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A3 Wirtschaftsdialog: Väter im Spagat zwischen Kind und Karriere
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Vereinbarkeit Beruf und Familie

A3 Wirtschaftsdialog: Väter im Spagat zwischen Kind und Karriere

 Die Veranstaltung fand am 15. November 2017 statt. Foto: B4B WIRTSCHAFTSLEBEN SCHWABEN

Am 15. November fand der A3 Wirtschaftsdialog zum Thema „Vater schafft – Männer zwischen Karriere & Familie“ statt. Ausgetragen wurde die Veranstaltung in den Räumlichkeiten der Agentur für Arbeit Augsburg.

Die klassischen Familienmodelle haben sich geändert. Immer mehr Väter und Mütter wollen Erwerbs- und Familienarbeit partnerschaftlich teilen. Zunehmend wollen beide Elternteile Karriere machen – auch in Teilzeit. Gerade auch bei Führungskräften nimmt dieser Wunsch zu. Für Arbeitgeber und Arbeitnehmer, aber auch für die Gesellschaft bedeutet das: neue Angebote, aber vor allem auch neue Denkweisen sind gefragt. Dies stand im Mittelpunkt des A3 Wirtschaftsdialogs zum Thema „Vater schafft – Männer zwischen Karriere & Familie“.

Vorbehalte gegen Teilzeit-Väter

Elsa Koller-Knedlik, seit dem 1. November neue Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Augsburg, begrüßte die Gäste. „Die Thematik braucht eine breitere Öffentlichkeit und eine positivere Wahrnehmung“, sagte Koller-Knedlik. Es gebe bereits viele Angebote für Männer, die jedoch eher zögerlich wahrgenommen würden. Dies liege auch daran, dass es nach wie vor Vorbehalte gebe gegen den Gedanken, dass Männer weniger arbeiten, um mehr Zeit für ihre Kinder zu haben.

Eltern kämpfen mit Herausforderungen

Volker Baisch, Geschäftsführer der Väter gGmbH Hamburg, schilderte in seinem Vortrag zunächst seine eigenen Erfahrungen. Seine Frau und er hatten bei der Geburt ihrer ersten Tochter beschlossen, dass sie das erste Jahr zuhause bleibt, er das zweite. Danach gingen beide wieder arbeiten. Der Zeitpunkt, in dem Baisch wieder in den Beruf einstieg, ist inzwischen 15 Jahre her. Seitdem hat sich einiges geändert – doch noch immer haben Eltern mit großen Herausforderungen zu kämpfen.

Familien unter Druck

Das Thema gewinnt zunehmend an Brisanz. Baisch zitierte eine Studie von A.T. Kearney, nach der 2015 jeder 20. Vater unzufrieden war mit der persönlichen Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Besonders spannend beim Blick auf diese Zahlen: 2016 war bereits jeder fünfte Vater betroffen. Klassische Lebens- und Karriere-Modelle werden zunehmend hinterfragt. In diesem Zuge spielt auch die Familienfreundlichkeit der Arbeitgeber eine immer größere Rolle.

Baisch zitierte weiter eine Studie der Zeitschrift „Eltern“. Diese wollte herausfinden, wodurch sich Familien unter Druck gesetzt fühlen. Als Stressquelle gaben Eltern vor allem die eigenen Ansprüche an, gefolgt von gesellschaftlichen Normen und – an letzter Stelle – der Arbeitgeber. Um Familien zu unterstützen, braucht es also vor allem auch eine neue Denkweise.

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Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut hat jedoch auch herausgefunden: Die Chance, dass Väter in Teilzeit gehen, erhöht sich deutlich, wenn die Mutter das höhere Netto-Einkommen hat. Für viele Familien ist es also nach wie vor eine finanzielle Entscheidung, welche Arbeitszeitmodelle sie für Vater und Mutter bevorzugen.

Welche Möglichkeiten bieten sich für Mittelständler?

Am Ende seines Vortrags zeigte Baisch Möglichkeiten für Firmen auf, Väter zu unterstützen. Er warb dafür, die Digitalisierung an dieser Stelle verstärkt zu nutzen. Home Office könne viele Familien entlasten. Außerdem stellte er den Trend zur reduzierten Vollzeit vor: Jobsharing sei gerade für Führungskräfte attraktiv. Auch Arbeitszeitkonten, Ferienprogramme und betriebsnahe Kitas würden Väter und Mütter entlasten. Gerade beim letzten Beispiel gab Baisch jedoch zu, dass dies wohl nicht für jede Unternehmensgröße umsetzbar sein wird.

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