Knapp 700 Mitarbeiter betroffen

Bestätigt: LEDVANCE schließt 2018 das Werk in Augsburg

LEDVANCE in Augsburg. Foto: Isabell Walter/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Wie den Mitarbeitern des Augsburger LEDVANCE-Werks heute Mittag mitgeteilt wurde, steht der Standort vor der Schließung. Neben Augsburg ist auch Berlin von diesem Restrukturierungs-Programm betroffen. Deutschlandweit werden 1.300 Jobs wegfallen.

Die LEDVANCE GmbH gab heute auf einer bundesweit stattfindenden Mitarbeiter-Versammlung bekannt, die Werke in Augsburg und Berlin schließen zu wollen. Es handelt sich dabei um ein umfassendes Restrukturierungs-Programm. Sowohl die Leuchtstofflampen-Produktion als auch das Glaswerk sollen bis Ende 2018 in Augsburg geschlossen werden, der Maschinenbau bis Ende 2019. Was mit der Logistik geschehen soll, werde noch überprüft, hieß es auf Nachfrage unserer Redaktion.

Maschinenbau verzeichnet viele Aufträge

Pläne, wie es mit dem Standort nach 2018 weitergehen soll, gibt es laut Angaben des Unternehmens bisher noch nicht. Der Maschinenbau wird aufgrund seiner vielen Aufträge ein Jahr länger bestehen. Während in Augsburg dennoch insgesamt rund 700 Stellen wegfallen, sind es in Berlin etwa 200. Auch die Mitarbeiter in den restlichen deutschen Werke sind damit von Kündigungen betroffen. 

Auf der Pressekonferenz zur Werksschließung von LEDVANCE. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABENAuf der Pressekonferenz zur Werksschließung von LEDVANCE. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

„Das Werk ist nicht ausgelastet“

Der Schritt kommt für die Beteiligten nicht überraschend, wie es weiter seitens des Unternehmens heißt. „Faktum ist: Das Werk ist nicht ausgelastet und schreibt seit Jahren rote Zahlen“, so die Unternehmens-Kommunikation. Es würden Dinge produziert werden, „die keiner mehr braucht“. Der Markt für Glühlampen sei bis 2025 zu 90 Prozent verschwunden. Gesamtbetriebsrat, Konzernbetriebsrat und IG Metall kritisierten die angekündigte Werksschließungen und Personalabbau scharf.

IG Metall will um das Werk kämpfen

„Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen müssen definitiv ausgeschlossen werden“, kommentierte Willi Sattler, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates, die angekündigten Schritte von LEDVANCE. Der Konzernbetriebsratsvorsitzende Andreas Jakob kritisierte weiter, dass keinerlei Alternativ-Vorschläge gemacht worden seien. Zudem seien in den vergangenen Jahren Vorschläge der Mitarbeiter und Abteilungen zu technologischen Innovationen von der Unternehmensleitung aus München stets abgelehnt worden. Technisch sei Augsburg durchaus in der Lage, weiterzumachen. Es würden nur die Innovationen fehlen. Man wolle für den Standort weiter kämpfen, wie Michael Leppek, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Augsburg, anschließend verlauten ließ. Diese Ankündigungen wurden von LEDVANCE bereits erwartet.

LEDVANCE: Keine Alternativen für Augsburg

Alternativen, wie die LED-Fertigung in Augsburg auszubauen, sieht LEDVANCE aber nicht als realisierbar an. Es bräuchte andere Anlagen und andere Mitarbeiter. Außerdem sei dies weniger fertigungsintensiv und mit weniger Arbeitskräften zu bewältigen. Zusammen mit den Arbeitnehmer-Vertretern soll nun ein Sozialplan erarbeitet werden.

Das Werk gehörte bis vor einigen Jahren noch zu OSRAM. Die dort ansässige Sparte wurde abgespalten und firmiert seither unter dem Namen LEDVANCE. Das Unternehmen wurde diesen Sommer schließlich von einem chinesischen Investor gekauft. Der Standort an der Berliner Allee blickt auf eine 110-jährige Geschichte zurück. 

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