Transport- und Logistik-Branche

Am Logistik-Standort Augsburg werden die Kraftfahrer knapp

Symbolbild. Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

In Schwaben klagen immer mehr Branchen über den Fachkräftemangel – auch in der Transport- und Logistik-Branche. Doch wie hart trifft dies die Unternehmen im Großraum Augsburg? Wir haben nachgefragt.

von Rebecca Weingarten, Online-Redaktion

„Der Mangel an qualifizierten Berufskraftfahrern begleitet uns im Raum Augsburg bereits seit vielen Jahren. Allerdings hat sich die Situation dieses Jahr, wohl aufgrund der guten Konjunktur, erneut extrem zugespitzt“, erklärt Gianluca Crestani, Vorstand der Andres Schmid Logistik AG.

Viele Berufskraftfahrer gehen in Rente, wenige rücken nach

Ein Blick auf die demografischen Daten genügt: Bundesweit sind über 25 Prozent der beschäftigten Berufskraftfahrer über 55 Jahre alt. Dies hat zur Folge, dass etwa 30.000 Fahrer Jahr für Jahr in den Ruhestand gehen. Gleichzeitig entwickelt sich die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum Berufskraftfahrer seit 2013 leicht rückläufig. Aktuell liegt sie bei rund 3.150  Auszubildenden pro Jahr. Hinzu kommt noch, dass viele Auszubildende die Ausbildung vorzeitig abbrechen.

Immer mehr neue Azubis sind weiblich

Auch die Andreas Schmid Logistik reagiert darauf. „Ein Großteil der Unternehmen des gewerblichen Güterverkehrs beteiligt sich nicht an der klassischen Ausbildung von Berufskraftfahrern. Wir gehen hier bereits seit langer Zeit, ganz bewusst, einen völlig anderen Weg. Wir bilden seit vielen Jahren sehr erfolgreich junge Menschen zu Berufskraftfahrern aus“, so Crestani. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 20 Auszubildende. Viele der neuen Azubis sind weiblich, deutlich mehr als früher. „Parallel dazu haben bei uns auch Seiteneinsteiger eine gute Chance“, so Crestani, „wir unterstützen sie ebenfalls, sowohl beim Erwerb des Führerschein als auch bei der Grundqualifikation.“

Gezielte Maßnahmen sollen die Branche stärken

Was kann die Transport- und Logistik-Branche gegen den Fachkräftemangel tun? Gianluca Crestani hat darauf eine Antwort: „Das Berufsbild des Berufskraftfahrers muss in der gesellschaftlichen Wahrnehmung besser werden. Unsere Branche kann durch gezielte Maßnahmen, wie geregelte Arbeitszeiten und leistungsgerechte Entlohnung, nachhaltig für mehr Fahrer sorgen.“ Insgesamt hat sich in den letzten Jahren das Arbeitsumfeld durch technische Entwicklungen für das Fahrpersonal bereits deutlich verbessert. Trotzdem: Die Ressource Fahrer wird sich auch in Zukunft weiter verknappen. „Wir haben diese Entwicklung schon lange erkannt und setzen daher konsequent auch auf Personal aus den eigenen Reihen und einen eigenen Fuhrpark“, so Crestani.

Mit eigener Ausbildung gegen den Fachkräftemangel

„Den Mangel an Fachkräften haben wir bis vor einiger Zeit auch zu spüren bekommen. Busfahrer waren sehr rar“, erklärt auch Jürgen Fergg, Pressesprecher der Stadtwerke Augsburg, auf Anfrage unserer Redaktion. „Wir haben vor etwa zwei Jahren eine Kampagne gestartet, die so erfolgreich verlief, dass wir einerseits bereits ausgebildete Busfahrer einstellen konnten, sich aber auch genügend Interessenten für eine Ausbildung gemeldet haben.“ Ähnlich äußert sich Busunternehmer Werner Ziegelmeier: „Wir spüren den Fachkräftemangel auch und reagieren mit verstärkter Ausbildung. Zurzeit bilden wir vier junge Menschen zum Berufskraftfahrer aus.“

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Ein Blick auf die demografischen Daten genügt: Bundesweit sind über 25 Prozent der beschäftigten Berufskraftfahrer über 55 Jahre alt. Dies hat zur Folge, dass etwa 30.000 Fahrer Jahr für Jahr in den Ruhestand gehen. Gleichzeitig entwickelt sich die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge zum Berufskraftfahrer seit 2013 leicht rückläufig. Aktuell liegt sie bei rund 3.150  Auszubildenden pro Jahr. Hinzu kommt noch, dass viele Auszubildende die Ausbildung vorzeitig abbrechen.

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Was kann die Transport- und Logistik-Branche gegen den Fachkräftemangel tun? Gianluca Crestani hat darauf eine Antwort: „Das Berufsbild des Berufskraftfahrers muss in der gesellschaftlichen Wahrnehmung besser werden. Unsere Branche kann durch gezielte Maßnahmen, wie geregelte Arbeitszeiten und leistungsgerechte Entlohnung, nachhaltig für mehr Fahrer sorgen.“ Insgesamt hat sich in den letzten Jahren das Arbeitsumfeld durch technische Entwicklungen für das Fahrpersonal bereits deutlich verbessert. Trotzdem: Die Ressource Fahrer wird sich auch in Zukunft weiter verknappen. „Wir haben diese Entwicklung schon lange erkannt und setzen daher konsequent auch auf Personal aus den eigenen Reihen und einen eigenen Fuhrpark“, so Crestani.

Mit eigener Ausbildung gegen den Fachkräftemangel

„Den Mangel an Fachkräften haben wir bis vor einiger Zeit auch zu spüren bekommen. Busfahrer waren sehr rar“, erklärt auch Jürgen Fergg, Pressesprecher der Stadtwerke Augsburg, auf Anfrage unserer Redaktion. „Wir haben vor etwa zwei Jahren eine Kampagne gestartet, die so erfolgreich verlief, dass wir einerseits bereits ausgebildete Busfahrer einstellen konnten, sich aber auch genügend Interessenten für eine Ausbildung gemeldet haben.“ Ähnlich äußert sich Busunternehmer Werner Ziegelmeier: „Wir spüren den Fachkräftemangel auch und reagieren mit verstärkter Ausbildung. Zurzeit bilden wir vier junge Menschen zum Berufskraftfahrer aus.“

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