Massive Einschränkungen

Am Mittwoch wird im Augsburger Nahverkehr gestreikt

Bis 8 Uhr rücken weder Straßenbahnen noch Busse aus. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Die Aktion von ver.di ist am 13. Juni für vier Stunden angesetzt. Die Stadtwerke Augsburg rechnen bis 9 Uhr mit massiven Einschränkungen im Nahverkehr.

„Am kommenden Mittwoch beginnen die ersten Warnstreiks“, kündigte Verhandlungsführer Norbert Flach von ver.di Bayern an. Zum Auftakt streiken die Beschäftigten im Nahverkehr in Augsburg am 13. Juni ab 4 Uhr. Sie sind zu einem vierstündigen Warnstreik aufgerufen. Wie die Stadtwerke mitteilen, rücken von Betriebsbeginn an bis circa 8 Uhr keine Fahrzeuge aus. Es kommt daher in dieser Zeit zu einem Komplettstillstand des öffentlichen Nahverkehrs. Bis ungefähr 9 Uhr sei mit massiven Einschränkungen bei Bus- und Straßenbahnlinien zu rechnen. Die swa bitten daher ihre Fahrgäste, sich entsprechend einzustellen und auf andere Beförderungsmöglichkeiten zurückzugreifen.

Mehr Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen

Die Gewerkschaft will mit den Warnstreiks in den seit Mai laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) Druck aufbauen Am Freitag, den 15. Juni, werden ver.di und die Arbeitgeber weiter über die Gehälter der Fahrer verhandeln. Die Gewerkschaft fordert für den Tarifvertrag Nahverkehr bei einer Laufzeit von 12 Monaten sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 220 Euro. Zudem sollen die Unternehmen, die Arbeitsbedingungen weiter verbessern. „Die Personalsituation im Nahverkehr Bayerns ist angespannt. Die Attraktivität der Arbeitsplätze muss deshalb über die Gehaltsstruktur erhöht werden“, begründete der Verhandlungsführer von ver.di die Forderung. Die Arbeit im Nahverkehr müsse insgesamt attraktiver werden, forderte Flach.

Nahverkehr hat mit massivem Personalmangel zu kämpfen

Grund für die Streiks sei die Blockadehaltung der Arbeitgeber. „Die Arbeitgeber sind dabei, die historische Chance für die Stärkung des Nahverkehrs zu verschlafen“, kritisierte Flach. Der altersbedingte Umbruch im Nahverkehr sei in vollem Gange und es gebe schon jetzt Schwierigkeiten, gutes und qualifiziertes Personal zu halten und zu bekommen. „Der ausschließliche Blick auf die Seite der Kostenbelastung ist wahrlich kein Schritt in die Zukunft. Das aktuelle Angebot der Arbeitgeber deckt soeben die aktuelle Inflationsrate in Bayern ab“, betonte auch Kai Winkler, Leiter des Fachbereichs Verkehr bei ver.di Bayern.

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