Netzwerktreffen der Wirtschaftsförderung

Agentur für Arbeit Augsburg: Fehlende Fachkräfte für 4.0

Eva Weber und Elsa Koller-Knedlik. Foto: Iris Zeilnhofer/B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN
Wer seine Mitarbeiter weiterbilden möchte, kann dabei von der Agentur für Arbeit finanziell unterstützt werden. Seit 2019 gibt es dafür neue Programme. Das ist auch hinsichtlich Industrie 4.0 entscheidend.

Einmal im Quartal tauschen sich Stadt und Agentur für Arbeit Augsburg aus. Es geht um Arbeitslosenquoten, neueste Entwicklungen und Regularien. Im letzten Treffen informierte Elsa Koller-Knedlik über neue Förderprogramme, die 2019 in Kraft traten. Mit Eva Weber, Zweite Bürgermeisterin und Wirtschafts- sowie Finanzreferentin, wurde kurzer Hand ein fachspezifisches Netzwerktreffen in den Räumen der Arbeitsagentur organisiert.

Arbeitsagentur unterstützt auch finanziell

„Wir wollten uns so ein Thema nicht entgehen lassen“, erklärte Weber in ihren einleitenden Worten am 3. April. „Viele wissen gar nicht, dass sie monetäre Hilfe erhalten können von der Arbeitsagentur.“ Darauf aufmerksam zu machen, hat sich die Agentur für Arbeit auf die Fahne geschrieben. Die Leiterin Elsa Koller-Knedlik freute sich daher sehr über die Gäste.

„Es wird nicht unbedingt einfacher, Fachkräfte zu finden“

„Es ist wahrscheinlich nicht nötig, Ihnen zu sagen, wie schwierig der Fachkräftemarkt ist“, so Koller-Knedlik. Die aktuelle Arbeitslosen-Quote beträgt 4,1 Prozent in Augsburg Stadt, in den Landkreisen unter 3 Prozent. „Im Volksmund spricht man da von Vollbeschäftigung.“ Das sieht bayernweit so aus. „Bayern geht es gut – wir haben die niedrigste Quote in Deutschland“, informierte Koller-Knedlik. „Das heißt für Sie, es wird nicht unbedingt einfacher, Fachkräfte zu finden.“ Wichtig sei daher, bereits bestehende Potenziale zu nutzen.

Weiterbildung zu „Top-Fachkräften“

Früher musste die Agentur warten, bis Beschäftigte ihren Job verloren, um sie weiter zu qualifizieren. Nun gehe das deutlich einfacher auch während ein Arbeitsverhältnis besteht. Mitarbeiter können so zu „Top-Fachkräften“ weitergebildet werden. Weitere Vorteile: Die Unternehmen kennen die Mitarbeiter bereits, die ihnen damit entgegengebrachte Wertschätzung strahlt ins ganze Unternehmen und bedingt eine gute Motivation. Davon ist Elsa Koller-Knedlik überzeugt. Seit 1. Januar 2019 macht dies das „Qualifizierungschancengesetz“ leichter.

„Endlich mal ist der Kleine und Mittelständler bevorzugt“

Die Förderhöhe hängt dabei von der Unternehmensgröße ab. Je weniger Mitarbeiter, desto größer die Summe. „Endlich mal ist der Kleine und Mittelständler bevorzugt“, so Weiterbildungsberater Werner Seitz. Bezuschusst wird nicht nur die Weiterbildung an sich, sondern auch die Ausfallzeit im Unternehmen. 50 Prozent der Weiterbildungszeit findet währende der regulären Arbeitszeit statt. Das hat sich bewährt: „Wir haben die geringste Versagens-Quote.“ 880 Qualifizierungs-/Weiterbildungs-Fälle betreute die Agentur 2018 in Augsburg und bezuschusste diese für rund 10 Millionen Euro.

Qualifizierung für 4.0

Für Seitz ist diese Art der Qualifikation der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft der Unternehmen. Zwar sei „Industrie 4.0“ in aller Munde. Dies umzusetzen, benötigt aber entsprechend geschultes Personal. Man könne ein „Haus nicht beim 1. Stock anfangen“. Auch bei vielen großen Konzernen sei immer noch ein erschreckend großer Teil der Mitarbeiter gering qualifiziert oder ungelernt. Hier müsse zuerst angesetzt werden.

Weiter Chance: Fachkräfte aus EU und Drittstaaten

„Das ist ‚inländisches Potenzial‘. Wir werden uns aber bei bestimmten Branchen erschließen müssen, wie wir mit Menschen zurechtkommen, die aus der EU oder Drittstaaten kommen“, erklärte Elsa Koller-Knedlik zum Abschluss. Auch dafür gebe es spezielle Fördermöglichkeiten und die entsprechenden Ansprechpartner in der Agentur. Stark betroffen seien hier Branchen und Berufe mit „dringendem Bedarf“, also vakanten Stellen in sehr großer Stückzahl.

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Qualifizierung für 4.0

Für Seitz ist diese Art der Qualifikation der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft der Unternehmen. Zwar sei „Industrie 4.0“ in aller Munde. Dies umzusetzen, benötigt aber entsprechend geschultes Personal. Man könne ein „Haus nicht beim 1. Stock anfangen“. Auch bei vielen großen Konzernen sei immer noch ein erschreckend großer Teil der Mitarbeiter gering qualifiziert oder ungelernt. Hier müsse zuerst angesetzt werden.

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