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Anerkennung ausländischer Abschlüsse gewinnt für IHK Schwaben an Bedeutung
Fachkräftemangel

Anerkennung ausländischer Abschlüsse gewinnt für IHK Schwaben an Bedeutung

Die IHK Schwaben erklärt, weshal die Anerkennung ausländischer Abschlüsse für den Arbeitsmarkt in Bayerisch-Schwaben an Bedeutun
Die IHK Schwaben erklärt, weshal die Anerkennung ausländischer Abschlüsse für den Arbeitsmarkt in Bayerisch-Schwaben an Bedeutung gewinnt. Foto: IHK Schwaben

Der Fachkräftemangel in Bayerisch-Schwaben bleibt trotz konjunktureller Eintrübungen ein strukturelles Problem. Die wachsende Zahl ausländischer Fachkräfte, die ihre Abschlüsse anerkennen lassen möchten, zeigt, welche Rolle Zuwanderung für die regionale Wirtschaft spielt.

Der Arbeitsmarkt in Bayerisch-Schwaben steht vor anhaltenden Herausforderungen. Schon heute fehlen der regionalen Wirtschaft rund 11.000 Fachkräfte, bis 2028 dürfte sich diese Lücke weiter vergrößern. Vor diesem Hintergrund rückt die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse zunehmend in den Fokus. Aktuelle Zahlen der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben deuten darauf hin, dass das Interesse internationaler Fachkräfte an deutschen Abschlüssen weiter wächst.

Fachkräftelücke trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten

Nach Prognosen des IHK-Arbeitsmarktradars wird der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften in Bayerisch-Schwaben in den kommenden Jahren weiter steigen und bis 2028 nahezu 14.000 Beschäftigte erreichen. Diese Entwicklung hält trotz konjunktureller Schwierigkeiten und steigender Arbeitslosenzahlen an. Für viele Unternehmen bleibt der Fach- und Arbeitskräftemangel ein zentrales Risiko für ihre wirtschaftliche Stabilität. Mehr als 40 Prozent der Betriebe sehen darin bereits heute eine Bedrohung für ihre Geschäftsentwicklung.

Vor diesem Hintergrund gewinnt Zuwanderung an Bedeutung. „Angesichts der demografischen Entwicklung wird es nicht ausreichen, nur inländische Erwerbspotenziale zu erhöhen. Wir benötigen Zuwanderung“, erklärt Dr. Christian Fischer, stellvertretender Leiter des Bereichs Bildung bei der IHK Schwaben.

Wachsende Zahl von Anerkennungsanträgen

Ein Indikator für diese Entwicklung ist die steigende Zahl der Anerkennungsverfahren für ausländische Berufsabschlüsse. Bis Ende September gingen im Zuständigkeitsbereich der IHK Schwaben mehr als 200 entsprechende Anträge ein, im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 163 Anträge. Ziel dieser Verfahren ist es zu prüfen, ob im Ausland erworbene Qualifikationen mit deutschen Berufsabschlüssen vergleichbar sind oder ob ergänzende Qualifikationen erforderlich sind. „Um die Zuwanderung in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu erleichtern und die Beschäftigungschancen von Migranten zu verbessern, sind schnelle und einfache Anerkennungsverfahren entscheidend“, so Fischer weiter.

Bedeutung der Anerkennung für Arbeitsmarkt und Unternehmen

Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse verbessert aus Sicht der IHK die Chancen der Antragstellenden auf dem regionalen Arbeitsmarkt und soll zugleich mehr Transparenz für Unternehmen schaffen. „Damit erhöhen die Antragsteller ihre Chancen am regionalen Arbeitsmarkt“, erläutert Fischer. „Unternehmen wiederum können so die Qualifikation internationaler Fachkräfte besser beurteilen.“

Für alle IHK-Berufsabschlüsse übernimmt die Prüfung die bundesweit zuständige Stelle „IHK Foreign Skills Approval“ (IHK FOSA). Seit Einführung des Anerkennungsverfahrens im April 2012 haben allein im Bereich der IHK Schwaben mehr als 1.200 Menschen ihre Qualifikationen prüfen lassen. Bundesweit wird in diesem Jahr der 10.000. Anerkennungsbescheid versendet.

Herkunftsländer und Berufsprofile

Die meisten Anerkennungsanträge bei der IHK Schwaben stammen von Fachkräften aus der Türkei, der Ukraine, Marokko, Rumänien und Kroatien. Inhaltlich konzentrieren sich die Anerkennungen auf bestimmte Berufsgruppen. Rund 40 Prozent der Verfahren betreffen Elektroberufe, etwa jeder fünfte Antrag bezieht sich auf Tätigkeiten in Gastronomie und Hotellerie. Kaufmännische Berufe machen etwa ein Sechstel der Anträge aus, Metallberufe rund 15 Prozent. Bundesweit sind knapp 80 Prozent der Antragstellenden männlich, rund drei Viertel sind jünger als 40 Jahre. Ein großer Teil der Anträge wird direkt aus dem Ausland gestellt, mittlerweile bereits bis zu 70 Prozent, mit weiterhin steigender Tendenz. Wo diese Fachkräfte später eine Beschäftigung aufnehmen, wird statistisch nicht erfasst.

Anerkennungsverfahren als Standortfaktor

Im bundesweiten Vergleich nimmt die IHK Schwaben bei der Zahl der Anerkennungen eine der Spitzenposition ein, dennoch sieht die Kammer weiteren Handlungsbedarf. Angesichts des hohen Fachkräftebedarfs in der Region sei die Anerkennungen über FOSA nur ein Baustein. Fischer kritisiert, die Politik müsse schnellstmöglich den gesamten Anerkennungsprozess reformieren, denn ein solch komplexes und zeitaufwändiges Verfahren wirke auf ausländische Fachkräfte nicht attraktiv genug.

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