Corona-Krise

Airbus streicht 15.000 Stellen – Premium Aerotec betroffen

Symbolbild. Premium AEROTEC in Augsburg. Foto: Archiv/Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Airbus will wegen der Corona-Krise weltweit 15.000 Stellen streichen, davon etwa ein Drittel in Deutschland. Premium Aerotec in Augsburg soll auch von den Streichungen betroffen sein.

Der Flugzeugbauer Airbus plant aufgrund der Corona-Krise seine Pläne zur weltweiten Belegschaft und zur Neuausrichtung seiner Aktivitäten im Bereich der zivilen Verkehrsflugzeug-Sparte anzupassen.

„Die Branche befindet sich in einer beispiellosen Krise“, hieß es in einer Mitteilung. Es werde erwartet, dass sich der Luftverkehr nicht vor 2023 erholen werde und möglicherweise erst 2025 wieder auf dem Niveau von vor Corona sein werde. Bei Airbus schrillen schon länger die Alarmglocken. Der Konzern hatte bereits zuvor angekündigt, für zwei Jahre seine Produktion und seine Auslieferungen um 40 Prozent zu kürzen. Der Airbus-Chef Guillaume Faury hatte dabei Kündigungen nicht grundsätzlich ausgeschlossen, zumal sich durch eine zweite Corona-Welle die erhoffte Belebung wieder verschlimmern könnte. Weltweit beschäftigt Airbus 135.000 Mitarbeiter – davon arbeiten 90.000 in der Verkehrsflugzeugsparte. In Deutschland beschäftigt Airbus Zehntausende Mitarbeiter an zahlreichen Standorten – etwa in Hamburg-Finkenwerder oder Bremen. 

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In Deutschland werden 5100 Stellen gestrichen

Weltweit will das Unternehmen bis spätestens Sommer 2021 15.000 Stellen abbauen. Der Konzern will 5000 Stellen in Frankreich, 900 in Spaniern, 1700 in Großbritannien und 5100 Positionen in Deutschland sowie 1300 Stellen an den anderen weltweiten Standorten streichen. Die Einzelheiten dieses Plans müssten noch mit den Sozialpartnern abgestimmt werden. Betriebsbedingte Kündigungen könnten nicht ausgeschlossen werden, hieß es weiter. 

Premium Aerotec von Stellenabbau betroffen

Von den Streichungen sollen auch Stellen des Tochterunternehmens Premium Aerotec in Augsburg betroffen sein. „Sie schließen jedoch nicht die rund 900 Positionen ein, die von dem bereits vor Corona identifizierten Restrukturierungsbedarf von Premium Aerotec herrühren, der nun im Rahmen dieses globalen Umstrukturierungsplans implementiert wird", teilt das Unternehmen mit.

Volker Ullrich: Betriebsbedingte Kündigungen müssen vermieden werden

„Die Airbus-Pläne sind bitter für die Arbeitnehmer am Standort Augsburg", sagt der Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich. Am wichtigsten sei jetzt, dass die Konzernspitze im Sinne der Arbeitnehmer verantwortungsvolle Entscheidungen trifft und ein tragfähiges Modell für die Zukunft entwickelt. „Betriebsbedingte Kündigungen müssen vermieden werden. Auch für Leiharbeiter müssen sozial verträgliche Lösungen gefunden werden." Alle Instrumente müssten jetzt genutzt werden: Arbeitszeitkonten, Vorruhestandsregelungen und Kurzarbeitergeld.

Durch die Corona-Pandemie steckt die Luft- und Raumfahrtbranche in einer nie da gewesenen Krise. Um diesen Wirtschaftszweig als Markenzeichen für Deutschland in punkto Sicherheit, Qualität, IT und Produktentwicklung zu erhalten, sind nach Ansicht von Ullrich industriepolitische Konzepte gefragt. Das könnten zum Beispiel auch staatliche Aufträge für das Nachfolgemodell des Eurofighters sein. 

So steht es derzeit um Premium Aerotec

Vor allem der Baustopp des Riesen-Airbus A 380 sorgte für Probleme bei der Airbus-Tochter, denn große Teile des Flugzeugs wurden in Augsburg hergestellt. Erst am Dienstag hat Premium Aerotec verkündet, dass das Augsburger Unternehmen mit der Fertigung des ersten Rear Center Tanks für den Airbus A321 XLR begonnen hat. 

