre Hilfe an. Der Betriebsrat hat derweil einen Wirtschaftsprüfer engagiert. Dieser soll die vorgelegten Zahlen, auf denen das angekündigte Werks-Aus in Augsburg gründet, näher betrachten. Im neuen Jahr soll dann ein Alternativ-Konzept vorgestellt werden.

Teil-Erhalt des Standortes Augsburg gilt bei der Stadt als realistisch

Bürgermeisterin und Wirtschaftsreferentin Eva Weber sagte heute nach einem Runden Tisch der Augsburger Allianz für Arbeitsplätze außerdem: „Mit der Unterstützung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums und den anderen involvierten Akteuren haben in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche mit der Geschäftsführung, dem chinesischen Konsulat in München und dem Bundeswirtschaftsministerium stattgefunden, um ernsthafte objektive Alternativkonzepte und Fortführungsszenarien zu prüfen.“ Die Allianz vertritt auch nach der Sitzung vom 15. Dezember die Auffassung, dass es nicht unbedingt zu einer kompletten Standortschließung kommen muss. Zumindest ein Teil des Standorts Augsburg könnte erhalten werden.

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