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aitiRaum: Die zehn Gebote für GmbH-Geschäftsführer
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aitiRaum – IT-Gründerzentrum GmbH

aitiRaum: Die zehn Gebote für GmbH-Geschäftsführer

 Die 10 Gebote für GmbH-Geschäftsführer. Foto: aitiRaum

Martin Humpf, Rechtsanwalt, Gründungsgesellschafter und Geschäftsführer der AWI TREUHAND Rechtsanwaltsgesellschaft GmbH in Augsburg, sprach beim Gründerabend am 27. Januar 2015 im aiti-Park vor rund 20 Teilnehmern über Haftungsrisiken für GmbH-Geschäftsführer sowie die zehn Gebote der GmbH-Geschäftsführung. 

von Sandra Hinzmann, Online-Redaktion

Rechtliche und wirtschaftliche Fehlentscheidungen von GmbH-Geschäftsführern belasten nicht nur die GmbH, sondern können auch zur persönlichen Haftung des Geschäftsführers führen. Der Geschäftsführer haftet dann unbeschränkt mit seinem gesamten privaten Vermögen. Es empfiehlt sich daher für jeden Geschäftsführer, die rechtlichen Haftungsquellen genau zu kennen, um frühzeitig potentiell haftungsrelevante Situationen zu erkennen und rechtssicher durch das richtige Handeln den haftungsauslösenden Fehler und somit die persönliche Haftung zu vermeiden.

GmbH genießt großes Ansehen in Deutschland

Die Rechtsform GmbH - auch alternativ in Verwendung bei der GmbH & Co.KG - genießt in Deutschland ein hohes Ansehen und Vertrauen in Verbraucherkreisen. Die Popularität verdankt die GmbH einerseits dem Interesse des Unternehmers an einer Haftungsbeschränkung zum Schutz des eigenen Vermögens und andererseits der gegenüber der Rechtsform der Aktiengesellschaft deutlich flexibleren Möglichkeit, durch die Gesellschafterversammlung direkten Einfluss auf die Geschäftsführung zu nehmen. Doch die Beschränkung der Haftung auf das Vermögen der GmbH kommt hierbei nur dem Gesellschafter zu Gute. Der Geschäftsführer hingegen ist einer Vielzahl von gesetzlichen Pflichten ausgesetzt, deren Einhaltung von ihm ohne Beachtung seiner fachlichen Qualifizierung, seiner Erfahrungen und seines Alters unbedingt verlangt wird. Ein Verstoß gegen die ihm obliegenden Pflichten, führt oft direkt zu einem Schadensersatzanspruch.

Die Sorgfaltspflichten eines ordentlichen Kaufmanns

Martin Humpf hat den rund 20 Teilnehmern der Infoveranstaltung ausführlich die Haftungsrisiken für GmbH-Geschäftsführer erläutert. Zur Sprache kamen vor allem die Sorgfaltspflichten eines ordentlichen Kaufmanns und Verstöße wie Verschulden durch Kalkulationsirrtum oder auch Insolvenzen. Nach seinem Vortrag leitete der Rechtsanwalt zehn Gebote für GmbH-Geschäftsführer ab, die seiner Meinung nach unabdingbar sind.

Die 10 Gebote für GmbH-Geschäftsführer

  • Vor Eintragung der GmbH im Handelsregister möglichst niemals bereits die Geschäfte aufnehmen oder Verbindlichkeiten für die GmbH i.Gr. eingehen.
  • Vor Übernahme der Geschäftsführung in bestehender GmbH sehr genau die wirtschaftliche Lage ermitteln (z.B.: Unternehmensregister, Darlegung durch Steuerberater der GmbH, etc.)
  • Vor Übernahme der Geschäftsführung in neu zu gründender GmbH den Businessplan, insbesondere den Liquiditätsplan, prüfen und plausibilisieren.
  • Nichts ungelesen unterschreiben und immer kritisch sein! Alle Rechtsgeschäfte, welche nicht mit eigenem Sofortwissen beherrschbar sind, genau prüfen, eventuell einen Fachmann des betroffenen Fachgebiets beiziehen.
  • Die Grenzen der eigenen Befugnisse nach Gesetz (GmbHG), Satzung und Dienstvertrag auswendig lernen und bei der Tätigkeit nie vergessen.
  • Trotz gesetzlicher Weisungsgebundenheit jede Weisung der Gesellschafterversammlung kritisch prüfen, statt sklavisch auszuführen (insbesondere bei Zuwendungen an Gesellschafter), bei Verlangen eines Handelns, welche die persönliche Strafbarkeit oder Ersatzansprüche Dritter auslösen kann, lieber selbst das GF-Amt niederlegen.    
  • Immer mit dem Steuerberater des (Fach-)Vertrauens eng zusammenarbeiten.
  • Jeden kleinen Hinweis auf eine Verschlechterung der Zahlungsfähigkeit sehr ernst nehmen und bei kleinsten Zweifeln rechtlichen Rat über Insolvenzantragspflicht einholen!
  • Jeden Tag und bei jedem Geschäftsvorgang geistig die „Überschuldungsbilanz“ im Kopf fortführen und bei kleinsten Zweifeln am Überschuldungsstatus Rat (Überschuldungsbilanz durch Steuerberater) einholen!
  • Wenn (wirtschaftlich) möglich: Eine D&O-Versicherung abschließen!

Die rege Diskussion zeigte, dass dieses Thema die Teilnehmer stark bewegte und nicht in jedem Fall vor der Übernahme des Geschäftsführeramts Klarheit über die Rechte und Pflichten eines Geschäftsführers gegeben war.

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