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„Wir freuen uns sehr darüber, dass Airbus uns die Fertigung dieser technisch hochanspruchsvollen Struktur anvertraut hat und wir heute erfolgreich den First Metal Cut für den Rear Center Tank durchführen konnten. Angesichts der vielen Bestellungen bin ich davon überzeugt, dass dieses innovative Langstreckenflugzeug ein großer Erfolg wird“, sagte Premium Aerotec CEO Thomas Ehm nur einen Tag vor der Ankündigung von Airbus, Stellen abzubauen. Premium Aerotec profitiere beim Bau dieses komplexen Bauteils von seiner umfangreichen und langjährigen Erfahrung in der Fertigung des Eurofighter-Rumpfmittelteils, das einen vergleichbaren Integraltank enthalte und ebenfalls in Augsburg produziert werde, erklärte Ehm. Bereits in den ersten sechs Monaten nach dem offiziellen Programmstart der Langstreckenversion gab es bereits über 450 Bestellungen.

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„Die Branche befindet sich in einer beispiellosen Krise“, hieß es in einer Mitteilung. Es werde erwartet, dass sich der Luftverkehr nicht vor 2023 erholen werde und möglicherweise erst 2025 wieder auf dem Niveau von vor Corona sein werde. Bei Airbus schrillen schon länger die Alarmglocken. Der Konzern hatte bereits zuvor angekündigt, für zwei Jahre seine Produktion und seine Auslieferungen um 40 Prozent zu kürzen. Der Airbus-Chef Guillaume Faury hatte dabei Kündigungen nicht grundsätzlich ausgeschlossen, zumal sich durch eine zweite Corona-Welle die erhoffte Belebung wieder verschlimmern könnte. Weltweit beschäftigt Airbus 135.000 Mitarbeiter – davon arbeiten 90.000 in der Verkehrsflugzeugsparte. In Deutschland beschäftigt Airbus Zehntausende Mitarbeiter an zahlreichen Standorten – etwa in Hamburg-Finkenwerder oder Bremen. 

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In Deutschland werden 5100 Stellen gestrichen

Weltweit will das Unternehmen bis spätestens Sommer 2021 15.000 Stellen abbauen. Der Konzern will 5000 Stellen in Frankreich, 900 in Spaniern, 1700 in Großbritannien und 5100 Positionen in Deutschland sowie 1300 Stellen an den anderen weltweiten Standorten streichen. Die Einzelheiten dieses Plans müssten noch mit den Sozialpartnern abgestimmt werden. Betriebsbedingte Kündigungen könnten nicht ausgeschlossen werden, hieß es weiter. 

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Von den Streichungen sollen auch Stellen des Tochterunternehmens Premium Aerotec in Augsburg betroffen sein. „Sie schließen jedoch nicht die rund 900 Positionen ein, die von dem bereits vor Corona identifizierten Restrukturierungsbedarf von Premium Aerotec herrühren, der nun im Rahmen dieses globalen Umstrukturierungsplans implementiert wird", teilt das Unternehmen mit.

Volker Ullrich: Betriebsbedingte Kündigungen müssen vermieden werden

„Die Airbus-Pläne sind bitter für die Arbeitnehmer am Standort Augsburg", sagt der Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich. Am wichtigsten sei jetzt, dass die Konzernspitze im Sinne der Arbeitnehmer verantwortungsvolle Entscheidungen trifft und ein tragfähiges Modell für die Zukunft entwickelt. „Betriebsbedingte Kündigungen müssen vermieden werden. Auch für Leiharbeiter müssen sozial verträgliche Lösungen gefunden werden." Alle Instrumente müssten jetzt genutzt werden: Arbeitszeitkonten, Vorruhestandsregelungen und Kurzarbeitergeld.

Durch die Corona-Pandemie steckt die Luft- und Raumfahrtbranche in einer nie da gewesenen Krise. Um diesen Wirtschaftszweig als Markenzeichen für Deutschland in punkto Sicherheit, Qualität, IT und Produktentwicklung zu erhalten, sind nach Ansicht von Ullrich industriepolitische Konzepte gefragt. Das könnten zum Beispiel auch staatliche Aufträge für das Nachfolgemodell des Eurofighters sein. 

So steht es derzeit um Premium Aerotec

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„Wir freuen uns sehr darüber, dass Airbus uns die Fertigung dieser technisch hochanspruchsvollen Struktur anvertraut hat und wir heute erfolgreich den First Metal Cut für den Rear Center Tank durchführen konnten. Angesichts der vielen Bestellungen bin ich davon überzeugt, dass dieses innovative Langstreckenflugzeug ein großer Erfolg wird“, sagte Premium Aerotec CEO Thomas Ehm nur einen Tag vor der Ankündigung von Airbus, Stellen abzubauen. Premium Aerotec profitiere beim Bau dieses komplexen Bauteils von seiner umfangreichen und langjährigen Erfahrung in der Fertigung des Eurofighter-Rumpfmittelteils, das einen vergleichbaren Integraltank enthalte und ebenfalls in Augsburg produziert werde, erklärte Ehm. Bereits in den ersten sechs Monaten nach dem offiziellen Programmstart der Langstreckenversion gab es bereits über 450 Bestellungen.

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